Luke Bryan - Spring Break...Checkin' Out

CD Cover: Luke Bryan - Spring Break...Checkin' Out

Manch einer surft sicherlich noch auf der Euphoriewelle, nachdem Country-Superstar Luke Bryan letzte Woche mit zwei ausverkauften Shows das deutsche Publikum begeisterte. Da passt es natürlich ganz hervorragend, dass der CMA Entertainer of the Year nun zum mittlerweile siebten Mal neues Material anlässlich des alljährlichen Spring Break veröffentlicht. "Spring Break... Checkin' Out" heißt das neue Werk, mit dem Bryan ein letztes Mal das bunte Treiben an den Stränden Floridas musikalisch zelebriert. Jahr für Jahr hatte der smarte Bursche aus Georgia der partywütigen Meute mit entsprechenden Songs und Gratisauftritten eingeheizt (und so einen wesentlichen Grundstein seines Erfolgs gelegt). Damit soll nun Schluss sein. Schließlich ist man ja reifer geworden - und unfassbar erfolgreich noch dazu.

Es versteht sich von selbst, dass der Abschied von der großen Sause standesgemäß ausfallen muss. Ganze elf Songs umfasst "Spring Break... Checkin' Out", obwohl Luke Bryan ein klein wenig geschummelt hat. Nur fünf Songs ("My Ol' Bronco", "Games", "Spring Breakdown", "Checkin' Out" und "You and the Beach") sind tatsächlich neu, während die verbleibenden sechs bereits auf der 2013er EP "Spring Break 6... Like We Ain't Ever" zu finden waren. Doch da kann man getrost ein Auge zudrücken, denn das Gesamtkonstrukt ist absolut stimmig.

Schon der Opener "My Ol' Bronco" mit seinem lockeren Groove weckt Sommergefühle und vertreibt jeglichen Winterblues. Auch thematisch ist die Hymne an den kultigen Ford Truck ein Volltreffer, sieht man den unüberdachten Klassiker doch praktisch überall auf den belebten Straßen der Partyhochburg Panama City Beach, Florida. Es folgt mit "Games" ein typischer Luke Bryan Song, der bereits zum Angriff auf die Hot Country Songs Charts angesetzt hat. Eine poppige Strophe, ein rockiger Refrain - alles in einen maßgeschneiderten Mantel aus wohl durchdachten Melodien gehüllt. Das sitzt.

Das erneut betont lässig gehaltene "She Get Me High" ist eher als netter Mitläufer einzustufen, bevor Bryan mit "Spring Breakdown" den etwas pathetisch geratenen Abschiedsgesang auf seine Spring-Break-Zeiten hält. Der 38-jährige sinniert über all die Erlebnisse, die unzähligen Biere, das stetig wachsende Publikum. Der Gedanke, dass nach diesem Jahr nun alles vorbei sein soll, macht ihn unendlich wehmütig. "Ich schwöre, ihr habt keine Ahnung, was ihr mir bedeutet", lässt er seine Feierkumpanen wissen. Klar, das klingt schon arg nach Kitsch, aber musikalisch ist die Nummer ein echtes Highlight.

Da kann "Good Lookin' Girl" nicht mithalten, das ein wenig schwach auf der Brust und irgendwie belanglos wirkt. Doch dieser kleine Ausfall bleibt die Ausnahme, denn schon mit "Checkin' In" sorgt Bryan wieder für beste Unterhaltung. Der Track besticht durch einen für den Chartstürmer eher untypischen Sound, der irgendwo zwischen Blues, Southern Rock und Twang anzusiedeln ist. Eine belebende und absolut gelungene Abwechslung. Am wohlsten fühlt sich Bryan jedoch in seinem angestammten Revier, und das beweist er bei der Trennungs-Ballade "You And The Beach" mal wieder eindrucksvoll. Die emotionale Strophe geht sofort unter die Haut und ebnet den Weg für einen druckvollen Refrain, der nichts zu wünschen übrig lässt. Vielleicht die Perle des Albums.

Überhaupt ist "Spring Break... Checkin' Out" nach Hinten heraus ungewöhnlich stark. "Night One" überzeugt als klassische Midtempo-Nummer, während "Like We Ain't Ever" und "The Sand I Brought to The Beach" wieder die unbeschwerte Leichtigkeit des Spring Break thematisch und musikalisch einfangen. Besonders beim unverschämt eingängigen "Like We Ain't Ever" hätte man nicht übel Lust, sich Luke und seinen feierfreudigen Anhängern am weißen Sandstrand anzuschließen. "Are You Leavin' With Him" bildet dann einen mit synthetischen Pop-Melodien garnierten Abgang. Ein würdiger Schlussstrich unter ein äußerst erfolgreiches Kapitel in Bryans Karriere.

Fazit: An die Qualität seiner "normalen" Studioalben kommt Luke Bryan mit "Spring Break... Checkin' Out" nicht heran, aber das ist natürlich auch gar nicht der Anspruch. Dafür ist die Party-Thematik ein viel zu enges Korsett. Dennoch bietet der Sunnyboy eine Vielzahl toller Hits, die auch dieses Jahr den passenden Soundtrack zu den wilden Wochen in Florida liefern werden.

Label: Capitol Nashville (Universal) VÖ: 10. März 2015

  • Titelliste

01 My Ol' Bronco 07 You And The Beach
02 Games 08 Night One
03 She Get Me High 09 Like We Ain't Ever
04 Spring Breakdown 10 The Sand I Brought to the Beach
05 Good Lookin' Girl 11 Are You Leaving With Him
06 Checkin' Out    

vgw
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