Keith Urban - Days Go By

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Redaktionswertung CD von der Redaktion nicht bewertet
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Keith Urban Kenner dürfen ruhig sitzen bleiben. Aber wer bislang dachte "Urban? Wer?", an genau die richtet sich das neue Album des unverschämt smart aussehenden jungen Sänger, Gitarristen und Songschreiber.

Speziell für den europäischen Markt veröffentlicht Urban 15 Songs aus den Alben, die ihn in den USA zum Star machten, nochmals auf einer CD: "Days Go By" enthält Songs aus den Alben "Golden Road" (2002) und "Be Here" (2004). "Golden Road" mauserte sich langsam aber sicher zu einem satten Doppelplatinerfolg in den USA. Ein Erfolg, den "Be Here" nach gerade mal sechs Wochen nach der Veröffentlichung locker wiederholte. Geboren in Neuseeland, aufgewachsen in Australien, hatte Urban in seiner Heimat den Durchbruch als Sänger bereits geschafft, als er 1992 in die USA übersiedelte: Und karrieretechnisch nochmals von vorne beginnen musste.

Wie es sich für ein gutes Album gehört, eröffnet "Days Go By" gleich mit dem besten Track: Der heißt auch "Days Go By", erscheint hier in der neu gemischten Version von Jeremy Wheatley, der dieser rasanten Countrynummer mit dem fast folkig-keltischen Einschlag noch mal eine gehörige Portion Extrapfeffer in den Allerwertesten bläst. "Mehr Melodie, weniger Akkorde" beschreibt Urban die Arbeitsweise bei dem soliden Countryrocker mit dem luftigen Banjo-Riff, "Somebody Like You". "Raining On A Sunday" entlieh er sich bei dem Songschreiber-Duo Radney Foster und Darryl Brown Song: Deren Album "See What You Want To See" sei "eine Goldmine guter Songs" findet Urban , aus der sich auch schon die Dixie Chicks bedient hätten: Ein harmloses Midtempo-Liedchen für einen verregneten Sonntag im Bett mit der Liebsten. Mit dem Gitarristen John Shanks (Co-Autor bei u.a. Sherryl Crow, Stevie Nicks) schrieb Urban "You're Better Half". Hier zeigt sich, je nach Sichtweise, entweder die Stärke oder die Schwäche von Keith Urban : Der Mann ist einfach Mainstreamverliebt. 100% Middle Of The Road.

Und das zieht sich durch die restlichen Tracks von "Days Go By": Lyrisch ist es selten herausfordernd, und noch seltener echte Herzensangelegenheit, was Keith Urban da in vielen langsamen, und leider auch etwas langweiligen Songs wie "You'll Think of Me" an Liebesschmerz verbreitet. Doch bevor das programmatische "Better Life", die Auch-echte-Männer-dürfen-mal-weinen-Nummer "Tonight I Wanna Cry" und Up-Tempo-Songs wie "Live To Love Another Day" und "These Are The Days" das Album schwungvoll und versöhnlich schließen, folgt noch ein echtes Highlight dieser Kompilation: "She's Gotta Be", geschrieben mit Monty Powell: Ein etwas verkniffelter Rhythmus, ein Keith Urban, der ganze emotionelle Bandbreite seiner Stimme ausnutzt, ein ausnahmsweise mal nicht vorhersehbarer Refrain, ein feines Finale: Manchmal sind Umwege viel schöner, als einfach den direkten Weg zu nehmen. Sollte "Days Go By" Keith Urban auch in Europa etablieren, dann wäre es auf jeden Fall aufgrund von Tracks wie diesem auch künstlerisch gerechtfertigt. Doch bis es so weit ist, heißt es für Urban: "Spielen, spielen, spielen. Damit habe ich mir in Australien einen Namen gemacht, in des USA den Durchbruch geschafft, warum sollte das nicht auch in Europa klappen?"

Fazit: Was Bryan Adams und Richard Marx für den Rock'n'Roll sind, das möchte Keith Urban für den Country-Pop sein: Unterstützt von Produzent Dan Huff, etabliert sich Urban auf der 15-Song-Kompilation "Days Go By" als Meister des Mainstreams.

Label: Capitol Records (EMI) VÖ: 5. Juli 2005


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