8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz

8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz

"8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" ist ein US-amerikanischer zeitgenössischer Western-Biografie-Dramafilm aus dem Jahr 1994 unter der Regie von John G. Avildsen. Der Titel bezieht sich auf die Zeit, die ein Bullenreiter auf dem Rücken eines Bullen bleiben muss, damit sein Ritt gewertet wird. Der Film zeigt Luke Perry als amerikanische Rodeo-Legende Lane Frost und konzentriert sich auf dessen Leben und Karriere als Bullenreit-Champion. Außerdem sind Stephen Baldwin als Tuff Hedeman und Red Mitchell als Cody Lambert zu sehen.

 

Der Film wurde kurz nach Frosts 30. Geburtstag Ende 1993 fertiggestellt und uraufgeführt.

 

"8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" - Die Geschichte des Rodeo-Stars Lane Frost

Acht Sekunden - so lange muss ein Rodeo-Reiter auf einem wilden Bullen im Sattel bleiben, bevor er abgeworfen wird. Im Süden der USA sind Rodeos längst Volkssport und Lane Frost gehört zu den berühmtesten Reitern. Allerdings basiert sein Ruhm auf ein tragisches Schicksal. Frost erreichte nicht einmal das 26. Lebensjahr. Bei seinem letzten Ritt schaffte er zwar die acht Sekunden, doch nach seinem Abwurf kam der Bulle nochmals auf Lane zu und verletzte ihn tödlich. John G. Avildsen ("Rocky") verfilmte sein Leben bereits von 31 Jahren. "8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" kam aber nie in die deutschen Kinos und erschien bei uns erst 2016 auf DVD.

Ein Leben fürs Bullenreiten

Von seinem Vater Clyde Frost (James Rebhorn) hat Lane (Luke Perry) in Oklahoma das Bullenreiten erlernt. Anfang der Achtzigerjahre will er schließlich selbst ein erfolgreicher Reiter werden und klappert mit seinen Kumpels Tuff (Stephen Baldwin) und Cody (Ted Mitchell) etliche Turniere ab. Dabei lernt er die Reiterin Kellie Kyle (Cynthia Geary) kennen. Die beiden verlieben sich und heiraten.

Der Erfolg wächst Lane über den Kopf. Er wird im ganzen Land berühmt und strebt sogar die Weltmeisterschaft der Professional Rodeo Cowboys Association an, was ihm 1987 gelingt. Kellie indes fühlt sich von ihrem Mann vernachlässigt, wodurch Lane an ihre Loyalität und Treue zweifelt. Am 30. Juli 1989 schließlich reitet er bei einem Rodeo in Wyoming einen Bullen namens Takin' Care of Business. Nachdem Lane nach dem Ritt im Schlamm gelandet ist, dreht sich der Bulle plötzlich um und trifft ihn mit dem Horn in den Rücken, wodurch eine Hauptschlagader getroffen ist. Durch die innere Blutung stirbt Lane noch in der Arena, bevor der Krankenwagen kommt.

"8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" - Rummel und Rodeos

Es ist die klassische Geschichte vom Aufstieg eines Helden, der Rückschläge erleiden muss und seinen Triumph feiert. Doch diesmal findet alles ein tragisches Ende. Eine auf Tatsachen beruhende Tragödie über den Rodeo-Champion Lane Frost (1963-1989), gespielt von Luke Perry ("Beverly Hills, 90210"), der selbst 2019 mit 52 Jahren relativ früh verstorben ist. Er spielt Frost aber nicht als strahlender Westernheld, sondern bringt auch die Selbstsuche und die damit verbundenen Widersprüche und Verletztheit seiner Figur überzeugend rüber. Es geht um Authentizität und Emotionalität, mit der Lane Frost fürs Publikum greifbar gemacht werden soll.

Nichtsdestotrotz ist es erst das traurige Ende, das jeden Zuschauer schockt und eine Ergriffenheit auslöst. Bis dahin aber dümpelt das Drama vor sich hin. Die Love-Story und nachfolgenden Konflikte in der Ehe bringen nur wenig Spannung in die Handlung, Visuell stark sind aber die Rodeo-Szenen. Die Kamera fängt die Reiter auf ihren jeweiligen Bullen sehr authentisch und dynamisch ein. Man spürt regelrecht die Gefahr, die von diesen Tieren ausgeht, wenn sie in Rage geraten. Auch atmosphärisch will der Film authentisch sein und beschönigt nichts an der Welt der Cowboys, sondern zeigt die raue Realität zwischen Staub und Schlamm.

Wer Fan dieser derweil typisch amerikanischen Sportart ist, die heutzutage eng mit der Cowboy-Kultur verbunden wird, kommt gewiss voll auf seine Kosten. Der veranstaltete Rummel um die Rodeos wird im Film ebenfalls zelebriert, wenn die Menschen aus der Umgebung bei Bier und Barbecue zusammenkommen, um sich unterhalten zu lassen. Was dabei natürlich auch nicht fehlen darf, ist Country Music, und da lässt sich "8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" so gar nicht lumpen.

Country Music als erzählerisches Mittel

Die Musik spielt im Film eine wesentliche Rolle, um die emotionalen Zustände der Charaktere stärker zu transportieren. Zumal Country Music ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Rodeos ist.

In "8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz" kommen vor allem Songs aus der New Country Ära zum Tragen, weil die Story nun mal in dieser Zeit spielt und damit das Lebensgefühl von Lane Frost reflektiert werden soll. In den Songs geht es um Freiheit, Risiko, Liebe und Verlust, sie handeln von harter Arbeit und einfachen Lebensverhältnisse.

Viele Country-Größen bereichern den Soundtrack. Etwa Garth Brooks mit seinem Song "The Cowboy Song", der die innere Zerrissenheit von Lane Frost zum Ausdruck bringt. Brooks & Dunn steuern mit "Ride 'Em High, Ride 'Em Low” einen Song bei, der den rauen Geist des Rodeos einfängt. Das Duo hat sogar einen Auftritt im Film, ebenso Vince Gill mit dem Song "When Will I Be Loved". Reba McEntire wiederum besingt die Gefühlswelt von Kellie.

Die balladenhaften Country Songs dienen der melancholischen Grundstimmung des Films und dienen oft als Übergang, wenn die Cowboys von einem zum nächsten Rodeo ziehen. Insofern dürfte der Soundtrack von "8 Seconds - Tödlicher Ehrgeiz " zumindest das Herz eines jeden Country Music Fan höherschlagen lassen.

Fazit: Dieses Biopic über den 1989 tödlich verunglückten Rodeo-Reiters Lane Frost richtet sich vor allem an die Liebhaber dieses Sports, der vor allem in den USA populär ist. Ebenso werden Freunde der Country Music gut bedient. Alle anderen werden es schwerhaben, einen Zugang zu diesem Film zu finden. Denn der Plot allein ist dramaturgisch nicht wirklich aufregend und wird einige sogar richtig kalt lassen.

 
vgw
Anmelden