
"A Grand Ole Opry Christmas" ist ein 2025er Weihnachtsfilm, der für den amerikanischen Hallmark Channel produziert wurde. Die Hauptrollen spielen Nikki DeLoach als Gentry und Kristoffer Polaha als ihr bester Freund Mac. Außerdem sind diverse Country-Künstler in Gastrollen zu sehen. Die Regie führte Clare Niederpruem.

Vor genau 100 Jahren gründetet sich die langlebigste Radioshow des amerikanischen Rundfunks: "Grand Ole Opry" ging das erste Mal am 5. Oktober 1925 aus Nashville über den Äther. Ab den Dreißigerjahren konnten die Live-Konzerte sogar in ganz Nordamerika empfangen werden und für jeden Country-Musiker war es der größte Traum, einmal dabei gewesen zu sein.
Anlässlich des Jubiläums ist nun der Fernsehfilm "A Grand Ole Opry Christmas" unter der Regie von Clare Niederpruem ("Weihnachten bei den Campbells") entstanden. Die romantische Komödie mit Mystery-Elementen versteht sich als Hommage an die Grand Ole Opry-Bühne, die für die Country Music so etwas wie ein spirituelles Zentrum geworden ist. Verknüpft wird Weihnachtsstimmung holt der Film gewiss jeden Fan ab.
Nachdem ihr Vater Jett Wade (Rob Mayes), ein erfolgreicher Country-Sänger, vor 30 Jahren auf tragische Weise gestorben ist, distanzierte sich auch Gentry Wade (Nikki DeLoach) von der Musik. Damit gab sie auch ihren Traum von einer Karriere als Songschreiberin auf.
Zum 100jährigen Jubiläum der Grand Ole Opry soll sie ihren Vater vertreten. Doch als sie sich auf einer alten Kirchenbank in der Konzerthalle setzt, passiert etwas Wundersames. Sie wird in die Vergangenheit versetzt und erlebt ihren Vater als jungen Mann, als er noch eng mit der Grand Ole Opry verbunden war.
Als sich Mac (Kristoffer Polaha), ein Manager der Country Music, in der Gegenwart auf der gleichen Bank setzt, passiert ihm das Gleiche. Er findet sich im Jahr 1995 in der Weihnachtszeit wieder und will Gentry helfen, auf ihren jungen Vater zuzugehen, ohne dass Jett erfährt, dass sie seine Tochter aus der Zukunft ist. Dabei kommen sich auch Meg und Gentry näher. Sie überwindet ihr Trauma und beendet nach so langer Zeit endlich den Country Song, den sie als Teenager begonnen hatte.
Gewiss will dieses Weihnachtsmärchen kein Zeitreise-Film sein, der eine annehmbare wissenschaftliche Erklärung abgeben will wie ähnlich gelagerte Klassiker von "Die Zeitmaschine" bis zu "Zurück in die Zukunft". Es wird noch nicht mal der Versuch unternommen, das mit Logik zu verstehen, sondern darf als christliches Wunder verstanden werden, dass eine Frau noch einmal auf ihren toten Vater treffen darf. Einen anspruchsvollen Plot voller Spannung und Action darf man also nicht erwarten. Hier dominieren die guten Gefühle einschließlich einer Romanze, die für den Fortgang der Handlung aber gar nicht gebraucht wird. Dass das in süßliche Gefilde führt, ist nur selbstverständlich.
Wem so viel Naivität nichts ausmacht, kann sich also ganz und gar einlullen lassen. Alle andere werden wohl schnell das Weite suchen. Aber was soll's, zu Weihnachten darf es auch mal kitschig sein, zumal der Film gar nicht den Anspruch verfolgt, ein filmisches Meisterwerk sein zu wollen, sondern sein Publikum ausschließlich auf der emotionalen Ebene begegnen zu wollen und Country Music dabei eine heilende Kraft zusprechen möchte.
Insofern fallen auch die schauspielerischen Leistungen von Nikki DeLoach ("Sweet Autum - Süßer Herbst"), Kristoffer Polaha ("Landman") und Rob Mayes ("Weihnachten in Alaska") eher bescheiden ausfallen. Sie treten nun mal hinter die Musik und der Strahl-Kraft der Grand Ole Opry-Bühne zurück.
Im Film treten etliche Künstler mit weihnachtlichen Songs auf. Dazu gehören unter anderem Brad Paisley mit "Leave the Lights on for Me" und "Falling Just Like Snow" aus seinem Weihnachtsalbum "Snow Globe Town" sowie Megan Moroney ("All I Want for Christmas is a Cowboy") und das Duo Tigirlily Gold ("Mistletoe Tipsy"). Bereichert wird der Soundtrack auch noch von Dolly Parton ("You Are My Christmas"), Drew Baldridge ("She's Somebody's Daughter") und Kaylin Robertson ("Christmas Without You"). Die Nähe zwischen Country Music und Weihnachten wirkt dabei nie konstruiert, sondern ergibt sich wie von selbst, wenn über Nostalgie, Emotionen und Historie gesungen wird.
Fazit: Insgesamt versteht sich "A Grand Ole Opry Christmas" als Liebeserklärung an die Country Music, um die Werte von Weihnachten hochzuhalten. Man darf dabei keine überraschende Wendungen oder filmische Raffinessen erwarten, sondern soll sich nur ganz guten Gefühlen hingeben.