CD Cover Willie Nelson - Outlaws And Angels
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Seit den All-Star-Feierlichkeit zu seinem 70.Geburtstag ist es eine liebgewonnene Tradition gewonnen: Alle Jahre wieder lädt Willie Nelson, die gute Seele des Country, Freunde und Kollegen zu einem gemeinsamen Konzert. Dann setzt er den Cowboyhut auf (statt nur das Bandanatuch umzubinden), schnallt die völlig zerrockte Nylonsaitengitarre um, die mit dem in den Korpus geschraddelten Loch, und freut sich über seine Kollegen: Solche, die ihn verehren (Toby Keith, Ben Harper, Kid Rock), solche, die er verehrt (Bob Dylan, Al Green, Merle Haggard, Jerry Lee Lewis). Dazu solche, die man einfach immer gerne dabei hat, wie den herrlich knittrigen Keith Richards. Und natürlich pflegt Willie Nelson auch bei dieser Gelegenheit seine Vorliebe für einfühlsame Duette mit den schönsten und besten Sängerinnen des Country: Shelby Lynne, Rickie Lee Jones, Lucinda Williams, Carole King und Lee Ann Womack. Im Mai 2004 stand er unter dem Motto "Willie Nelson & Friends - Outlaws And Angels" auf der Bühne des Wiltern. Für all die, die nicht dabei sein konnten, gibt es zumindest 19 Tracks des Abends auf CD gleichen Titels.

Gleich zwei Bands begleiten den Meister. Die "Houseband" mit komplettem Bläsersatz, stimmgewaltigem Backgroundchor und Legenden wie Greg Leisz an der Pedal-Steel-Gitarre, Ivan Neville am Piano, Jim Keltner an den Drums und Nils Lofgren an der Gitarre. Und die kleine "Family Band", für die intimeren Momente. Allesamt exzellente Musiker, lupenreinen Sound und Perfektionismus sollte man dennoch nicht erwarten: "Willie Nelson & Friends - Outlaws and Angels" umweht immer der Charme des Spontanen, des Unperfekten. Und das ist auch gut so. Da darf Carole King bei "Will You Still Love Me" auch schon mal etwas heiser neben dem Ton agieren - man freut sich dennoch über das Wiederhören. Da ist auch Zeit für Ausflüge fern des Country: Gleich zwei Songs ("Still Is Still Moving To Me" und "Pressure Drop") singt Nelson mit Toots Hibbert. Vom Ansager zu recht eingeführt als "der Mann, der das Wort 'Reggae' erfand - und ihm den Soul beibrachte."

Aber egal ob mit jungen Wilden wie Ben Harper, Toby Keith und Los Lonely Boys oder altgewordenen Wilden wie Jerry Lee Lewis, Al Green und Keith Richard: Willie Nelson ist bei aller Bescheidenheit nicht nur der Gastgeber, er ist der Fels in der Brandung, von der Musik umtobt, wenn Ben Harper seine Slide-Gitarre zum durchgeknallten "Midnight Rider" werden lässt. Andere singen sich die Seele aus dem Hals, Nelson knödelt seine Zeilen seelenvoll ins Chaos um ihn herum. Wie erwähnt, am wohlsten scheint er sich im gemischten Doppel zu fühlen, sprich im Duett mit einer Dame: Er singt die zärtlich angejazzten Songs "Stormy Monday" mit Shelby Lynne, "I'll Never Be Free" mit Lee Ann Womack und "Comes Love" mit der unverwechselbaren Rickie Lee Jones. Oder das wundervolle "Overtime" mit Lucinda Williams. Doch auch den Rock'n'Roll-Rebellen Keith Richards zähmt er bei der Ballade "We Had It All". Aber er kann auch mit den Kumpels richtig einen drauf machen: "Whole Lotta Shakin' Going On" wird seinem Namen mehr als gerecht, wenn der Rock'n'Rollklassiker von Willie Nelson & Friends interpretiert wird: Mit freundlicher Unterstützung von Keith Richards, Merle Haggard, Kid Rock und Jerry Lee Lewis.

Fazit: Willie Nelsons traditioneller All-Star-Abend war auch dieses Jahr wieder a night to remember. "Willie Nelson & Friends - Outlaws And Angels": Satte 19 Songs in 70-Minuten für all jene, die nicht dabei sein konnten.

Label: Lost Highway (Universal) VÖ: 21. September 2004


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