Jamey Johnson

Jamey Johnson

Wenn man sich Jamey Johnson so anschaut und raten müsste, welche Musik er singt, ist Country Music bestimmt nicht das erste Genre, das einem einfällt. Der am 14. Juli 1975 in Enterprise, Alabama, geborene Country-Sänger entspricht so gar nicht den Vorstellungen eines europäischen Country-Fans - er trägt einen Vollbart, hat lange Haare und pflegt einen alternativen Lebensstil. Aber seine Musik kommt an und diverse Gold- sowie Platin-Auszeichnungen sind der Beweis dafür.

Jamey Johnson wuchs in Montgomery, Alabama, auf und kam bereits in jungen Jahren mit Country Music in Berührung. Sein erstes Country-Konzert war von Alan Jackson, also kein Wunder, dass ihn diese Musik prägen sollte. Nach seinem High School Abschluss an der Jeff Davis High School studierte er an der Jacksonville State University, an der auch schon einer seiner Lieblingssänger, Randy Owen von Alabama, studierte. Er trat der Bruderschaft von Sigma Nu bei, aber auch diese Bruderschaft konnte ihn nicht an der Uni halten und so schmiss er nach zwei Jahren sein Studium und trat dem United States Marine Corps Reserve bei. In seiner achtjährigen Dienstzeit schaffte er es bis zum Korporal. Nach seiner Dienstzeit fing er an, professionell Musik zu machen und trat in mehreren Clubs und Bars auf.

Im Jahr 2000 zog Jamey Johnson nach Nashville, um seiner Karriere als Country Musiker den richtigen Schwung zu geben. 2002 veröffentlichte er im Eigenvertrieb sein erstes Album, "They Call Me Country". Während dieser Zeit traf er Buddy Cannon, der ihm zu einem Publishing-Vertrag verhalf. Das erste Lied, das Johnson schrieb und von einem renommierten Country-Sänger aufgenommen wurde, war "Honky Tonk Badonkadonk", gesungen von Trace Adkins. Den Song schrieb Johnson gemeinsam mit Dallas Davidson und Randy Houser.

Der Erfolg seiner geschriebenen Lieder verhalf ihm zu einem Plattenvertrag bei BNA Records (Sony Music) und 2005 erschien seine erste offizielle Single, "The Dollar". Das Lied schaffte es bis auf Platz 14 der Billboard Hot Country Songs Charts und das Album mit demselben Titel stieg bis auf Platz 20 der Billboard Country Album Charts. Die Nachfolgesingle, "Rebelicious", floppte aber komplett und stieg nicht einmal in die Charts ein. Daraufhin verlor Johnson seinen Plattenvertrag.

Der Verlust seines Plattenvertrages wirkte sich auch auf Johnson Privatleben aus und so folgte die Scheidung von seiner Frau. Der Country-Sänger zog in das Haus eines Freundes und konzentrierte sich auf das Songschreiben. Während dieser Zeit schrieb er viele Hits für andere Country-Sänger. So schrieb er zum Beispiel gemeinsam mit Bill Anderson und Buddy Cannon "Give It Away" für George Strait. Der Song wurde der 51. Nummer 1 Hits für Strait. 2007 schaffte Trace Adkins zwei weitere Charteinstiege mit Songs, an denen Jamey Johnson mitgeschrieben hatte:  "Ladies Love Country Boys" und "I Got My Game On". Im selben Jahr veröffentlichte Joe Nichols "Another Side of You".
 
Am 14. September 2007 ging die Fernsehserie "Nashville" bei dem amerikanischen Fernsehsender auf Sendung. Jamey Johnson übernahm in der Reality TV/Soap Opera-Serie eine Rolle. Am 21. September flimmerte die zweite- und zugleich letzte Folge über die Bildschirme. Die Macher von Fox waren mit der Resonanz der Serie nicht zufrieden und schickten die Ausstrahlung zunächst  in eine Auszeit. Später entschieden sie sich, die Sendung ganz abzusetzen. Während dieser Zeit sprachen die Produzenten auch mit anderen Sendern, aber keine andere Fernsehstation zeigte wirkliches Interesse und so geriet die Serie schnell in Vergessenheit.

In der Hoffnung, dass die Serie seine Gesangskarriere ankurbeln könnte, veröffentlichte Johnson 2008 das Album "That Lonesome Song" im Eigenvertrieb. Die Songs waren zunächst nur digital erhältlich. Aber ein A&R von Mercury Records Nashville hörte das Album und bot Jamey Johnson einen Plattenvertrag an. So erschien im März 2008 die Single "In Color". Der Song schaffte es bis auf Platz 9 der Billboard Hot Country Songs Charts und wurde in den USA mit Gold, für 500.00 digitale Downloads, ausgezeichnet. Bei beiden wichtigen Organisationen, Country Music Association (CMA) und Academy of Country Music (ACM), gewann der Song die Auszeichnung als Song des Jahres. Im August 2008 folgte dann die Veröffentlichung des Albums, das bis auf Platz 6 der Billboard Country Album Charts stieg und mittlerweile mit Platin, für eine Million verkaufte Tonträger, ausgezeichnet wurde.  Die zweite Single-Auskopplung, "High Cost of Living", war nicht mehr so erfolgreich, aber diesmal hielt sein Plattenlabel an Johnson fest.

2009 nahm er gemeinsam mit Cledus T. Judd und Terry Eldredge die Parodie "(If I Had) Kellie Pickler's Boobs" für das Album "Polyrically Uncorrect" auf.

Die erste Single aus dem 2010er Album "The Guitar Song", "My Way to You", spielte in den Charts keine besonders große Rolle. Auch die zweite Single, "Playing the Part", war nicht wirklich erfolgreich, dennoch machte der Song auf sich aufmerksam, da der Schauspieler Matthew McConaughey in dem dazugehörigen Musikvideo die Rolle eines tanzenden Gorillas übernahm. Das Album selbst war sehr erfolgreich und stieg auf Platz 1 der Billboard Country Album Charts ein und wurde bei den 53. Jährlichen Grammy Awards als bestes Country Album nominiert.

Außerdem sang er, gemeinsam mit Miranda Lambert, bei dem Dierks Bentley Lied "Bad Angel" auf dessem "Up On The Ridge" Bluegrass-Album mit. Offensichtlich findet Johnson Gefallen an Duetten und so hat er noch auf vielen verschiedenen Alben von Country-Künstlern mitgesungen. So zum Beispiel gleich zweimal bei Willie Nelsons "Heroes", "Roll Me Up" (mit Snoop Dogg, Kris Kristofferson) und "Hero" (mit Billy Joe Shaver), auf Billy Ray Cyrus' "I'm American" bei "Some Gave All" (mit Craig Morgan und Darryl Worley) sowie auf Sammy Kershaws "Better Than I Used to Be" bei "The Cover of The Rolling Stone".
  
2012 ging dann das Lied "Living for a Song" an die Country-Radios. Es sollte der Vorbote für das neue Album "Living for a Song: A Tribute to Hank Cochran" sein. Während sich die Single nicht platzieren konnte, stieg das Album auf Platz 3 der Billboard Country Album und auf Platz 5 der Billboard Top 200 Charts (alle Genres) ein. Neben Jamey Johnson sind auf dem Album unter anderem auch Ray Price, Willie Nelson, Alison Krauss, Emmylou Harris, Elvis Costello, George Strait, Vince Gill und Merle Haggard zu hören.

  • Discografie

  • DVD

  • Charts (Album)

  • Charts (Single)

  • Film- und TV-Auftritte

Cover Jahr Album
Anmerkung

Cover 2012 Living for a Song: A Tribute to Hank Cochran (Mercury) CD Besprechung

Cover 2010 The Guitar Song (Mercury) CD Besprechung
Gold(USA)

Cover 2008 That Lonesome Song (Mercury) CD Besprechung
Platin(USA)

Cover 2006 The Dollar (BNA / Sony) CD Besprechung

Cover 2002 They Call Me Country (Eigenvertrieb)  

Cover Jahr Album
Anmerkung
       

Jahr Album Chart
Höchste Platzierung
2010 That Lonesome Song Top Pop Catalog 5
2010 The Dollar Top Pop Catalog 48
2010 The Guitar Song Country Albums 1
2010 The Guitar Song The Billboard 200 4
2010 The Guitar Song Top Digital Albums 6
2008 That Lonesome Song Country Albums 6
2008 That Lonesome Song The Billboard 200 28
2006 The Dollar Country Albums 20
2006 The Dollar The Billboard 200 87

Jahr Single Chart
Höchste Platzierung
2011 Heartache Hot Country Songs 51
2010 Playing The Part Hot Country Songs 39
2009 High Cost Of Living Country Singles 34
2008 In Color Country Singles 9
2008 In Color The Billboard Hot 100 52
2006 Dollar Country Singles 23
2005 The Dollar Country Singles 14

Jahr Rolle Film/Serie
2007 sich selbst Nashville
vgw
Musik von und mit Jamey Johnson
DVDs von und mit Jamey Johnson