Auf "That's Just Me" bietet Riley Green ein Album voller neotraditioneller Country Music
Riley Green habe keine feste Methode, die seinen Schreibprozess erklärt. Oft entstünden seine Songs in weniger als einer halben Stunde, dann wieder reifen sie Wochen. Es käme auch darauf an, mit wem er zusammenarbeite. Manchmal habe er spontane Ideen, dann wieder grüble er lange, bis er einen Text fertig habe. So jedenfalls erklärt der Künstler selbst seine Arbeitsweise.
Seine aktuelle Single "Think As You Drunk" sei eher einer der Songs gewesen, die er schnell geschrieben habe. Gemeinsam mit Erik Dylan, Wyatt Mc Cubbin und Jessi Alexander habe er auf Basis der Klangstruktur von "As Good As I Once Was" eine Hommage an sein Idol Toby Keith verfasst, das mit einem gesampelten Gesang der verstorbenen Country-Legende selbst endet. Unterstützt wurde er dabei von Toby Keiths Familie selbst und das Projekt wurde von dessen früherem Manager realisiert. Die Einnahmen kommen der Toby Keith Foundation zugute, die krebskranken Kindern und deren Familien hilft.
Dieses Jahr war für Riley Green mehr als arbeitsreich. Er war auf Tournee, fand dabei sogar noch Zeit, für die TV-Serie "Marshals" als Gast an der Seite von Luke Grimes vor der Kamera zu stehe. Nebenbei gelang es ihm, "That's Just Me" auf den Weg zu bringen. Dabei hat er das Album gemeinsam mit Dann Huff auch noch selbst produziert.
Mit dem vorab veröffentlichten Titeltrack "That's Just Me" – einem Song über eine gescheiterte Beziehung, Reue und dem daraus resultierenden Gedankenspiel – ist Riley Green mit einem weiteren Crossover-Titel unterwegs.
Es heißt ja, "was gut ist, muss man nicht ändern". Doch bei manchen Songs auf dem Album gleitet Riley Green in die Oberflächlichkeit ab. Er gibt sich mit halbherzigen Sachen zufrieden. Es zeigt sich wenig Abwechslung.
Hochkarätige Duett-Partner auf "That's Just Me"
Dafür hat er sich für "That's Just Me" Unterstützung großer Kollegen geholt und dabei hätte Hervorragendes herauskommen können. Doch auch die Hommage an und mit Brooks & Dunn "Pave All Them Red Dirt Roads" ergreift nicht wirklich.
Von der Supergruppe Alabama griff sich Riley Green Sänger Randy Owen für den Lagerfeuersong "Lookout Mountain" ab. Das vorab veröffentlichte "Go again" klingt in etwa ähnlich. Schön. Doch eben ähnlich.
Vergeuden hier talentierte Leute ihre Zeit? Nein. Beim Beitrag von Jake Worthington kam am Ende ein richtig cooler neotraditioneller Drinkin' Song raus. "Well Well Whiskey" ist ein gelungenes Gesamtpaket der beiden Sänger.
Die Wahrheit ist, es erscheinen derzeit auch wahnsinnig viele Alben und die Erwartungen an Riley Green waren unendlich hoch.
Fazit: "That's Just Me" ist ein Album, das zeigt, dass neotraditionelle Country Music manchmal zwangsläufig auf Kosten der Tiefenschärfe geht. Riley Green gehört definitiv in die Reihe der großartigen Künstler unserer Zeit, doch vielleicht ruht er sich gerade auch etwas zu sehr auf seinem Ruhm aus.










