Trace Adkins - Cowboy's Back in Town

CD Cover:  Trace Adkins - Cowboys Back in Town
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
Userwertung

Hat eigentlich jemand Trace Adkins schon mal Lachen sehen? Man würde es, hört man das neue Album und - vor allem - sieht man die diversen Booklet-Fotos, massiv bezweifeln. Dieser grimmige, stämmige, bärtige Bulle von einem Countrysänger gibt konsequent den Bad-Boy. Den coolen Macho. Den lässigen Stetson-, Ray-Ban und Stiefel-Macker.
Dagegen gibt’s grundsätzlich ja nichts zu sagen. Vorausgesetzt: diese eine Masche setzt sich nicht auch musikalisch fort. Und das ist leider bei "Cowboy’s Back in Town" größtenteils der Fall. So heftig, deftig und düster sich das aus Lousiana stammende Rauhbein auf den Fotos präsentiert, so heftig, deftig und rockig zeigt es sich in den meisten der elf (plus vier Bonus-Tracks) Songs. Schade eigentlich...

Denn sein Ende 2008 erschienenes Album "X", an dieser Stelle mit viereinhalb Punkten bedacht, zeigte einen weitaus facettenreicheren Trace Adkins. Klar, auch hier sprühte er nicht gerade vor Frohsinn. Doch neben harschen Klängen hielt die CD immerhin auch bluesige, soulige, leise und auch intensive spirituelle Momente parat. Alleine der mit Gospel-Ansätzen garnierte Countryrocker "Muddy Water" rechtfertigte schon den Kauf der CD.
Da kann "Cowboy's Back in Town" nicht mithalten. Weder in der stilistischen Vielfalt, noch wenn es um Songs der Premiumklasse geht. Die für den amerikanischen Markt mit elf neuen Songs bestückte CD dröhnt größtenteils im immer gleichen Sound und Feeling: rabiate Gitarrenriffs, an Metal-Bands erinnernde Brachial-Beats und ein zu oft in tiefsten Regionen murmelnder Bösewicht-Sänger. Wer Metallica liebt, wird seine Freude daran haben. Countryfreunde aber könnten ein Defizit an Gefühl, an leiseren und erdigeren Tönen verspüren.

Doch: man möchte ja nicht ungerecht sein. Mit Song Nummer fünf "Hell, I Can Do That", zeigt er sich gemäßigt traditionell und - für seine Verhältnisse - gut gelaunt. Gleiches gilt für das anschließende "A Little Bit of Missin' You", ein souliger, mit Bläsern und Stones-Riffs versetzter Rhythm and Blues; dazu sein in den Keller gedimmter Gesang. Das ist allemal nett anzuhören.
Natürlich hat er auch zwei Balladen im Gepäck. Die eine: "Still Love You" - mit Klavier, vielen, vielen Geigen, einer perlenden Gitarre und einem schmachtenden Trace Adkins. Alles da - aber Gänsehaut will und will sich nicht einstellen. Warum? Der Song ist einfach nicht stark und zwingend genug. Besser schon die wirklich schwerblütige Rock-Ballade "Break Her Fall" - mit seinen harmonischen Wendungen und dem eher zurückhaltendem Arrangement der vielleicht beste Track seines elften Werks.

Auch wenn die CD, je länger sie im Player rotiert, besser und besser wird. Sie wird dennoch nicht zur Meisterleistung des Country-Originals. Selbst die Revue-Nummer "Happy Man" und das - endlich mal - sensible "Between The Rainbows And The Rain" (beide Bonus-Tracks) können daran nichts mehr ändern. Vielleicht hätte Adkins besser doch wieder Produzent Frank Rogers verpflichtet. Denn Michael Knox (Montgomery Gentry, Jason Aldean) und Kenny Beard (Tracy Lawrence, Aaron Tippin), seine neuen Begleiter, konnten sein Potential keinesfalls ausloten.

Fazit: Die Rocksongs sind zu heftig, die Balladen zu künstlich und den leichten-luftigen Songs fehlt die zündende Melodie. Nicht immer, aber zu oft, um an seine Vorgänger-CD anknüpfen zu können.

Label: Show Dog Universal (Universal) VÖ: 17. August 2010

  • Titelliste CD

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01 Brown Chicken Brown Cow 09 Ala-Freakin-Bama
02 Hold My Beer 10 Break Her Fall
03 Cowboy's Back In Town 11 Whoop A Man's Ass
04 This Ain't No Love Song 12 Happy Man
05 Hell, I Can Do That 13 Between The Rainbows And The Rain
06 A Little Bit of Missin' You 14 Pictures On Mantles
07 Still Love You 15 Hillbilly Bone (Blake Shelton feat. Trace Adkins)
08 Don't Mind If I Don't (feat. Trailer Choir)


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