Dwight Yoakam - Swimming Pools, Movie Stars...

CD Cover: Dwight Yoakam - Swimming Pools, Movie Stars...

Auf "Swimmin' Pools, Movie Stars..." präsentiert Dwight Yoakam einige seiner Songs im Bluegrass-Gewand.

Einst beschrieb Dwight Yoakam seine Musik als "electrified bluegrass" und in den letzten Jahren hat der 59-Jährige durch seine Zusammenarbeit mit Bluegrass-Größen wie Ralph Stanley und Earl Scruggs tatsächlich seinen Weg zum Bluegrass gefunden. Dass sich der im 7.000-Seelen-Ort Pikeville in Kentucky geborene Yoakam durchaus noch als ländlicher Hillbilly im schicken Los Angeles fühlt, fällt direkt bei der Wahl des Albumtitels "Swimmin' Pools, Movie Stars..." auf - ein augenzwinkernder Hinweis auf "The Ballad of Jed Clampett" des Bluegrass-Duos Flatt & Scruggs, dem Titelsong der 1960er Serie "The Beverly Hillbillies".

Mit "Swimmin’ Pools, Movie Stars..." kehrt Dwight Yoakam zurück zu seinen musikalischen Wurzeln

Statt für "Swimmin’ Pools, Movie Stars..." - wie auch durchaus üblich - Bluegrass-Klassiker neu zu interpretieren, hat sich für einen anderen Weg entschieden: Für sein erstes Bluegrass-Album hat sich Yoakam zwölf seiner bisherigen Songs zur Brust angenommen und diese in ein entsprechendes Outfit gesteckt. Zugegeben, Yoakam hat im Laufe seiner Karriere bereits Songs geschrieben, die sich durchaus Richtung Bluegrass bewegten. Darunter "Miner's Prayer" aus seinem Debüt-Album "Guitars, Cadillacs, Etc. Etc.".

Wie viel Bluegrass in den Songs von Dwight Yoakam bereits vor diesem Album steckte, wird beim Opener "What I Don't Know" klar. Der ursprünglich im Jahr 1988 auf seinem Album "Buenas Noches From A Lonely Room" veröffentlichte Track überzeugt in seiner akustischen Version mit traditionellen Mandoline, Fiddle und Gesangs-Harmonien. Das folgende "I Wouldn't Put It Past Me" könnten ebenso als pure Bluegrass-Klassiker durchgehen wie das warnende "Listen". Doch wo Licht ist, da ist auch ein kleiner Schatten. Denn nicht jede einst eingängige Komposition fügt sich nahtlos ins Bluegrass-Kleid ein. So wirken "These Arms" und "Two Doors Down" wie zwei weitere Honky-Tonk-Nummern, denen es an Nostalgie fehlt.

Zu Hochform läuft Yoakam jedoch bei zwei seiner größten Hits auf: Dank langsamerem Tempo ist "Guitars, Cadillacs" ein absolutes Album-Highlight - und vielleicht in diesem Arrangement noch besser als im Original. Doch erst wenn die Songs etwas mehr an Rhythmus gewinnen, wird die Idee hinter "Swimmin' Pools, Movie Stars" klar und die versammelten Musiker - darunter Gitarrist Bryan Sutton, Fiddle-Spieler Stuart Duncan, Banjo-Spieler Scott Vestal sowie Adam Steffey an der Mandoline und Barry Bales am Bass - zeigen ihr Können. Seine besten Songs hat sich Dwight Yoakam für das Ende des Werkes aufgespart: Das einst harte "Please Please Baby” ist nun mit einem munteren Swing ausgestattet, während die ehemalige Ballade "Gone (That'll Be Me)” nun mit einem unmittelbaren Drive überzeugt. Den Abschluss des Albums bildet das einzige Cover: eine eingängige Version von Princes "Purple Rain".

Fazit: Auf "Swimmin' Pools, Movie Stars..." drückt Dwight Yoakam seinen eigenen Songs einen Bluegrass-Stempel auf. Das Genre steht Yoakam dabei - mit kleinen Ausnahmen - erstaunlich gut!

Label: Sugar Hill (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 23. September 2016
01 What I Don't Know
02 Free to Go
03 Sad, Sad Music
04 These Arms
05 I Wouldn't Put It Past Me
06 Listen
07 Two Doors Down
08 Guitars, Cadillacs
09 Home For Sale
10 Please, Please Baby
11 Gone (That'll Be Me)
12 Purple Rain

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Marcs Avatar
Marc antwortete auf das Thema: #57892 2 Jahre 11 Monate her
Ich muss ja zugeben, dass ich eher ein Skeptiker bin, wenn es um Bluegrass geht. Ich mag es in großen Portionen einfach nicht, weil ich eher in Richtung Blues, Rock und Gospel tendiere. Aber ab und zu mal... da ist es erfrischend. Andererseits mag ich Dwight sehr, nicht nur wegen seiner markanten Stimme, sondern auch, weil er sich eigentlich immer treu geblieben ist.

Und so war ich sehr gespannt auf die CD. Es ist nicht schlecht, es ist garantiert nicht meine LieblingsCD von ihm, aber viele der Songs sind... ähm... äusserst "interessant". Guitars, Cadillacs... finde ich auch eines der Highlights des Albums.

Wirklich neugierig machte mich das Cover von Purple Rain. Ehrlich, ich kenne viele viele Cover und 95% davon kann man in die Tonne treten. Man kann Prince und das Original nicht imitieren. Aber den Song dann mal ganz anders zu spielen, das hat dann doch seinen Reiz und ich bin positiv überrascht, dass der Song dann auch wirklich nach "Dwight" klingt.

Alles in allem ein nettes Experiment. Gefällt mir vor allem besser als die Bluegrass-Alben von so manchen anderen NewCountry Stars. Aber das nächste Mal dann doch bitte wieder eine Runde Bakersfield :)