The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill

The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill

"The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill" ist ein US-amerikanischer Western-Thriller aus dem Jahr 2024 unter der Regie von Elliott Lester und nach einem Drehbuch von Chris Kelley. Der Film ist eine Verfilmung des Romans von Joe R. Lansdale aus dem Jahr 2014. Darsteller sind Peter Dinklage, Juliette Lewis, Esmé Creed-Miles, Levon Hawke, Andrew Schulz, James Hetfield, Leslie Grace und Gbenga Akinnagbe.

 

"The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill" – Spätwestern mit Peter Dinklage und Juliette Lewis

Echte Western schaffen es nur noch selten auf die große Leinwand. Schuld daran mag auch Kevin Costners letztjähriger Flop mit "Horizon: Eine amerikanische Saga - Kapitel 1" sein. Der Starttermin für die bereits fertiggestellte Fortsetzung scheint auf unbestimmte Zeit verschoben zu sein. Immerhin kam "Rust - Legende des Westens" im Frühjahr ins Kino, vielleicht auch nur, weil er durch einen tödlichen Zwischenfall während des Drehs (Alec Baldwin erschoss mit einer Requisiten-Waffe, die versehentlich mit echter Munition geladen war, unbeabsichtigt Kamerafrau Halyna Hutchins) in die Schlagzeilen kam.

Nun wagt sich Regisseur Elliott Lester ("Vendetta: Alles was ihm blieb war Rache") in den Wilden Westen und erzählt eine typische Genre-Geschichte über Banditen und einem Kopfgeldjäger. Mit Peter Dinklage ("Die Tribute von Panem - The Ballad of Songbirds and Snakes") und Juliette Lewis ("Gilbert Grape - Irgendwo in Idaho") kann Lester immerhin auf zwei Darsteller mit Starpotential setzen. "The Thicket" ("Das Dickicht") kommt aber nicht etwa ins Kino, sondern ist auf DVD, Blu-ray und als Stream käuflich zu erwerben.

Selbstmordkommando im Dickicht

Nachdem ihre Eltern an den Pocken gestorben sind, übernimmt ihre Großvater Caleb Parker (Guy Sprung) die Verantwortung für die Geschwister Lula (Esmé Creed-Miles) und Jack (Levon Hawke). Der Prediger will die beiden zur Verwandten nach Kansas bringen.

Unterwegs werden sie jedoch von der berüchtigten Bande der Gesetzlosen Cut Throat Bill (Juliette Lewis) überfallen. Caleb stirbt, Lula wird entführt und der totgeglaubte Jack zurückgelassen. Als der Junge wieder zu Bewusstsein kommt, hat er nur noch einen Gedanken: Er will seine Schwester retten und an Cut Throat Bill Rache üben. Dafür braucht er Hilfe und trifft auf den kleinwüchsigen Kopfgeldjäger Reginald Jones (Peter Dinklage) und dessen Partner Eustace Howard (Gbenga Akinnagbe), einem früheren Sklaven.

Jones geht es dabei aber nur um das Kopfgeld. Ihre Jagd nach Cut Throat Bill führt sie in eine menschenfeindliche Gegend, die als "The Thicket" verrufen ist. Hier soll sich die Bande versteckt halten. Aber der Kampf verlangt etliche Todesopfer.

"The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill" - Erbarmungslos, brutal und düster

Nach dem Roman von Joe R. Lansdale wird eine ungeschönte Geschichte zur Jahrhundertwende in Texas erzählt. Obwohl sich der Fortschritt bereits mit motorisierten Vehikeln ankündigt, herrschen weiterhin Gesetzlosigkeit und Unordnung. Demensprechend ist das Stimmungsbild kalt, dunkel und lieblos.

Hier vertraut keiner dem anderen, und nur, wer sich selber helfen kann, überlebt. Kameramann Guillermo Garza fängt eindrucksvolle Schneelandschaften ein, wie man sie nur aus wenigen Western kennt wie etwa "Missouri", "Jeremiah Johnson" und "The Hateful Eight". Visuell hat "The Thicket" also einiges zu bieten, erzählerisch entscheidet er sich aber eher für ein langsameres Tempo, gewiss auch um atmosphärische Wirkung zu erzielen, die das Publikum zwingt, sich auf die Figuren zu konzentrieren, die im Laufe der Handlung noch an Tiefe gewinnen. So erfahren wir, warum Reginald Jones zum Kopfgeldjäger und Cut Throat Bill zur Banditin wurden. Hier bricht der Film gewaltig mit genretypischen Klischees beziehungsweise dreht sie um, denn dass der Revolverheld kleinwüchsig und das Böse in der Gestalt einer Frau auftritt ist absolut ungewöhnlich. Dinklage versteht es auch diesmal wieder, mit großer Präsenz die Sympathien des Publikums zu gewinnen, während Lewis als entstellte Mörderin Mut zur Hässlichkeit beweist.

Showdown im Schnee

Im letzten Drittel des Films geht es besonders brutal zur Sache und damit kommen endlich auch Actionfreunde auf ihre Kosten. Da gibt es die für jeden Western verpflichtende Schießereien, Pferderitts und Nahkämpfe - immer mit dem Anspruch, möglichst authentisch zu wirken, was viel Gewalt mit sich bringt.

Das Leben im Wilden Westen war kein Zuckerschlecken. Nichtsdestotrotz hätte man mehr aus dem Plot herausholen können. Er ist streckenweise zu vorhersehbar, vielleicht auch weil Rache als Motivation in Spätwestern wie Clint Eastwoods "Erbarmungslos" oder "True Grit" von den Coen-Brothers nichts mehr Neues bieten kann, sondern doch nur auf gewohnten Pfaden wandelt.

Fazit: The Thicket - Jagd auf Cut Throat Bill" ist ein solider Western, der sich vor allem an Genre-Fans richtet. Die Handlung ist nicht besonders innovativ, bietet aber ein Ende, dass man nicht unbedingt erwartet. Die stimmungsvolle Ästhetik und das gute Spiel von Juliette Lewis und Peter Dinklage sorgen dafür, dass das Interesse nicht abebbt.

 
vgw
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