Keith Urban - Fuse

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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
Userwertung

Keine Frage: Keith Urban ist ein cooler Hund. Ein smarter und verdammt gut aussehender Kerl dazu. Außerdem ist er ein klasse Sänger, guter Gitarrist und dazu ein phantastischer Performer. Und dann noch sein Weibchen: Hollywood-Diva Nicole Kidman. So viel Glück für einen einzigen Menschen, das ist doch nicht gerecht, oder?

Tja, das ist eine Frage für den gelernten Philosophen. Aber selbst wer Kant und Schopenhauer nicht aus dem Stehgreif zitieren kann, weiß, dass nicht immer im Licht stand. Dass er seine dunklen Zeiten und seine Abgründe hatte. Nun ja, es scheint, er hat die Kurve gekratzt. Auch "Fuse" gibt darüber Auskunft. Denn so wie der blonde Neuseeländer in Titeln wie "Somewhere In My Car" und "Even The Stars Fall 4 U" singt, so singt niemand, dem es wirklich schlecht geht. So ganz bestimmt nicht.

So singt aber, könnte man jetzt sagen, auch niemand, der etwas mit Country am Hut hat. Die zwei Opener seiner neuen, von diversen Produzenten gemeinsam mit ihm in Szene gesetzten CD sind: Rock. Ohne Wenn und Aber. Rock mit etwas Pop. Aber sicher nicht Rock mit etwas Country. Diese Zutat schenkt er sich - nicht nur in diesen Titeln - gänzlich. Und damit sind wir auch schon beim Kurs, den Keith Urban seit etlichen Jahren verfolgt. Der steuert mit jeder weiteren CD immer konsequenter in Rock-Gefilde.

Doch das gilt ja heute schon fast für jeden großen Nashville-Act. Wenn man dann einen dieser Größen fragt, was noch Country an ihrer Musik sei, antworten sie nicht selten mit: das Songwriting, das Storytelling. Und gut, das darf getrost auch Keith Urban sagen. Seine Themen sind eben Girls und Autos, Gefühle und Abgründe.

Selbstverständlich fließt im Laufe der CD dann doch die eine oder andere Country-Zutat ein. Bei der ruhigen Nummer "Cop Car" sind es die Harmonien, beim höchst gelungenen Pop-Track "Shame" ist es Ganjo (eine Banjo Gitarre, gespielt von Keith höchstselbst); bei "We Were Us" ist es die Bluegrass-getrimmte Stimme seiner Duett-Partnerin, der reizenden Miranda Lambert.

Doch man muss schon einigermaßen genau hinhören, um Country-Akzente ausmachen zu können. Das wird Traditionalisten ärgern. Sie werden mit dieser CD nicht sehr viel anfangen können. Wer jedoch seinen Spaß an strammen, harmonisch feinen Rocksongs und reschen Gitarren-Riffs hat (K.U. spielt fast alle Gitarrenparts selbst), wird mit "Fuse" auf seine Kosten kommen. "Good Thing" und "Love’s Poster Child" sind erstklassige Gute-Laune-Kost, "Come Back to Me" ist eine mit sphärischen Sound aufgemöbelte Ballade, "Red Camaro" klingt nach 70er-Jahre-Disco (Drum-Computer!) mit einem verirrten Banjo und mit "Little Bit of Everything" serviert er ein braves, mit karibischer Lässigkeit aufgeladenes Pop-Liedchen. Alles Songs, die beim Bügeln nicht stören und im Auto bestens zur Geltung kommen.

Ein bisschen ruppig wird der Beau dann aber doch noch. Gegen Ende der CD bittet er Country-Kollege Eric Church vors Mikrofon um einen soliden, dennoch natürlich höchst modernen Country-Song anzustimmen.

Fazit: Etwas Pop, viel Rock und wenig Country. Keith Urban steuert weiter seinen Kurs - zum Leidwesen der Country-Traditionalisten. Dennoch: ein gutes Album.

Label: Capitol Nashville (erscheint hier am 7. Februar 2014) VÖ: 13. September 2013

  • Titelliste

01 Somewhere in My Car 08 She's My 11
02 Even the Stars Fall 4 U 09 Come Back to Me
03 Cop Car 10 Red Camaro
04 Shame 11 Little Bit of Everything
05 Good Thing 12 Raise 'Em Up (mit Eric Church)
06 We Were Us (Duett mit Miranda Lambert) 13 Heart like Mine
07 Love's Poster Child


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