Johnny Cash & June Carter - Jackson

Die Wheeler/Leiber-Kompostion "Jackson" haben viele Acts aufgenommen - unerreicht aber ist die Version von Johnny Cash und June Carter, die heute vor 50 Jahren aufgenommen wurde.

Der Ursprung des Songs "Jacksons" reicht lange zurück: 1963 schrieben Billy Edd Wheeler und der durch seine Elvis-Kompositionen zu Weltruf gekommene Jerry Leiber den Titel. Leiber war von der Komposition aber nicht so überzeugt. Deshalb benutzte er in der Autorenzeile das Pseudonym seiner damaligen Frau, Gaby Rodgers. 1963 nahm Wheeler den Song auf, er landete auf seinem Album "A New Bag of Songs".

Zwei Mal Jackson im gleichen Jahr - zwei Mal ein Hit

Wheeler erinnert sich, wie der Song zustande kam: "Ich spielte ihn Jerry vor. Der sagte: 'Schmeiß die ersten Strophen weg, fang gleich mit der letzten an.' Ich protestierte vehement, aber schließlich probierte ich es aus. Es funktionierte." Und so ging der legendäre Song gleich legendär los. Mit der Textzeile: "We got married in a fever, hotter than a pepper sprout."

Das von Jerry Leiber produzierte Album bekam schließlich Johnny Cash in die Hände. Er fand spontan Gefallen an "Jackson". Doch nicht nur er. Und so veröffentlichten im Jahr 1967 gleich zwei prominente Duos den Titel: Nancy Sinatra mit dem coolen, texanischen Sänger Lee Hazlewood und eben mit . Jackson - mal auf Pop, mal auf Country getrimmt. Kann das gut gehen?

Es ging gut. Und wie. Sinatra und Hazlewood sangen den Titel im Juli '67 auf Platz 14 der Pop-Charts. Bis heute hat ihre lässige Version einen Stammplatz in jeder Easy-Listening-Playlist. Noch besser aber schnitt die Interpretation vom Country-Dreamteam Johnny & June ab: Neben einem zweiten Platz in den Country-Charts kassierten Johnny Cash & June Carter für ihre hingebungsvolle, launige und dazu charmant augenzwinkernde Interpretation des Flirt-Tracks einen Grammy in der Kategorie "Best Country & Western Performance Duet, Trio or Group".

Kein bestimmtes Jackson im Kopf

Nachdem es in Amerika in etwa ähnlich viele Städte und Dörfer mit dem Namen "Jackson" gibt, wie Deutsche namens "Müller", bezogen gleich mehrere Jacksons den Songtitel auf ihre Stadt. Sie lagen damit alle nicht ganz falsch. Denn Songschreiber Billy Edd Wheeler hatte bei der Komposition kein bestimmtes Jackson im Auge. "Ich wollte einfach einen Ortsnamen mit einem harten, prägnanten Konsonanten, und keinen, der irgendwie weich wie Nashville klingt. Der Klang von Jackson hat mir gefallen, deshalb habe ich ihn genommen."

Johnny Cash hatte bei seiner Version dennoch ein bestimmtes Jackson im Kopf - natürlich die Tennessee-Version der Stadt. In einer Doku plauderte er aus dem Nähkästchen: "Ich wollte June Carl Perkins vorstellen, also habe ich sie mit nach Jackson, Tennessee genommen." Wo, wie man vielleicht weiß, der legendäre Rock 'n' Roll-Gitarrist einst gelebt hat.

Neben den beiden Interpretationen haben sich noch weitere Bands und Duos dem Song-Urgestein angenommen. Darunter die australischen Rocker von INXS, die Americana-Größen von den Carolina Chocolate Drops und - mit hipper Version - Florence + The Machine. Die beste Neuauflage stammt aber aus einem Soundtrack, aus "Walk The Line", bei dem die Schauspieler Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon glatt einen Hauch von Johnny & June verbreiten. Nicht nur in Jackson, Tennessee.

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