CD Cover: Lucinda Williams - This Sweet Old World

Mit "This Sweet Old World" veröffentlicht Lucinda Williams eine Neuinterpretation ihres Albums "Sweet Old World".

Genau 25 Jahre ist es her, da veröffentlichte Lucinda Williams ihr Album "Sweet Old World". Es war das letzte Album vor ihrem großen Durchbruch. Denn obwohl die mittlerweile 64-Jährige schon 1979 ihren ersten Longplayer veröffentlichte, kam ihr großer Durchbruch erst 1998 mit "Car Wheels on a Gravel Road". Es ist sicherlich kein Zufall, dass Williams sich mit "This Sweet Old World" nun jenes letzte Album vor ihrem Durchbruch heraussuchte, um es einer Frischzellenkur zu unterziehen.

sagte, sie wollte den Liedern, welche ihr viel bedeuten, an die Zeit anpassen und einfach mehr aus ihnen herausholen. Dies ist ihr mit "This Sweet Old World" nicht nur gelungen, sie hat sogar fünf weitere Songs mit auf das Album gepackt. Dafür wurde "He Never Got Enough Love" von der Playlist gestrichen. Insgesamt warten also 16 Tracks darauf, (neu) erkundet zu werden.

Weniger frech, mehr Melancholie

Auffällig ist der fast durchweg melancholische Unterton der neu aufgelegten Lieder. Lucinda Williams war noch nie eine wirkliche Rock-Röhre und bestach auch in der Vergangenheit hauptsächlich durch ruhige Klänge. Dafür mischte sie schon immer Country Music mit Soul, Folk und Gospel, wie CountryMusicNews.de auch bei ihrem vorletzten Album auffiel. Jetzt geht sie allerdings noch einen Schritt weiter.

Exemplarisch dafür ist der Opener "Six Blocks Away". Der Song steht in Sachen Geschwindigkeit und Beat dem Original von 1992 in nichts nach. Es ist Williams Stimme, die der Neuauflage die Melancholie einflößt. Und ihr damit den frechen Ton des Originals nimmt. Die neue Stimmung verdirbt dem Track allerdings nicht die Qualität. Noch immer handelt es sich dabei um ein wunderschönes Lied. Und noch dazu ist es fast anderthalb Minuten länger. Übrigens: Fast alle Titel sind um einiges Länger, als die Originale.

"This Sweet Old World" profitiert von den neuen Titeln

Die fünf neuen Songs "Drivin' Down A Dead End Street", "Factory Blues", "What You Don’t Know", "Wild and Blue" und "Dark Side of Life" fügen sich gut in das restliche Album ein und geben ihm einfach etwas mehr "Fleisch" als es das Original von 1992 hatte. Wobei nicht alle Stücke völlig neu sind. "Factory Blues" beispielsweise ist eine Neuauflage des 1989 in Eindhoven gespielten Songs von Williams. "Wild and Blue" ist ein Cover des gleichnamigen Liedes von John Anderson und "Dark Side of Life" erschien von Williams erstmals 1988 auf der Liedersammlung "A Town South Of Bakersfield, Volume 2."

Die neuaufgelegte Melancholie - Schwermut möchte man in diesem Zusammenhang gar nicht sagen, da das Wort so negativ besetzt ist - tut "This Sweet Old World" erstaunlich gut, wodurch sich das ganze Album wunderbar zu ruhigen Abenden mit Wein und tiefgründigen Gesprächen eignet. Zu den Texten muss nicht mehr viel gesagt werden. Williams wurde 2015 vom Rolling Stone Magazine unter die besten 100 Songwriter aller Zeiten gewählt. Eine Ehrung die es trifft.

Fazit: Lucinda Williams ist mit "This Sweet Old World" eine wunderbar melancholische Neuauflage gelungen.

Label: Highway 20 / 30 Tigers (Alive) VÖ: 20. Oktober 2017
01 Six Blocks Away
02 Prove My Love
03 Something About What Happens When We Talk
04 Memphis Pearl
05 Sidewalks of the City
06 Sweet Old World
07 Little Angel, Little Brother
08 Pineola
09 Lines Around Your Eyes
10 Drivin' Down a Dead End Street
11 Hot Blood
12 Which Will
13 Factory Blues (Bonustrack)
14 What You Don't Know (Bonustrack)
15 Wild and Blue (Bonustrack)
16 Dark Side of Life (Bonustrack)

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