Craig Morgan - A Whole Lot More to Me

CD Cover: Craig Morgan - A Whole Lot More to Me

Mit seinem achten Studioalbum "A Whole Lot More To Me" bleibt Craig Morgan sich treu.

Obwohl Craig Morgan mit fast 50 Jahren durchaus nicht mehr zur jungen Generation der Country-Sänger gezählt werden kann, beweist er auf seinen Konzerten immer wieder, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Dem deutschen Publikum erbrachte Craig Morgan diesen Beweis erst im vergangenen Jahr, als er beim Deutsch-Amerikanischen Volksfest 2015 im bayerischen Grafenwöhr mit seiner siebenköpfigen Original-Band aus den USA auftrat und mit einer perfekten Bühnenshow und einem Programm aus all seinen Hits überzeugte. Sein letztes Album lag damals zwei Jahre zurück und seither arbeitete Craig Morgan an "A Whole Lot More to Me", welches nach seinen eigenen Worten einen Höhepunkt seiner Karriere darstellt.

Modern und soft

Nicht jedem der Künstler Ü40 gelingt diese gefährliche Gratwanderung der Generationendefinition. Craig Morgan gehörte nie zu den Superstars, "That's What I Love About Sundays" war sein bisher einziger No. 1-Hit, dies bereits im Jahr 2004. Dennoch war er in der Country-Szene stetig präsent und fiel durch kontinuierlich angenehme Musik und nicht durch nervige Experimente auf. Wahrscheinlich ist gerade dies das Geheimnis so einiger Sänger und Bands, die einfach Beständigkeit zeigen und ihren eigenen persönlichen Stil über die Jahre in ihren Shows und Alben tragen. So brach Craig Morgan auch jetzt mit "A Whole Lot More to Me" nicht aus der Reihe, ließ bewusst alles in die gewohnte Richtung laufen und zeigte bereits mit der im September 2015 ausgekoppelten Single "When I’m Gone", dass er mit der Zeit geht, ohne sich gekünstelt zu verstellen. Ein flotter Song, der sicher das Publikum von sieben bis 70 anspricht.

"A Whole Lot More to Me"

Für "A Whole Lot More to Me" holte sich Craig Morgan als Produzent Grammy-Gewinner Byron Gallimore an die Seite, der schon mit Lee Ann Womack, Faith Hill oder Tim McGraw arbeitete. Doch der Sänger trat nicht nur erstmals selbst als Co-Produzent, sondern auch als Autor auf und schrieb an gut der Hälfte der 12 Titel des Albums mit. Weitere namhafte Autoren waren Jim McBride, Josh Osborne, Kevin Denney oder Phil O'Donnell.

Fast ein ganzes Jahr arbeitete er daran und beschreibt das Ergebnis für sich persönlich mit einer Energie, die für den Hörer spürbar werde, einem Lebensgefühl, das er weitertransportieren möchte. Die vergangenen Monate verbrachte Craig Morgan im Studio, denn dem Künstler wurde einiges an Arbeit abverlangt.

Obwohl "A Whole Lot More to Me" insgesamt durchweg im typischen Craig Morgan-Look gekleidet ist, zeigt er sich teilweise klavieruntermalt, leicht schnulzig ("Remind Me When I’m Crazy"), bodenständig, das Landleben und Traditionen preisend ("I Can't Wait to Stay") oder auch erzählerisch ("Countryside of Heaven"). In "Hearts I Leave Behind" hört man Craig Morgan in einem modernen Gospel-Duett mit Mac Powell, Lead-Sänger der christlichen Rock-Band Third Day. Eine herrliche Ballade ist "Nowhere Without You".

Die Begründung, weshalb er "Country" ist, liefert Craig Morgan im entsprechend Fiddle-instrumentierten "I'm That Country". Abgesehen davon wuchs der in Tennessee geborene Künstler auch im echten Leben in Nashville auf. Dass ihm dieser Musikstil im Blut liegt, ist also nicht sonderlich verwunderlich. Dennoch geht er im Titelsong "A Whole Lot More To Me" in eine leicht jazzige Richtung und überzeugt auch hier durch Beschwingtheit und lässt den Hörer einfach in das Lied eintauchen.

Craig Morgans Arbeitsweise

Army-Veteran Craig Morgan gab in der Vergangenheit immer wieder Konzerte für Angehörige der US-Armee, die weltweit stationiert sind. Ein für ihn wichtiger Part seiner Tätigkeit als Entertainer, die ihm sicher ebenso viel bedeutet, wie das Schreiben und Aufnehmen neuer Songs. Er ist ein Mensch, der das Gleichgewicht sucht, es in seiner Familie und bekennender Weise auch im Hobby der Großwildjagd findet. Möglicherweise sind diese Faktoren Craig Morgans Weg, immer wieder auf eine Ebene zurückzukehren, was sich in der Beständigkeit seiner Musik wiederfindet. Die Nähe zu seinen Fans ist ihm wichtig, er ist kein abgehobener Star, geht auch in Konzerten "unters Volk". Zur Premiere des nun neuen Albums "A Whole Lot More to Me" gibt Craig Morgan eine freie Show im Wildhorse Saloon in Nashville mit Gastmusikern, unter anderem Mac Powell, seinem Duett-Partner bei "Hearts I Leave Behind".

Fazit:Ein Album ohne jede Täuschung. Craig Morgan hat "A Whole Lot More to Me" in den Reigen seiner Alben mit zugänglicher und gefällig-moderner Country Music eingereiht.

Label: Black River (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 3. Juni 2016
01 I'll Be Home Soon
02 Living on the Memories
03 All Cried Out
04 A Whole Lot More to Me
05 Hearts I Leave Behind (mit Mac Powell)
06 Country Side of Heaven
07 Nowhere Without You
08 I'm That Country
09 When I'm Gone
10 Who Would It Be
11 Remind Me Why I'm Crazy
12 I Can't Wait to Stay
vgw
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