Das zwei Mal 16 Tracks umfassende Album ist bei ATO Records erschienen. Produzent ist Randall Poster, der schon bei zahlreichen Filmproduktionen für die musikalische Untermalung verantwortlich war. Die historischen Stücke werden von dem Who is Who der amerikanischen Bluegrass- und Americana-Szene vorgetragen. Wie viel Mühe in dem Album steckt erkennt man schon an dem aufwändig gestalteten Booklet - mit historischen Fotos und Hintergrundinfos zu jedem Song.
Die Zeitreise beginnt auf der ersten CD mit "Take Your Gun and Go, John". Loretta Lynn singt und Bryan Sutton begleitet sie mit dem Banjo. Eine Fiddle steigt dazu ein. Banjo und Fiddle sorgen dann auch auf dem gesamten Album für das historische Flair - wir befinden uns schließlich im Amerika der 1860er. Allesamt drücken die überwiegend balladesken Lieder natürlich Gefühle aus, die so ein Krieg mit sich bringt: die Sehnsucht nach der Daheimgebliebenen (Del McCoury in "Lorena") oder - natürlich - auch Pathos wie im getragenen "Dear Old Flag", interpretiert von Vince Gill. Für Heimweh der besonderen Art sorgen Dirk Powell und Steve Earle in dem berühmten Song "Just Before The Battle, Mother/Farewell, Mother". Vor allem Steve Earles’ raue, kehlige Stimme kommt hier voll zur Geltung.
Die abwechslungsreiche Zusammenstellung der Songs wird bei "Listen to The Mockingbird" deutlich. Dieser Song hat primär nichts mit dem Krieg zu tun, gilt aber als eines der Lieblingslieder von Abe Lincoln. Kann man gut verstehen. Vor allem in der Version von Stuart Duncan an der Fiddle und mit der großen Dolly Parton hinter dem Mikrofon.
War die erste CD eher den Nordstaaten gewidmet, meldet sich auf der zweiten, angefangen mit dem düsteren "Rebel Soldier", Good Ole Dixie zu Wort. Langgehaltene Mundharmonika- und Fiddle-Passagen begleiten den Gesang von Jamey Johnson. Gleich im Anschluss folgt Lee Ann Womack mit dem ruhigen, aber weitaus helleren "Legend of The Rebel Soldier" - einem Song über gefangen genommene Südstaatler, die ihr trautes Dixieland vermissen.
"Dixie": Es gibt wohl kein anderes Lied, das mehr für den Alten Süden steht. Doch mit den zarten Stimmen von Karen Elson und den Secret Sisters bekommt die angestaubte Hymne einen ganz neuen Glanz. Eine bluesige Abwechslung auf dem Album bietet der Titel "Down By The Riverside". Den ursprünglichen Gospel-Song trägt Taj Mahal mit seiner prächtig knarzigen Stimme vor.
Die CD schließt mit dem verträumten "Beautiful Dreamer" - ein letztes eindrucksvolles Vermächtnis des im August 2013 verstorbenen "Cowboy" Jack Clement.
Fazit: "Divided & United" mag für amerikanische Hörer musikalische Vergangenheitsbewältigung sein. Für alle anderen bietet die Doppel-CD hochkarätigen Bluegrass und Americana - präsentiert von der Crème de la Crème des Genres.












