Zum Jahrestag des Todes von John Denver ehren diverse Künstler den Ausnahme Sänger
Gut 15 Jahre ist es her, dass John Denver mit seinem Flugzeug abgestürzt ist. Eineinhalb Jahrzehnte. Eine lange Zeit, um seinen musikalischen Nachlass wirken zu lassen. Und siehe da: Auf einmal ist John Denver irgendwie cool und credibel, seine Songs - welch Wunder - haben Charme, Atmosphäre und natürlich: diese unglaublich eingängigen Melodien.
Welchen Stellenwert der zu früh Verstorbene heute in anspruchsvollen Songschreiber-Kreisen besitzt, veranschaulicht dieses Tribute: Bei "The Music Is You: A Tribute to John Denver" macht sich eine illustre Schar an Folk- , Alternative-Country- und Americana-Acts an sein Erbe. Herausgekommen ist dabei ein grandioses und abwechslungsreiches Album mit 16 herrlichen Interpretationen von 16 nicht minder herrlichen Songs.
Den Auftakt macht gleich mal seine persönliche Hymne. Ein Song voller Tragik, zumal sich "Leaving On A Jetplane" ja mehr oder weniger für ihn bewahrheitet hat - auch wenn er mit einem kleinen Leichtflugzeug abgestürzt und für immer gegangen ist. My Morning Jacket haben sich dieses Denkmal vorgenommen, es entstaubt, vom Patina befreit und das harmonische Knochengerüst dieser wundervollen Ode frei gelegt. In ihrer Version klingt es rauer, weniger sentimental, nie gefühlig - aber auch nicht weniger ergreifend. Ein Einstieg nach Maß. Man ist auf die nachfolgenden Tracks gespannt.
Auch die enttäuschen nicht, auch sie überraschen: Dave Matthews rockt mit "Take Me To Tomorrow", Kathleen Edwards bleibt bei "All of My Memories" ganz im Folk, J Mascis & Sharon Van Etten drehen bei "Prisoners" etwas zu laut auf, Train> finden bei "Sunshine On My Shoulders" das richtige Maß. Auch weil sich Train demütig zurücknehmen und uneitel die Melodie wirken lassen. Es ist: eine Melodie für die Ewigkeit. Nicht die einzige dieser CD natürlich. Man nehme nur das grandiose "I Guess He'd Rather Be in Colorado" kunstvoll und betörend einfühlsam interpretiert von Mary Chapin Carpenter - ein Highlight der CD. Oder "Back Home Again", das die fintenreichen Burschen von Old Crow Medicine Show in einen Bluegrass-Knaller verwandeln. Oder das zeitlos hübsche "Annie's Song" von Brett Dennen & Milow. Der Track übersteht nicht nur jeden Test-of-Time - die Harmoniefolgen sind auch so etwas wie die Blaupause für alle Denver-Kompositionen. In "Darcy Farrow" - von Josh Ritter & Barnstar urig im Bluegrass-Outfit kredenzt - schimmert es unüberhörbar durch. Perfektioniert hat Denver diesen eigentümlichen Mix aus Fernweh, Liebesleid und purer Euphorie natürlich in "Rocky Mountain High" (die offizielle Staatshymne von Colorado) und "Take Me Home, Country Roads". Allen Stone, beziehungsweise Brandi Carille & Emmylou Harris präsentieren diese Song-Ikonen mit angerauten Stimmen und robusten Arrangements. Letztlich aber bleiben auch sie nur Dienerinnen dieser wundervollen Melodien.
Fazit: John Denver war ein grandioser Song-Schmied. Eine illustre Runde an Feuilleton-Lieblingen rollt ihm postum den roten Teppich aus.











