Lori McKenna - The Tree

CD Cover: Lori McKenna - The Tree

Mit The Tree veröffentlicht Lori McKenna ihr viertes Album in fünf Jahren.

Lori McKenna sprüht über vor Tatendrang. Dies mag vielleicht an ihrem Lebenslauf liegen. Mit 19 heiratete die Sängerin, mit 20 bekam sie ihr erstes Kind. Vier weitere sollten folgen. Den Weg als Singer and Songwriter beschritt McKenna erst spät. Mit 32 Jahren kam erst der Durchbruch und sie konnte erste Erfolge im Musikbusiness verzeichnen. Seitdem erscheint fast jährlich ein Album von ihr. Manchmal auch zwei. Lori McKenna hat eben viel zu erzählen. Das tut sie auch auf ihrem neuen Album "The Tree". Beispielsweise wie das Leben so ist als Mutter.

Das alles geschieht, wie man es von kennt, im klassischen Folk-Stil. Auch in "The Tree" merkt man dabei ihre unglaubliche Qualität als Songwriterin. Nicht umsonst hat sie schon Hits für Künstler wie Tim McGraw und Keith Urban geschrieben. Allerdings sind auch noch genügend Songs für das eigene Album vorhanden.

Lori McKenna punktet mit Lyrics

Damit sei direkt das beste Argument für Lori McKennas Album genannt. "The Tree" kann durchweg mit hochqualitativen Texten punkten. Dazu gehört auf der einen Seite das hohe Niveau der Texte mit seinen Metaphern ("The Tree") und Allegorien, auf der anderen Seite fühlt es sich an, als ob McKenna das Gesungene tatsächlich erlebt hat. Was man ihr bei Liedern wie "You Won't Even Know I'm Gone" und "You Can't Break a Woman" allerdings nicht wünscht.

Dadurch sind alle elf Songs von "The Tree" textlich sehr rund. Als Zuhörer klebt man an McKennas Lippen. Die 49-Jährige singt nicht einfach nur, sie erzählt Geschichten. Darum reimt sich auch nicht immer alles. Aber das muss es auch nicht, denn hier steht der Inhalt ganz klar über dem Reimschema.

The Tree hat kleine musikalische Defizite

Das hohe Niveau der Texte kann die Musik leider nicht ganz halten. Dies liegt vor allem an der Konformität der Melodien. Die meisten Lieder klingen sehr ähnlich. Allen wohnt eine melancholische Grundstimmung inne. Nur selten wird es etwas schwungvoller. Beispielsweise bei "Happy People". Das macht "The Tree" zwar zu einem wunderbaren Album für die eigenen vier Wände oder einem Spaziergang im Park, allerdings möchte man dabei doch lieber alleine sein. Gesellige Musik bietet "The Tree" so gut wie nicht.

Ein weiterer Grund für die Ähnlichkeit der Lieder ist die geringe Anzahl der eingesetzten Musikinstrumente. Es gibt eigentlich immer nur eine Akustikgitarre, die manchmal von einem weiteren Instrument begleitet wird. Allerdings auch nur begleitend und niemals ebenbürtig. Puristen wird das freuen. Anhänger von etwas mehr Wumms könnten schnell gelangweilt sein. Wer auf "This Sweet Old World" von Lucinda Williams oder "Bidin' My Time" von Chris Hillmann steht, wird auch mit Lori McKenna glücklich.

Fazit: Wunderbare Texte, melancholische Melodien. "The Tree" von Lori McKenna ist stimmiger Folk, wie man ihn sich wünscht.

Label: CN (Alive) VÖ: 20. Juli 2018
01 A Mother Never Rests
02 The Fixer
03 People Get Old
04 Young and Angry Again
05 The Tree
06 You Won't Even Know I'm Gone
07 Happy People
08 You Can't Break a Woman
09 The Lot Behind St. Mary's
10 The Way Back Home
11 Like Patsy Would

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