Elvis Presley - Elvis: Back in Nashville

CD Cover: Elvis Presley - Elvis: Back in Nashville
 

Das Box-Set "Elvis: Back in Nashville" gibt es mit vier CDs oder zwei Vinyls

Elvis pur: Auf "Elvis Presley: Back to Nashville" ist auf vier CDs der King des Rock 'n' Roll ohne großes Sound-Schnickschnack und ohne aufwändige Overdubs zu hören. Eine hübsch ausgestattete Box, die unter jedem Weihnachtsbaum eine gute Figur machen sollte.

Ende 2020, ziemlich genau um diese Zeit, wurde "From Elvis in Nashville" veröffentlicht. Wir waren von dem Box-Set ziemlich begeistert. Gelinde gesagt. Jedenfalls kürten wir die liebevoll gestaltete Erinnerung an die legendären Nashville-Sessions mit - das kommt nicht so oft vor - voller Punktzahl. Die 5-Sterne-Dokumentation gilt schließlich als komplettes Tondokument jener Marathon-Sessions aus dem Jahr 1970. Ein Jahr später zog es den König von Memphis erneut in die Country-Metropole um sich gemeinsam mit seiner Band und verschiedenen Background-Sänger/innen durch ein vielfältiges Repertoire zu singen - von Rock 'n' Roll, Country und Country-Pop über Gospel und Christmas-Songs bis hin zu zeitgenössischen Pop-Tracks. Letztendlich aber erbitten sich Genre-Bezeichnungen freilich bei ihm, er war - und für viele ist er es noch heute - der King, der König, der noch jeden Song in seinen Hofstaat aufnimmt.

Seine letzten Sessions in Nashville: "Elvis Presley: Back to Nashville"

Das Box-Set deutet aber auch an, unter welchem künstlerischen Druck Elvis Presley stand. Er musste liefern. Qualität und Quantität. So buchten seine Plattenfirma RCA, Manager Colonel Parker und sein Musikkoordinator und Produzent Felton Jarvis ab dem 15. März 1971 für eine ganze Woche das RCA-Studio in Nashvilles Music Row. Gemeinsam mit seiner Band, mit der er schon ein Jahr zuvor in Nashville zu Gast war, waren täglich bis tief in die Nacht dauernde Sessions angesetzt. Zeit ist Geld. Und Studiozeit ein kostbares Gut. Zumal Elvis zu dieser Zeit wieder einen vollen Tour-Terminkalender abzuarbeiten hatte. Also hieß es: so viel Material in dieser Woche aufnehmen, wie nur irgendwie möglich. Material für: ein Weihnachts-, Gospel- und Pop-Album, sowie ein paar Zwischendurch-Singles. Das Ergebnis dieses straffen Anforderungskataloges liegt nun in der 4-CD-Box "Elvis Presley: Back to Nashville" vor.

In den nachfolgenden Jahren wurde das im März 1971 aufgenommene Material verwertet. Viele der da aufgenommenen Tracks landeten auf "Elvis sings the Wonderful World of Christmas" (erschienenen im gleichen Jahr), "Elvis Now" (1972) und "Elvis" (1973). Auffallend bei den Aufnahmen ist der musikalische Einfluss seiner damals neuen Rhythmusgruppe. Norbert Putnam am Bass, Jerry Carrigan am Schlagzeug sowie Pianist David Briggs - das groovende Rückgrat der "Nashville Cats" - haben als Muscle Shoals-Veteranen dazu beigetragen, dass in den Country-Sound verstärkt Soul- und R&B-Elemente einflossen. Gemeinsam mit Session-Gitarrist Chip Young, Multiinstrumentalist Charlie McCoy und Elvis' getreuer Bandleader, James Burton an der Gitarre, kreierten sie einen unwiderstehlichen Sound.

Er war der King des Rock 'n' Roll - und dazu ein echter Countryman: Elvis Presley

Die vier CDs von "Elvis Presley: Back to Nashville" sind thematisch aufgesplittet. CD-Nummer 1 zeigt den König des Rock 'n' Roll von seiner Country- und Folk-Seite, unter anderem mit Songs aus der Feder von Kris Kristofferson, Buffy Sainte-Marie und Bob Dylan. Dazu kommen Interpretationen von damals angesagten Hits wie "Padre", "It's Only Love" und der Frank Sinatra-Klassiker "My Way" und "Fools Rush In Where Angels Fear to Tread".

CD 2 hält 25 Gospel- und Christmas-Songs wie "Silver Bells", "Winter Wonderland" und "The First Noel" bereit.

CD 3 bietet mit zum Teil epischen Interpretationen von Rock 'n' Roll-Hits wie "Johnny B. Goode" sowie von Beat- und Pop-Songs à la "Lady Madonna" (Beatles), "Early Morning Rain" (Gordon Lightfoot), "Don't Think Twice It's Alright" (Bob Dylan) erstaunliche Hörerfahrungen. Keine Frage, das Filetstück der Box.

CD 4 hingegen hält 20 Outtakes der Gospel- und Christmas-Songs bereit. Dennoch sollte man sie nicht als Resterampe-Material abtun. Dafür war King Elvis bei den Sessions zu gut in Form und die Bandmusiker zu inspiriert. Im Team entfachte dieser Haufen Hochtalentierter ein musikalisches Feuer, das auch 50 Jahre nach den Aufnahmen noch lichterloh brennt.

Fazit: Was soll man sagen? So war es halt damals im März 1971. Es wurde viel gespielt und aufgenommen. Nicht alles ist vielleicht CD-tauglich, aber es war immerhin Elvis Presley am Werk - und er war bei den Sessions von "Elvis: Back to Nashville" in bestechender Form. Für Elvis-Jünger deshalb ein Muss. Für alle anderen: immer noch ein tolles Weihnachtsgeschenk.

vgw
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