Jason Aldean - Macon

CD Cover: Jason Aldean - Macon

Country-Superstar Jason Aldean veröffentlicht zwei Jahre nach seinem letzten Album "Macon" und bietet erneut Charts-Futter vom Feinsten

Falls es möglich ist, aufkommende Hits zu wetten, dürften die Quoten für "Macon" - Jason Aldeans neues Album - nicht sehr hoch sein. Denn: Alles andere als Nummer eins in den Country-Charts wäre fast schon ein Skandal. Wir erinnern uns: Seit Aldean 2010 "My Kinda Party" unter's Country-Volk gebracht hat, setzte es schließlich nur noch Nummer-Eins-Alben. Sechs hintereinander. Ein doppelter Hattrick. Noch imposanter wird die Leistung, wenn man bedenkt, dass von diesem halben Dutzend Aldean-Longplayer vier davon ebenfalls die Spitze der amerikanischen Pop-Charts erklommen haben, die anderen zwei landeten auf Platz zwei. Kurz: mehr Superstar geht eigentlich nicht.

"Macon" - ein sicherer Tipp für die nächste Nummer eins

Doch auch dort, wo die Luft in den höchsten Star-Regionen sehr dünn ist, hat man es immer noch mit Menschen zu tun. Mit Menschen, aus Fleisch und Blut. Auch sie haben Sorgen und Ängste (vielleicht sogar größere als wir Normalsterblichen), auch sie haben Wünsche, Ziele und Emotionen. Ein bestimmtes Gefühl war offenbar jetzt Triebfeder für Jason Aldeans neues Album "Macon". Wer den Geografie-Unterricht nicht durchgeschlafen hat, weiß, dass es sich bei Macon um eine Stadt in den amerikanischen Südstaaten handelt. Genauer gesagt: um eine Regional-Metropole in Georgia. Hier, in diesem rund 150.000 Einwohner zählenden Ort ist der Sänger und Songschreiber aufgewachsen. Hier hat er als Dreijähriger erleben müssen, wie sich seine Eltern trennten und hier absolvierte er als 14-Jähriger seinen ersten Auftritt. Kein Wunder, dass er dieser Stadt nun ein ganzes Album widmet: "Macon" bietet zehn neue Tracks sowie fünf ältere Hits in Live-Versionen als Draufgabe.

Natürlich kann man nicht zwangsweise jeden der zehn neuen Tracks mit Aldeans Heimatstadt in Verbindung bringen. Einige aber ganz sicher. Beispielsweise das eingängig rockende, im gemäßigten Tempo angelegte und mit hippen Sounds versehene "Small Town Small" oder die großartig entworfene, mit herrlichen Harmonien versehene Drinkin'-Ballade "That's What Tequila Does" - eine mit brennendem Herzen erzählte Suff- und Liebeskummer-Geschichte. Wie es scheint, verbindet Jason Aldean mit seiner Geburtsstadt ohnehin vor allem zwei Dinge: Drinks und Liebe. Zur ersteren Kategorie gehört das von einer erstklassigen Slide-Gitarre geprägte und gefühlvoll gerockte "This Bar Don't Work Anymore" und das behäbig angelegte "Story For Another Glass". Bei der "Story" in dem Herrengespräch handelt es sich - natürlich - um Aldeans neue Flamme. Ein hübscher, gefälliger und dazu auffallend romantischer Song.

Die Romantik scheint bei dem stets ziemlich grimmig in Kameras blickenden Country-Raubein ein ausgeprägter Charakterzug zu sein. Immerhin thematisiert im Verlauf von "Macon" gleich mehrfach seine Herzensangelegenheiten: mal etwas leidend im strammen Opener "After You" und in der nachfolgenden, mit pop-tauglichen Sounds aufgemöbelten Power-Ballade "Over You Again", mal euphorisch, wie in dem bluesigen, sparsam arrangierten "Watching You Love Me" (ein Highlight!) und mal über beide Ohren verliebt, in dem - ganz auf Hit gepolten - Duett mit Carrie Underwood "If I Didn't Love You".

Da er schon mal auf Wolke Sieben schwebt, bleibt er da noch ganz gerne - und serviert mit "Heaven" eine himmlische Version des mittlerweile 38 Jahre alten Bryan-Adams-Klassikers. Klar, das ist Mainstream-Rock, selbst wenn sich ins Klang-Korsett ein paar Country-Tupfer mogeln. Vor allem aber ist es ein starker Song mit starker Melodie, vorgetragen von einem immens starken Jason Aldean. Kann man machen. Lässt sich gut hören.

Jason Aldean about "Macon" review on CountryMusicNews.de

Jason Aldean: romantisches Country-Raubein

Als Draufgabe zu den zehn neuen, erneut von Michael Knox produzierten Titeln, spendiert der 44-jährige Superstar seinen Fans noch fünf Live-Versionen älterer Hits. "Amarillo Sky" (Live from Nashville), "Johnny Cash" (Live from Los Angeles), "She's Country" (Live from Las Vegas), "Big Green Tractor" (Live from Dallas) und - sein Türöffner zum Country-Olymp aus dem Jahr 2010 - "My Kinda Party" (Live from St. Louis). Über die Songs muss man kein Wort mehr verlieren, gehören sie doch längst zur modernen Country-Literatur. Dafür aber muss man die Performance des Musikers und seiner Band würdigen: hier geht die Post richtig ab. Klasse gespielt, toller Sound und ein Frontman und Entertainer, der nicht umsonst drei Mal als "ACM Entertainer des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Fazit: Jason Aldean hat auf "Macon" mal wieder alles richtig gemacht: ein Album ohne Durchhänger - dafür mit jeder Menge Hitpotential.

Label: Broken Bow / BMG (Warner) VÖ: 12. November 2021
01 After You
02 Over You Again
03 That's What Tequila Does
04 Small Town Small
05 If I Didn't Love You (mit Carrie Underwood)
06 Story For Another Glass
07 Heaven
08 This Bar Don't Work Anymore
09 The Sad Songs
10 Watching You Love Me
11 Amarillo Sky (Live from Nashville, TN)
12 Johnny Cash (Live from Los Angeles, CA)
13 She's Country (Live from Las Vegas, NV)
14 Big Green Tractor (Live from Dallas, TX)
15 My Kinda Party (Live from St. Louis, MO)

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Joschis Avatar
Joschi antwortete auf das Thema: #59108 1 Woche 6 Tage her
"Denn: Alles andere als Nummer eins in den Country-Charts wäre fast schon ein Skandal."

Also da bin ich mal gespannt ob es überhaupt noch einer schafft Morgan Wallen mit seinem "Dangerous: The Double Album" von der Nr. 1 zu verdrängen, schließlich haben es Lady A. und The Zac Brown Band nicht geschafft, Jason hätte aber gute Chancen.

Was hier nicht erwähnt wurde, obwohl es ja bei "Neuerscheinungen" steht, ist das es sich hierbei um ein Doppelalbum handelt. Der 2. Teil erscheint am 22.04.2022 und heißt "Georgia".

HIer die Songliste:
01. “Whiskey Me Away”
02. “Trouble With A Heartbreak”
03. “The State I’m In”
04. “Midnight And Missin’ You”
05. “Ain’t Enough Cowboy”
06. “God Made Airplanes”
07. “My Weakness”
08. “Holy Water”
09. “Rock And Roll Cowboy”
10. “Your Mama”
11. “Take a Little Ride” (Live from Las Vegas, NV)
12. “Burnin’ It Down” (Live from St. Louis, MO)
13. “Any Ol’ Barstool” (Live from Knoxville, TN)
14. “Rearview Town” (Live from St. Louis, MO)
15. “Blame It On You” (Live from Manchester, TN)

Weiß jemand ob man dann die 2. CD extra kaufen kann oder ob muss man dann auch den ersten Teil mitkaufen?!?
Southern Mikes Avatar
Southern Mike antwortete auf das Thema: #59112 3 Tage 20 Stunden her
Hallo Joschi,

ja auch ich mag den Jungen aus Georgia ganz gerne weil er etwas anderes in die Country Musik bring. Ich bin allerdings der Meinung dass die Qualität der Live Songs auf diesem Album ziemlich daneben liegen. Vom Gesang und von der Aufnahmequalität. Aus diesem Grund bin auch ich gespannt ob die Nachfolge mit der 2. CD besser wird. Ich werde sie mir jedenfalls mal reinziehen, denn der Junge ist eben anders.

Grüße aus dem Schnee
Southern Mike