Der Pakt

Der Pakt

"Guy Richie's Der Pakt" begleitet Sergeant John Kinley auf seinem letzten Einsatz in Afghanistan. Einer seiner Männer, der afghanische Dolmetscher Ahmed, riskiert sein Leben, um den verwundeten John durch feindliches Gelände und in Sicherheit zu bringen. Mit dabei als Sergeant Declan O'Brady ist der Country-Sänger Alexander Ludwig.

Filmplakat: Der Pakt
 

"Der Pakt" - Afghanistan, Action und Alexander Ludwig

Bereits im April letzten Jahres kam Guy Ritchies "Der Pakt" in die US-Kinos. Hierzulande steht das Kriegsdrama nur beim Streaming-Anbieter Amazon Prime zur Verfügung. Eigentlich schade, denn dem eher auf Gangsterkomödien spezialisierten Regisseur Guy Ritchie ("Snatch - Schweine und Diamanten") ist ein ergreifender Anti-Kriegsfilm über den vergeblichen 20-jährigen Afghanistan-Einsatz der US-Amerikaner gelungen, der nicht nur von spannender Action lebt, sondern auch hochkarätige Darsteller zu bieten hat. An der Seite von Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain"), dem Star des Films, agieren Dar Salim ("Game of Thrones"), Jonny Lee Miller ("Trainspotting") und Country-Sänger , der nach "Die Tribute von Panem", "Midway - Für die Freiheit" und "Bad Boys for Life" in einer weiteren Großproduktion seine Filmkarriere anschiebt. Da macht es auch nichts, dass seine Rolle als Sergeant Declan O'Brady eher klein ausfällt.

Der Retter in der Not

Afghanistan im März 2018: Noch eine Mission muss Sergeant John Kinley (Jake Gyllenhaal) erledigen bis er wieder nach Hause in die USA darf. Bei seinem letzten Einsatz, Waffen der Taliban ausfindig zu machen und zu vernichten, ist sein Dolmetscher getötet worden. Ahmed Abdullah (Dar Salim) ist sein Ersatzmann. Doch zunächst bleibt John misstrauisch, weil Ahmed einst Drogen für die Taliban geschmuggelt hat, bis sie seinen Sohn ermordeten und er daraufhin die Seiten wechselte.

Eine weitere Überprüfung eines möglichen Waffenlagers steht an. Doch diesmal wird Johns Einheit von den Taliban angegriffen. Alle bis auf John und Ahmed sterben. John wird schwer verwundet, Ahmed trägt ihn mit letzter Kraft zum nächsten US-Stützpunkt. Vier Wochen nach seiner Genesung in Kalifornien erfährt John, dass sein Retter kein US-Visum für sich und seine Familie bekommen hat. Sie müssen sich in Afghanistan vor den Taliban verstecken. John beschließt, Ahmed uns seine Angehörigen auf eigene Faust rauszuholen.

"Der Pakt" - Ein packender Thriller

Erst im letzten Herbst wurde im Kino mit "Kandahar" ein ähnliches Thema angepackt: Gerard Butler als Geheimagent, der auffliegt und in Afghanistan mit seinem Dolmetscher ums Überleben kämpfen muss. Auch in "Der Pakt" geht es letztlich um eine Männerfreundschaft, die durch einen traumatischen Kampfeinsatz zusammengeschweißt wurde.

Der Titel sagt es bereits, sie sind ein Bündnis eingegangen. Dazu gehört auch der dramaturgische Kniff, dass Jake Gyllenhaal in seiner Rolle zunächst skeptisch ist, Dar Salim als Ahmed seine Ehrlichkeit erst beweisen muss. Bevor es aber zur ersten Actionszene kommt, dauert es 30 Minuten.

Guy Ritchie lässt uns als Zuschauer zuerst nachspüren, wie zermürbt die Soldaten sind, tagtäglich nach Sprengstoff zu suchen und sich dabei in permanenter Lebensgefahr zu begeben. "Das ist wie Sand im Sandkasten hin- und herschieben", beschwert sich Gyllenhaal als Sergeant bei seinen Vorgesetzten, stößt damit aber auch taube Ohren, weil die US-Besatzung in Afghanistan schon längst nicht mehr Herr der Lage ist.

"Der Pakt" ist also alles andere als ein patriotisches Heldenepos, sondern dann doch ein anzweifelnder Anti-Kriegsfilm, der aber dennoch mit einer guten Dosis an Spannung und Action ausgestattet ist, um das Publikum bei der Stange zu halten. Die Geschichte steht stellvertretend für das Dilemma, was vielen Dolmetschern nach dem Abzug der Amerikaner nach dem Abzug der Amerikaner im Herbst 2021 widerfuhr. Im Stich gelassen forderten die Taliban ihren Tod. Das ist die eigentliche Tragik dieses Films, der das am Ende nochmals eindeutig erwähnt.

Alexander Ludwig wieder im Kriegseinsatz

Kommen wir nun auf Alexander Ludwig zu sprechen. Bereits 2013 spielte er in "Lone Survivor" mit, in dem es ebenfalls um US-Soldaten im Afghanistan- Einsatz geht. Auch in "Midway - Für die Freiheit" kämpfte der gebürtige Kanadier im Zweiten Weltkrieg gegen Japaner. Solche Rollen geben ihm Gelegenheit, als Schauspieler auch seine physischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

In "Der Pakt" absolviert er aber nur einen Kurzauftritt, bleibt aber im Gedächtnis, weil er der einzige Kamerad ist, der John Kinley weiterhelfen kann, indem er ihm eine "Liste mit unbestätigten Zielen" inoffiziell aushändigt. Ludwig agiert als Sergeant Declan O'Brady sehr dynamisch, selbstbewusst und witzig, erzählt mit lauter Stimme stets das Gegenteil von dem, was er gerade macht, weil auch er erkannt hat, dass der bürokratische Militärapparat wohl längst die Übersicht verloren hat. Ja, er schakert sogar ein wenig mit Gyllenhaal mit Sätzen wie "Ich will erobert werden" und "Führe mich mal zum Essen aus". Eine gewisse Homoerotik wird damit transportiert, letztlich bleibt es jedem Zuschauer aber selbst überlassen, für sich einzuordnen wie ernst oder spaßig Ludwigs Kommunikation gemeint ist.

Fazit: Mit "Der Pakt" liefert Kultregisseur Guy Ritchie seinen ersten Kriegsfilm ab, wobei Anti-Kriegsfilm treffender ist. Denn trotz spektakulär inszenierter Kampfszenen wird hier nichts verherrlicht, sondern die Grausamkeit von Krieg ungeschönt ins Bild gesetzt. Im Zentrum stehen jedoch zwei Männer - eindrucksvoll gespielt von Jake Gyllenhaal und Dar Salim, die einen unausgesprochenen Pakt eingehen.

 
Regie     Darsteller   Rolle  
Guy Ritchie     Jake Gyllenhaal ... Master Sergeant John Kinley  
      Dar Salim ... Charlie 'Jizzy' Crow  
      Jason Wong ... Joshua 'JJ' Jung  
      Rhys Yates ... Tom 'Tom Cat' Hancock  
      Antony Starr ... Eddie Parker  
      Alexander Ludwig ... Sergeant Declan O'Brady  
      Christian Ochoa Lavernia ... Eduardo 'Chow Chow' Lopez  
             
             
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