Reba McEntire - Not That Fancy

CD Cover: Reba McEntire - Not that Fancy

Für "Not That Fancy" hat sich Reba McEntire mit Produzent Dave Cobb zusammengetan um 14 ihrer schönsten Klassiker neu einzuspielen

Reba McEntire. Der Name klingt in der Country-Szene wie Donnerhall: ein Superstar, eine Ikone, eine lebende Legende. Seit 1976 mischt die rothaarige Sängerin mit dem kessen Lachen Nashville auf. 32 Studioalben stehen genauso zu Buche wie 25 Nummer eins-Hits sowie sage und schreibe über 80 Millionen verkaufter Tonträger und weit über 70 Awards.

Auszeichnungen erlangte die 1955 in Oklahoma geborene Künstlerin nicht nur als Sängerin, sondern auch als Schauspielerin (u.a. ihre eigene Comedy-Serie "Reba"). Ihre Schäfchen hat die umtriebige Allrounderin natürlich seit langem im Trockenen - ihr Durst nach guter Country Music ist deshalb aber noch längst nicht gestillt. Jüngster Beleg: ihr neues Album "Not That Fancy".

"Not That Fancy": 14 Reba-Hits im neuen Sound-Outfit

Wie es sich für die gewiefte Geschäftsfrau gehört, hat mit "Not That Fancy" gleich ein ganzes Paket geschnürt. Neben dem 14 Songs starken Album veröffentlicht sie ein gleichnamiges Buch, zu dem kein Geringerer als Garth Brooks das Vorwort schrieb. Wir aber kümmern uns hier um die Musik - und die kann sich allemal hören lassen. Schließlich verfolgte Reba dabei ein vielversprechendes Konzept: Man nehme ein gutes Dutzend ihrer eigenen Hits und interpretiere sie - unter der Regie von Roots-Experte Dave Cobb - neu. Als Draufgabe gibt es einen völlig neuen Song. Hört sich gut an? Tut es!

Für den Einstieg in den runderneuerten Hit-Reigen hat sie sich den 1996er Song "The Fear Of Being Alone" ausgedacht. Keine schlechte Wahl. Der Track vom "What If It's You"-Album definiert schließlich punktgenau den Sound und die Karriere der großartigen Sängerin: astreiner Country-Pop mit einer dezenten Dosis Pathos. Mit den anschließenden Titeln "Consider Me Gone" (aus dem Jahr 2009) und dem frühen Hit "Somebody Should Leave" (aus dem Jahr 1984) zeigt die temperamentvolle Künstlerin, dass sie im Balladenfach bestens zu Hause ist. Beide Tracks sind maßgeschneidert für die perfekt phrasierende und sorgsam Emotionen dosierende Sängerin beide Songs verströmen sie eine herrliche Prise Country-Nostalgie. Wie gut diese Titel, die längst zur Country-Literatur gehören, in den Händen von Dave Cobb liegen, beweist sich hier ebenfalls. Der Mann hat einfach Geschmack. Er weiß, wann er dick auftragen darf und wann zu viel einfach zu viel ist.

Diese Balance zeichnet alle 14 Tracks von "Not That Fancy" aus. Dennoch stechen einige Songs in diesem neuen Outfit hervor. Einer davon ist "How Blue", ein sehr traditionell angelegter Country-Song, gleichfalls mit Herstellungsdatum 1984 und ebenfalls vom "My Kind Of Country"-Album. In dem bluesigen Track, in dem die Fiddle die erste Geige im Arrangement spielt, zeigt Reba welches stimmliche Feuer nach fast 50 Karrierejahren noch in ihr lodert. Jüngeren Datums aber nicht weniger beeindruckend nimmt sich das anschließende "If You See Him, If You See Her" aus. Das 1998 erschienene Duett mit Brooks & Dunn gehörte zu den schönsten Country-Balladen der 90er Jahre. Völlig zu Recht, wie uns mit dieser gelungenen Neuauflage wieder bewusst wird.

Gutes Team: Reba McEntire und Produzent Dave Cobb

Auch die restlichen Songs handeln vorwiegend von Liebe und Liebesleid, von Beziehung eingehen und vom sich-trennen. Na klar, es ist nun mal der Stoff, aus dem die schönsten Songs geschneidert sind, die Grundlage für herzerwärmende Harmonien und berührende Texte. Beides davon gibt es im weiteren Verlauf von "Not That Fancy" noch satt. Mal mit Klavier und Pedal Steel sparsam arrangiert ("New Fool At An Old Game"), mal üppig als Country-Oper angelegt ("The Night The Lights Went Out In Georgia"). Bevor das Album mit dem trotzig-mutigen "I´m A Survivor" (die Story einer Single-Mom) und dem beherzt rockig-bluesigen "Fancy" kraftvoll ausklingt, hält sie noch zwei Leckerbissen parat: Zum einen das so schmalzige wie kraftvolle Duett mit Dolly Parton "Does He Love You" (im 1993er Original war Rebas Duett-Partnerin Linda Davis) sowie - als neuen Track - "Seven Minutes In Heaven". Eine weitere Ballade, stimmig durchdacht und arrangiert und mit Klavier und Pedal Steel sehr Country gehalten. Die Frau hat nichts verlernt.

Fazit: Reba McEntire hat sich für "Not As Fancy" gemeinsam mit Produzent Dave Cobb ihren Backkatalog vorgenommen und 14 ihrer Klassiker neu eingespielt. Eine gelungene stripping-down-Behandlung, die den Songs hörbar gut tut.

Label: Rockin' R (Universal)
VÖ: 6. Oktober 2023
Disk 1
01 The Fear of Being Alone
02 Consider Me Gone
03 Somebody Should Leave
04 How Blue
05 If You See Him, If You See Her (with Brooks & Dunn)
06 Till You Love Me
07 Seven Minutes in Heaven
08 The Night the Lights Went Out in Georgia
09 Does He Love You (with Dolly Parton)
10 One Promise Too Late
11 The Last One to Know
12 New Fool at an Old Game
13 I’m A Survivor
14 Fancy

 

 

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