
In "Für immer ein Teil von dir" feiert Lainey Wilson ihr Leinwand-Debüt
Colleen Hoover ist momentan eine der gefragtesten US-Schriftstellerinnen. Mit "Nur noch ein einziges Mal" und "All das Ungesagte zwischen uns" wurden in den letzten Jahren bereits zwei ihrer Erfolgsbücher verfilmt. 2026 folgt nun "Für immer ein Teil von dir" basierend auf ihren 2022 veröffentlichten Roman "Reminders of Him", der bisher weltweit über 6,5 Millionen Mal verkauft wurde.
Verständlich, dass Hollywood hier ein großes Potential sieht, besonders das weibliche Publikum ins Kino zu ziehen. Deshalb wurde Vanessa Caswill ("Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick") für die Regie dieser romantischen Geschichte verpflichtet, in der es um Schuld, Verlust, Vergebung und ganz viel Liebe geht. Dafür mussten attraktive Darsteller her. Die Hauptrolle der traumatisierten jungen Frau spielt Maika Monroe ("Longlegs"), ihr männliches Gegenstück wird von Tyriq Withers ("Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast") verkörpert. Beiden wird eine große Karriere prognostiziert.
Gefallene Frau will zweite Chance
Sieben Jahre saß Kenna Rowan (Maika Monroe) im Knast, weil sie für den Tod ihres damaligen Lebensgefährten Scotty (Rudy Pankow) nach einem Autounfall verantwortlich gemacht wurde. Nun kehrt sie in ihre kleine Heimatstadt zurück und stößt auf große Ablehnung. Doch so hat einen triftigen Grund, hier zu sein. Sie war vor sieben Jahren schwanger, doch ihre Tochter wurde ihr weggenommen. Scottys Eltern (Lauren Graham und Bradley Whitford) und ziehen die Enkelin Diem (Zoe Kosovic) groß und wollen keinen Kontakt zur Mutter.
Doch Kenna gibt nicht auf. Sie sucht sich einen Job, nur um ihrer Tochter irgendwie nah zu sein. Dann ist da noch Ledger (Tyriq Withers), der einst beste Freund von Scotty, die nun ein enges Verhältnis zu Diem und ihren Großeltern hat. Er versteht aber auch Kenna und gerät damit in einen Zwiespalt. Erst recht, als Kenna und er sich emotional näherkommen und eine heimliche Beziehung beginnen.
"Für immer ein Teil von dir" - Kino der großen Gefühle
Sobald sich Kenna und Ledger im Film das erste Mal begegnen, ist jedem klar, wohin die Reise geht. Die beiden werden im Laufe der Handlung mehr füreinander empfinden und wären wir hier in einer Romantik-Komödie, gäbe es etliche situationskomische Verwicklungen bis zum Happyend. Aber "Für immer ein Teil von dir" geht in eine andere Richtung. Aus einem ernsten Drama entspinnt sich eine schwierige Romanze voller Konflikte. Das schafft eine emotionale Dichte, der sich kaum einer entziehen kann. Die innere Zerrissenheit und der persönliche Zweifel der von Maika Monroe überzeugend gespielten Hauptfigur ist absolut nachvollziehbar.
Gewiss hätte es den Spannungsgehalt vergrößert, wenn zu Beginn eine gewisse Ambivalenz entstanden, denn Kenna Rowan scheint einiges auf dem Kerbholz zu haben. Doch Regisseurin Vanessa Caswill legt sie sofort so sympathisch an, dass keinerlei Zweifel an ihre Unschuld aufkommt. Tatsächlich werden bald die eigentlichen Umstände auf den Tisch gelegt, damit das aber nicht allzu plump passiert, wird ein dramaturgischer Trick der Hinauszögerung angewandt: Caswill wechselt permanent zwischen Gegenwart und Vergangenheit, lässt den toten Scotty damit quasi auferstehen, um verständlich zu machen, was Kenna als Geliebte, Ledger als bester Kumpel einst für ihn empfunden haben. Damit werden die richtigen Knöpfe gedrückt, um das Publikum immer wieder zu berühren.
Der Niedlichkeit und Unschuld eines kleinen siebenjährigen Mädchen kann sich sowieso keiner erwehren. "Für immer ein Teil von dir" ist Kino der großen Gefühle, aber ob am Ende alles gut wird, soll hier natürlich nicht verraten werden.
Lainey Wilson gibt ihr Kinofilm-Debüt
Serien-Fans habe die Country-Sängerin zum Beispiel schon bei "Yellowstone" über die Mattscheibe flimmern sehen. In "Für immer ein Teil von Dir - Reminders of Him" spielt Lainey Wilson eine kleine Rolle im Film und heißt Amy. Sie gehört zum sozialen Umfeld der Stadt, hat aber keinen bemerkenswerten Auftritt. Für Wilson ist es ihre erste Kinorolle überhaupt.
Songs und Score schaffen die richtige Stimmung
Für die Tragweite dieser emotionalen Story spielt vor allem der Soundtrack - bestehend aus anregenden Songs und dem melancholischen Score von Tom Howe ("Merv") - eine essenzielle Rolle.
Der Text des Songs "The Night We Met" von Lord Huron sehnt den Zeitpunkt vor der Misere der Hauptfigur zurück und drückt ihre Schuldgefühle aus. Dagegen wirkt der Song "Ordinary" von Alex Warren wie ein Hoffnungsträger der Gegenwart auf ein gewöhnliches Leben. Weitere Songs liefern unter anderem James Arthur ("Recovery"), Kodaline ("All I Want") und OneRepublic ("I Lived"), um die emotionalen Verwicklungen zu reflektieren. Insgesamt sorgen 21 Songs, mal an-, mal ausgespielt, für die erwünschte Stimmlage des Films. Sie setzen die Akzente, aber erst durch den sensiblen Score von Tom Howe wird der Sinngehalt der Story komplettiert.
Fazit: "Für immer ein Teil von dir" wird zu einer emotionalen Berg- und Talreise, auf der schmerzvolle und besinnliche Themen verhandelt werden, die für alle nachvollziehbar sind. Obwohl eine gewisse Vorhersehbarkeit gegeben ist und das Filmtempo eher ruhig ist, springt man gern auf, um sich diese Geschichte bis zum Ende erzählen zu lassen.





















