Elvis

Elvis - The Man. The Legend. The King of Rock & Roll.

"Elvis" - Ein filmisches Denkmal für den King of Rock'n'Roll mit Austin Butler

45 Jahre - damit ist Elvis Presley nun schon länger tot als er gelebt hat. Am 16. August 1977 verstarb der King of Rock'n'Roll mit gerade mal 42 Jahren auf seinem Anwesen in Memphis, Tennessee an Herzversagen. Die Welt geriet in einen Schockzustand, zwei Jahre später entstand bereits der erste Spielfilm mit Kurt Russell ("Die Klapperschlange") als Elvis. Schon als Kind stand Russell mit seinem Vorbild vor der Kamera, trat den King in "Ob blond, ob braun" (1963) in einer kurzen Szene vors Schienbein.

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2005 entstand eine Miniserie mit Jonathan Rhys Meyers ("From Paris with Love"). Aber so richtig gerecht wird erst Baz Luhrmann ("Moulin Rouge") dem Andenken eines großen Sängers und Performers - mit einer atemberaubenden Darstellung des Newcomers Austin Butler ("Once Upon a Time in Hollywood") als "Elvis".

Die Geburt einer Legende

Schon als Kind begeistert sich Elvis für Comic-Helden, Country Music und Gospel. Mit 10 bekommt er seine erste Gitarre, als Jugendlicher tritt Elvis (Austin Butler) bei Talentwettbewerben auf und weckt damit das Interesse eines dubiosen Jahrmarkt-Managers. Colonel Tom Parker (Tom Hanks) erkennt sofort das Potential dieses jungen Mannes, der mit seiner Musik aus Blues und Gospels und seinem außergewöhnlichen Hüftschwung vor allem die Mädchen zum Kreischen bringt, und damit gleichzeitig für Entsetzen bei Sittenwächtern sorgt.

Fortan nimmt der Colonel Elvis unter seine Fittiche und baut ihn zu einem Superstar auf. Während seines Militärdienstes in Deutschland verliebt sich Elvis in die junge Priscilla (Olivia DeJonge) und heiratet sie. Doch das Glück währt nur kurz. Rassenunruhen machen den mit Afroamerikanern aufgewachsenen Musiker ebenso zu schaffen wie der permanente Druck, auf der Bühne alles geben zu müssen, während seine Hollywoodkarriere nur von seichten Musikkomödien bestimmt wird. Im Hintergrund hält Colonel Parker weiterhin alle Fäden in der Hand und duldet keinen Widerspruch. Als Elvis den Stress mit Drogen zu kompensieren versucht, bricht er das erste Mal zusammen. Der Anfang vom Ende.

"Elvis" - The Show Must Go On

Natürlich war das Leben von Elvis Presley viel zu komplex, um es in zweieinhalb Stunden filmisch abzuarbeiten. Zum Glück war das auch nie die Intention von Regisseur Baz Luhrmann, der es aber dennoch schafft, ein zufriedenstellendes Gesamtbild zu erschaffen. Denn er ist nicht den Weg eines konventionellen Biopics gegangen, um bedeutende Lebensstationen chronologisch abzuhaken. Sein "Elvis" ist eine Mischung aus Melodram und Musikfilm, die wie eine spektakuläre Show inszeniert ist.

Mit Zeitsprüngen, Erinnerungsfetzen und wenigen Originalaufnahmen wird dem Publikum immer wieder klargemacht, wie sehr Elvis von seiner Vergangenheit geprägt war. Dabei kommt der Film aber nie zur Ruhe, es gibt kaum Szenen der Entschleunigung. The Show Must Go On - und so hechelt die Handlung von einem Highlight zum nächsten, von einem Bühnenauftritt zum nächsten, von einem Schicksalsschlag zum nächsten. Das alles geht fließend ineinander über.

Mit den Möglichkeiten heutiger Filmtricks, einer entfesselten Kamera und der grandiosen Schnitttechnik wird daraus vor allem ein visuelles Ereignis, das auf der großen Kinoleinwand besonders gut zur Geltung kommt.

Ein Leben auf der Überholspur

Manchmal wirkt das alles auch ziemlich hektisch und hysterisch, aber so etwas ist man von Luhrmann längst gewohnt und bezogen auf den King of Rick'n'Roll passt das sogar hervorragend. Denn so könnte sich das Dasein für Elvis tatsächlich angefühlt haben. Ein Leben auf der Überholspur ein Mannes, der sich für seine Fans verausgabt hat, kein Mensch mehr sein durfte, sondern wie eine Maschine im Dauerbetrieb funktioniert hat. Nicht zuletzt wegen Colonel Parker, der von Tom Hanks ("Neues aus der Welt") mit Gesichtsprothesen und Fat-Suit eindrucksvoll interpretiert wird, aber so gar nicht sympathisch herüberkommt.

Letztendlich muss sich Parker (1909-1997) im Film kurz vor seinem eigenen Tod mit der Frage konfrontieren, ob nicht er Elvis in den Tod getrieben hat. Die Entdeckung des Films ist aber der 30-jährige Austin Butler, der sehr viel namhaftere Mitkonkurrenten wie Miles Teller ("Top Gun: Maverick") oder Ansel Elgort ("West Side Story") für die Rolle des Elvis ausstechen konnte. Man kann nicht sagen, dass er dem King eins zu eins, wie aus dem Gesicht geschnitten ist, aber wie er die Hüften kreist, wie er in die Kamera blickt, Coolness mit Tragik verbindet, ist atemberaubend und gibt einem eine Idee davon, wie Elvis Konzertsäle zum Kochen gebracht haben muss.

Und dann die Songs, die über alles erhaben sind. Da lässt sich der Film nicht lumpen, um ein möglichst umfangreiches Repertoire abzudecken. Von "Love Me Tender" über "If I Can Dream" bis "In the Ghetto" ist alles dabei. Der King ist und bleibt unsterblich.

Fazit: "Elvis" ist kein gewöhnliches Biopic, sondern wirkt wie eine Wahnsinnsshow. Aber gerade deshalb wird dieser Film dem King und seinem Lebensgefühl so gerecht und kann darüber hinaus mit dem hervorragenden Elvis-Interpret Austin Butler glänzen.

 
Regie     Darsteller   Rolle  
Baz Luhrmann     Austin Butler ... Elvis Presley  
      Olivia DeJonge ... Priscilla Presley  
      Tom Hanks ... Colonel Tom Parker  
      Dacre Montgomery ... Steve Binder  
      David Wenham ... Hank Snow  
      Kodi Smit-McPhee ... Jimmie Rodgers  
Original-Titel: Elvis
Studio: Warner Bros. (Warner Bros.)
Land: USA 2022
FSK: frei ab 6 Jahre
Laufzeit: 159 Minuten
Kino: 23. Juni 2022
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