Song Sung Blue

Song Sung Blue

"Song Sung Blue" ist ein US-amerikanischer biografischer Musikfilm aus dem Jahr 2025, geschrieben, koproduziert und inszeniert von Craig Brewer. Er basiert auf dem gleichnamigen Dokumentarfilm von Greg Kohs aus dem Jahr 2008. Die Hauptrollen spielen Hugh Jackman und Kate Hudson als Mike und Claire Sardina, die als Neil-Diamond-Tribute-Band Lightning & Thunder auftraten. Weitere Darsteller sind Michael Imperioli, Ella Anderson, Mustafa ShakirFisher Stevens und Jim Belushi.

"Song Sung Blue" feierte am 26. Oktober 2025 auf dem AFI Film Festival Premiere. Kate Hudson wurde für ihre Leistung in dem Film für einen Golden Globe Award nominiert.

 

"Song Sung Blue" – Eine filmische Wertschätzung an Neil Diamond

Wir alle kennen Neil Diamond, aber wer hat schon mal von Lightning & Thunder gehört? Dahinter verbirgt sich das Gesangduo Mike und Claire Sardina, das sich Mitte der Neunzigerjahre formierte, um die schwedische Gruppe ABBA, Country-Sängerin Patsy Cline und vor allem Sänger und Songschreiber Neil Diamond auf der Bühne ihren Tribut zu zollen.

Weil sich dahinter auch noch eine tragische Love-Story versteckt, entstand bereits 2008 eine Dokumentation über das Ehepaar. Darauf basiert ein mit Hugh Jackman ("X-Men") und Kate Hudson ("Deepwater Horizon") hochkarätig besetzte Spielfilm mit gleichem Titel: "Song Sung Blue". So hieß der legendäre Song, mit dem Neil Diamond 1972 die Charts erstürmte und ihn zum Weltstar machte.

Mit der Musik kommt die Liebe

Mike Sardina (Hugh Jackman) versucht sich als Musiker durchzuboxen. Mit wenig Erfolg. Dann lernt er Claire (Kate Hudson) kennen, die sich als Imitatorin der Country-Sängerin Patsy Cline über Wasser zu halten versucht. Über die Musik kommen sich beide näher und als Mike auch bei ihren beiden Kindern gut ankommt, steht einer Ehr nichts mehr im Weg. Beruflich aber kämpfen beide weiter, bis Neil Diamond ihr Leben bestimmt. Beide sind große Fans von ihm und gründen die Neil-Diamond-Tribute-Band Lightning & Thunder.

Mike ist als Lightning eine Art Double seines Idols, Claire begleitet ihn als Thunder am Keyboard. Zuerst tingeln sie von einem Volksfest zum nächsten. Als sie auf dem Milwaukee Sommerfestival 1995 von der erfolgreichen Band Pearl Jam auf die Bühne geholt und gefeiert werden, erfüllt sich endlich ihr Traum. Doch dann trifft sie ein schwerer Schicksalsanschlag, der alles, was sie erreicht haben, auf die Probe setzt.

"Song Sung Blue" - Wohlfühl-Kino für Erwachsene

Es sind schließlich die großen Emotionen, auf die der Film in letzter Konsequenz setzt, womit die musikalischen Leistungen der beiden Stars ab der zweiten Hälfte mehr und mehr in den Hintergrund geraten. Dabei geben beide wirklich alles, singen und performen selbst, um der wahren Geschichte von Mike und Claire Sardina möglichst gerecht zu werden.

Hugh Jackman begann seine eigene Karriere tatsächlich als Musicaldarsteller. Dass er singen kann, bewies er auch schon in Filmen wie "Les Misérables" (2012) und "The Greatest Showman" (2017).

Kate Hudson wurde mit dem Musikfilm "Almost Famous -Fast berühmt" (2000) bekannt, in dem auch sie selbst mitgesungen hat. 2009 war sie mit ihrem Gesang auch in "Nine" zu hören.

Was Hudson und Jackman nun in "Song Sung Blue" leisten, ist wirklich gekonnt und bringt den Film in die richtige Spur, um von der Musik und den Bühnenshows mitgerissen zu werden. Das allein genügt aber gewiss nicht, weshalb dann die Schicksalsschläge ins Spiel kommen. So verliert Claire im wahrsten Sinne des Wortes den Halt im Leben, als ihr ein Bein abgenommen wird. Doch ihr Mann hält zu ihr und ermutigt sie, wieder auf die Bühne zu treten, um über die Musik den Lebensmut wiederzufinden. Er selbst fand 2006 den Tod nachdem er im Badezimmer mit dem Kopf aufschlug. Im Film wird das besonders dramatisiert, um beim Zuschauer ein starkes Mitgefühl auszulösen. Dabei ist hervorzuheben, dass Jackman und auch Hudson stets bemüht sind, ihre Figuren wie gewöhnliche Menschen aus einer echten Alltagswelt zu porträtieren, die stets von Ängsten, Selbstzweifeln und Eigendruck getrieben werden. Das füllt "Song Sing Blue" mit Sympathie und Authentizität, auch wenn allzu offensichtlich wird, dass Regisseur Craig Brewer ("Footloose") stets die richtigen Knöpfe drückt, um seinem wohl eher erwachsenen Publikum sentimentales Wohlfühl-Kino zu liefern.

Neil Diamond und seine besten Songs

Der Star im Hintergrund bleibt natürlich Neil Diamond. Musikalisch lebt der Film allein von seinen Songs, die hier nicht nur eingestreut, sondern dramaturgisch eingebunden werden. Die Texte spiegeln innere Konflikte, kommentieren Beziehungen und verleihen den Figuren eine zusätzliche Stimme. Besonders "Song Sung Blue" selbst wird zum emotionalen Leitmotiv: Ein Song über Verlust und Hoffnung. Trotz allen Hürden lohnt das Weitersingen.

Auch Diamonds Evergreens wie "Sweet Caroline", "I Am…I Said" und "Play Me" werden von Hugh Jackman gefühlvoll interpretiert. Dass er dabei auch mal einen Ton nicht trifft, ist durchaus beabsichtigt, um der eigentlichen Figur des Films zu entsprechen. Schließlich war Mike Sardina selbst nie daran interessiert, besser als das Original zu sein.

Diamonds Song "I'm a Believer", den er 1966 für die Band The Monkees schrieb, wird im Film von Jackman und Hudson im Duett wiedergegeben. "I've Been This Way Before" wird indes von Kate Hudson allein interpretiert.

Der Soundtrack zum Film wurde kurz vor Weihnachten veröffentlicht und auch Neil Diamond hat "Song Sung Blue" bereits gesehen und war sehr begeistert. Er selbst versuchte sich nur einmal als Schauspieler: 1980 in "The Jazz Singer", zu dem er den Song "America" komponierte, der letztlich erfolgreicher war als der Film selbst.

Fazit: "Song Sung Blue" funktioniert nach dem klassischen Muster vom Aufstieg und dem abschließenden Fall eines Stars. In diesem Fall ist es das Duo Lightning & Thunder, hervorragend gespielt und gesungen von Kate Hudson und Hugh Jackman nach einer wahren Geschichte. Allein die beiden garantieren einen fesselnden Musikfilm mit viel Herzschmerz.

 
vgw
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