
"Marked Men" ist ein US-amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr 2025 unter der Regie von Nick Cassavetes und nach einem Drehbuch von Sharon Soboil. Er ist eine Verfilmung des Romans Rule von Jay Crownover aus dem Jahr 2012, der Teil der Marked Men-Reihe ist. Die Hauptrollen spielen Chase Stokes als Rule Archer, ein rebellischer Tätowierer, und Sydney Taylor als Shaw Landon, eine Medizinstudentin aus wohlhabender Familie. In weiteren Rollen sind Alexander Ludwig, Ella Balinska und Natalie Alyn Lind zu sehen.
"Marked Men" - so heißt eine sechsteilige Buchreihe der US-Amerikanerin Jay Crownover, die sich großer Beliebtheit erfreut. Band Nummer 1 erschien 2012, in Deutschland mit dem Untertitel "In seinen Augen" veröffentlicht. Nun ist er verfilmt worden.
Als "Marked Men" werden bei Crownover tätowierte Männer bezeichnet, die draufgängerisch und romantisch zugleich sind. Sogenannte Bad Boys, auf die der Autorin in ihrer wilden Jugend immer wieder begegnet sind. Sie weiß, wie kompliziert das für eine Beziehung sein kann, und dass es jemanden braucht, der solche Typen ins Gewissen redet. In diesem Fall ist es Alexander Ludwig ("Bad Boys: Ride of Die"), der den großen Bruder von Hauptdarsteller Chase Stokes ("Ugly") spielt.
In Denver arbeitet Rule Archer (Chase Stokes) in einem Tattoo-Studio. Ein cooler Job, der die Mädels nur so anzieht. Manchmal wehrt er sie ab, manchmal landet er mit einer im Bett. One-Night-Stands liegen Rule mehr als eine feste Bindung. Schnell wird klar, dass er den Unfalltod seines Zwillingsbruders nie verarbeitet hat.
All das weiß Shawn Landon (Sydney Taylor), die ihn lange kennt und ebenso lange anhimmelt. Die Medizinstudentin lebt in einer ganz anderen Welt und ist dem vermögenden Snob Gabe Davenport (Michael Bradway) versprochen. Dennoch kommen sich Rule und Shawn irgendwann dann doch sexuell näher. Beide bereuen das schnell, wollen ihre Freundschaft damit nicht aufs Spiel setzen. Sie findet sich in den Armen von Gabe wieder, er bleibt der Womanizer.
Das ändert sich, als Shawn von Gabe geschlagen wird, weil er spürt, wem ihre Liebe wirklich gehört. Rule sucht den Schläger in dessen Büro auf, doch beim Kampf mit seinem Widersacher zieht er den Kürzeren. Gabe hat die Rechnung aber ohne Rome Archer (Alexander Ludwig) gemacht, der als Soldat gedient hat.
Soweit die schlichte Story, bei der jeder ahnt, woraus sie hinausläuft. Schließlich werden die "Marked Men"-Bücher meist von Leserinnen geliebt und die Mixtur aus Bad Boy, Romantik und Happyend muss funktionieren. Jeder heterosexuelle Mann will von einer attraktiven und zugleich verständnisvollen Frau gerettet werden, oder?
Ein Pärchen, dass trotz aller Widrigkeiten nicht voneinander lassen kann, könnte viel Erotik à la "Fifty Shades of Grey" heißen. Doch so richtig sexuell aufgeladene Szenen darf man nicht erwarten. Regisseur Nick Cassavates ("Wie ein einziger Tag") ist zwar bemüht, auch das zu bedienen, aber lieber lässt er seinen Bad Boy vulgäre Worte spuken, wenn dem etwas nicht passt. Meist spielt sich das in feuchtfröhlicher Gesellschaft nachts in neonbeleuchteten Bars ab, wo neben Bad Boys auch sexy Girls abhängen - alle mit Tätowierungen ausgestattet. Für Schmuddel-Stimmung ist also anfangs gesorgt, aber je mehr die Handlung voranschreitet, desto braver werden auch die Settings, die übrigens nicht wirklich im verschneiten Denver, sondern in Sofia, Bulgarien gedreht wurden.
Kommen wir nun auf Alexander Ludwig zu sprechen, der sich neben der Schauspielerei auch als Country-Sänger verdient gemacht hat. Der Kanadier mit deutschen Wurzeln hat schon etliche Filme wie "Midway - Für die Freiheit" oder "Der Pakt" als Nebendarsteller bereichert. Gleiches ergibt sich auch hier, was sich anfangs aber noch nicht abzeichnet, wenn er seinen Filmbruder Rule im Elternhaus in Empfang nimmt und zufällig bei Rule am Küchentisch sitzt, als sich Shaw morgens aus dem Schlafzimmer von Rule schleicht. Er kriegt die Annäherung der beiden also mit und ist später derjenige, der seinem kleinen Bruder den richtigen Weg ins Glück weist.
Seinen großen Auftritt hat Alexander jedoch, als er Gabe in der Garage auflauert. Er macht ihm klar, dass es sich nicht gehört, eine Frau zu schlagen. Gabe verspottet ihn und schon liegt er auf den Boden. Hier findet keine spektakuläre Schlägerei statt. Alexander Ludwig macht nur drei Moves, um dem Widerling dreimal niederzustrecken. Das kommt cooler als jede mit Action aufgeladene Keilerei, und Ludwig macht das so souverän, dass man ihn dafür glatt umarmen möchte. Die Gerechtigkeit hat gesiegt und er ist hier die Stimme der Vernunft. Allerdings hätte man ihm gegönnt, auch eine Stimme auf den Soundtrack zu sein. Obwohl etliche Songs angespielt werden, ist keiner von ihm dabei. Country Music entsprach nun mal nicht dem Empfinden der Macher dieser Schmonzette.
Fazit: Kitsch darf nicht fehlen, wenn sich zwei Liebende nach langem Hin und Her endlich zusammenfinden müssen. Leid mit Leidenschaft und Alexander Ludwig würde im Kino mit Applaus bedacht werden. Denn er absolviert hier die eindrucksvollste Szene.