
"Broke" ist ein US-amerikanischer Westernfilm aus dem Jahr 2025, geschrieben und inszeniert von Carlyle Eubank. Darsteller sind Wyatt Russell, Dennis Quaid, Auden Thornton, Mary McDonnell, Johnny Berchtold und Tom Skerritt.
In Filmen über Rodeo-Reiter geht es meist um die Suche nach Identität, Herausforderungen des Lebens und Schicksalsschläge. Auch "Broke" macht da keine Ausnahme, wie der Titel schon vermuten lässt, und den Film in einer Reihe mit "Kein Ort ohne dich", "The Rider" oder "Nebraska" stellt.
Für Hollywoodstars sind Rodeo-Reiter daher dankbare Rollen, um nicht nur körperlichen Einsatz zu zeigen, sondern auch menschliche Tiefe. In diesem Fall ist es Wyatt Russell ("Blaze"). der Sohn von Goldie Hawn ("Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser") und Kurt Russell ("The Hateful Eight"), der in einen Strudel aus Suche, Sehnsucht und Schmerz gerät.
In der Rolle seines Vaters brilliert Altstar Dennis Quaid ("The Hill"), dem der Cowboy-Hut auch mit über 70 noch gut steht.
Ein heftiger Blizzard fegt über Montana und bringt Rodeo-Reiter True (Wyatt Russell) in eine lebensgefährliche Lage. Seine Karriere auf dem Rücken eines Pferdes neigt sich gerade dem Ende entgegen. True ist körperlich erschöpft und innerlich zerrissen. Obwohl ihn Drogenkonsum, Geldsorgen und familiäre Spannungen belasten, klammert er sich weiterhin an seine Wettkämpfe in der Arena.
Doch hier inmitten der verschneiten Wildnis muss er nun ums nackte Überleben kämpfen. In dieser existenziellen Situation erwachen Erinnerungen: Auseinandersetzungen mit seinem Vater George (Dennis Quaid), seine Liebe zu Ex-Freundin Ali (Auden Thornton) und sein Zusammenbruch.
Diese Reflexion seiner Vergangenheit löst in ihm den Wunsch aus, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben, falls er den Kampf gegen die Naturgewalten gewinnen.
Gleich mit der ersten Szene wird die Stimmung des Films gesetzt. Eine raue Winterlandschaft, durch die sich ein völlig erschöpfter Mann schleppt. Man ist sofort neugierig, wie es dazu kommen konnte und genau das will Regisseur und Drehbuchautor Carlyle Eubank ("The Signal") auch erzählen. Zwar in Rückblenden, die den beschwerlichen Weg von Wyatt Russell in seiner Rolle als True Brandywine nach Schutz und Hilfe nach und nach in seinen Kopf kommen. Wir lernen diesen Mann also wirklich kennen.
Russell Jr. macht seine Sache dabei wirklich gut. Seine traurige Verzweiflung berührt, seine stürmische Art überzeugt ebenso.
Dennis Quaid ist als dominanter Vater, der es aber stets gut meint, der ruhende Pol, wenn sein Sohn nicht mehr weiter weiß. Die Konflikte zwischen Vater und Sohn bedienen keine Klischees, sondern zeigen auf, wie tief Verletzungen aus der Vergangenheit und unausgesprochene Erwartungen eine Familie verletzen können.
"Broke" ist ein melancholischer Film, in dem das Drama in den Vordergrund gerückt wird. Somit werden Szenen vom Rodeo eher spärlich eingesetzt, aber dann sehr effektiv in die Dämmerzustände des Protagonisten integriert. Da an Original-Schauplätzen in Montana gedreht wurde, bieten auch die mit dickem Schnee bedeckten Landschaftsaufnahmen und der weite Horizont optische Reize. Die Musik aus etlichen Country-Songs hält sich dafür stets dezent im Hintergrund, um die bewegende Geschichte einfach nur mit zu erzählen.
Der eigentliche Score wurde von John Hancock ("On Swift Horses") komponiert, der vor allem auf leise Gitarrenklänge setzt, um der Atmosphäre des Films dienlich zu sein. Country-Songs poppen stets dann auf. wenn es situativ passt. So ist "Copperhead Road" von Steve Earle & The Dukes ein bekanntes Country-Rock-Stück, das oft mit Outlaw-Themen assoziiert wird. Charley Crockett indes bringt mit "Cowboy Candy" klassischen Country- und Western-Vibe ins Spiel.
Von Steve Earle stammt auch der Song "Snake Oil", der die raue Western-Stimmung widerspiegelt. Charley Crockett ist ebenfalls mehrfach vertreten, etwa mit der Ballade "Welcome to Hard Times", was den Filminhalt quasi in einem Satz einfängt, oder der melancholische Song "Lonesome as a Shadow", der auf das Innenleben des Protagonisten zielt.
Weitere Musiker, die den Soundtrack bereichern, sind Luke Bell ("Where Ya Been?"), Paul Cauthen ("Still Drivin'") oder Emily Scott Robinson ("Better With Time"). Insgesamt 18 Songs umfasst der Soundtrack, die eine absolute Bereicherung für die Erzählweise des Films ist und auf etlichen Plattformen zum Streamen bereitsteht. Auf CD oder Vinyl wurde der Soundtrack aber nicht veröffentlicht.
Fazit: "Broke" ist eine Mischung aus Survival-Thriller und Selbstfindungsdrama. Wobei eher leise Töne angeschlagen werden, die mehr das Innenleben des von Wyatt Russell gespielten Antihelden beleuchten. Bildgewaltig ist der Film dennoch durch wunderbar gefilmte Landschafts- und Rodeo-Aufnahmen.