CD Cover Johnny Cash - The Great Lost Performances
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Sparen wir es uns einfach, über den Sinn und Unsinn der posthumen Johnny Cash-Veröffentlichungsflut zu diskutieren und konzentrieren wir uns einfach auf das, was "The Great Lost Performance" ist: Nämlich ein sehr gutes Live-Album.

Aufgenommen wurde es am 28. Juli 1990 im Paramount Theatre in Ashbury Park, New Jersey. Also zu der Zeit, als Johnny Cash beim Label Mercury Records unter Vertrag stand - wenig erfolgreich, wie man leider sagen muss. Die Wiederentdeckung Cashs durch Superproduzent Rick Rubin, der ihn mit seinen "American"-Alben einer breiteren und jüngeren Käuferschicht interessant machte, fand erst drei Jahre später statt. Verständlich also, dass nun auch das Label Mercury seine Archive nach Cash-Werken durchsucht. Und man ist fündig geworden.

Zwar ist der Titel "The Great Lost Performance" ein wenig hoch angesetzt, denn es ist sicherlich nicht so, dass die Cash-Fangemeinde dieses Album jahrelang wie die Stecknadel im Heuhaufen gesucht hat und bestimmt gibt es noch einige vergleichbare Konzerte aus dieser Zeit. Großartig ist das Konzert dennoch, denn Cash und seine bekannten Mitstreiter - unter anderem mit dabei Sohn John Carter, Frau June, Pianist Earl Poole Ball, Bassist Steve Logan und Drummer W.S. Holland - präsentieren sich in Höchstform. Auch die Songauswahl ist erstklassig. Trotzdem fragt sich der geneigte Fan, wie viele Versionen von "Ring of Fire" er eigentlich benötigt. Sei's drum, viele der altbekannten Hits kommen in ungewöhnlichen Arrangements daher, wie zum Beispiel "Ghost Riders In The Sky" mit wunderbarem Piano-Einsatz von Earl Poole Ball. Natürlich fehlen die obligatorischen Duette mit Frau June nicht: "Jackson" und "The Wreck Of Old '97" geben das schönste Liebespaar der Country-Geschichte zum Besten. Bei "What Is Man" lässt Cash die Sängerin Lucy Clark mit ans Mikro.

Was den besonderen Reiz dieses Konzerts im Paramount Theatre ausmacht sind die kleinen Geschichten und Anekdoten, mit denen Cash einmal mehr seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellt. Aber auch June Carter plaudert aus dem Nähkästchen, zum Beispiel über eine Kieferoperation ihres Gatten. Wirklich ein einmaliger Moment.

Sonst bietet das Konzert, das im Übrigen auch durch die schöne, klare und lebendige Aufnahme überzeugt, einen guten Überblick über das Gesamtwerk Cashs. Von seinem allerersten Song "Hey Porter" über die raren Gospelnummern "A Wonderful Time Up There" und "What Is Man", sowie den Coverversionen "Sunday Morning Coming Down" oder "Life's Railway To Heaven" bis hin zu den großen Hits "Ring of Fire" und "I Walk The Line" ist alles geboten, was an das Herz eines Cash-Verehrers rührt.

Fazit: Schönes, grundsolides Live-Album des Country-Godfathers, das einige charmante Momente aufweist. Sollte jemand noch keine Live-CD von Johnny Cash besitzen, er darf bedenkenlos zugreifen, Sammler tun dies ohnehin.

Label: Lost Highway (Universal) VÖ: 31. Juli 2007

  • Titelliste

  • Links

01 Ring of Fire 10 Pickin' Time
02 Life's Railway To Heaven 11 A Beautiful Day
03 A Wonderful Time Up There 12 Hey Porter
04 Folsom Prison Blues 13 Ragged Old Flag
05 Sunday Morning Coming Down 14 Tennessee Flat Top Box
06 What is Man 15 Ghost Riders In The Sky
07 Forty Shades Of Green 16 Jackson
08 Come Along And Ride This Train 17 The Wreck Of Old '97
09 Five Feet High and Rising 18 I Walk The Line


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