Asleep At The Wheel - Still the King: Celebrating the Music of Bob Wills and His Texas Playboys

CD Cover: Asleep At The Wheel - Still the King: Celebrating the Music of Bob Wills and His Texas Playboys

Am 13. Mai 1975 verstarb Bob Wills, der Erfinder des Western Swing. Schon sechs Jahre vor dem Tod des texanischen Musikers gründete sich Asleep At The Wheel, die bis heute die bekanntesten Vertreter der Musikrichtung sind, die Country und Jazz verknüpft. Zusammen mit illusteren Gästen hat die Band nun mit "Still the King: Celebrating the Music of Bob Wills and His Texas Playboys" ein weiteres Mal ein Tribut-Album mit Songs von Bob Wills aufgenommen.

Der 1909 geborene Bob Wills ist für viele der unumstrittene "King of Western Swing". Zusammen mit seiner Band, den Texas Playboys, stand er fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und spielte zahllose Konzerte. Seine Hochzeit erlebte der mit neun Geschwistern im ländlichen Limestone County aufgewachsene Musiker in den 30er und 40er Jahren. Bob Wills and His Texas Playboys gehören so zu den ersten Stars der amerikanischen Country-Szene.

Sänger und Gitarrist Ray Benson, Kopf von ist seit Jahrzehnten erfolgreich darum bemüht, die Tradition des Western Swing zu erhalten. "Ride with Bob" markierte 1999 die erste Hommage an Bob Wills in Albumlänge. "A Tribute to the Music of Bob Wills" folgte 1994 - zwei Alben, die mit insgesamt vier Grammy® Awards belohnt wurden.

Rechtzeitig vor dem 40. Todestag kommt nun das dritte Tribut in die Läden, an dem sich eine imposante Schar an Gästen beteiligt hat. Dabei sind unter anderem Randy Rogers, Willie Nelson, Brad Paisley, Jamey Johnson, Merle Haggard, The Time Jumpers mit Vince Gill, Old Crow Medicine Show, Robert Earl Keen, Lyle Lovett, Amos Lee und George Strait beteiligt.

Das Intro, die "Texas Playboys Theme" führt direkt zurück in die Vergangenheit, singt diese doch Leon Rausch, besser bekannt als die Stimme von Bob Wills and His Texas Playboys. Wie viele Gedanken sich die Macher bei der Produktion gemacht haben, zeigt sich schon hier, ist das Intro doch mit den Knack-Sounds einer abgenutzten Schallplatte versehen.

Folk und Jazz-Sänger Amos Lee ist es dann vorbehalten, den bunten Reigen der staubfreien Neuaufnahmen einzuleiten. Doch auch wenn hier im Hintergrund nichts mehr knarzt - mit einer Anbiederung an moderne Klangwelten hat weder "I Hear Ya Talkin'" noch der Rest der mit 22 Songs gut gefüllten CD etwas zu tun. Stattdessen zeigt schon diese Nummer die enorme Spielweite der Vorlagen auf, denn auch Blechbläser hatten eine Berechtigung in der Musik, mit der Wills und Co. damals die Tanzhallen des Landes füllten. Und tanzbar ist diese Adaption zweifelsfrei auch.

Wer einen noch viel schnellen Tanz bevorzugt, ist bei den Herren von Old Crow Medicine Show richtig. Die Band legt mit dem Jazz-Klassiker "Tiger Rag" ein furioses Instrumental vor, das am ehesten mit einem musikalischen Wirbelsturm zu vergleichen ist. Großartig!

Nicht immer überlasst Asleep at the Wheel-Frontmann die Interpretationen der alten Songs ausschließlich den Gästen. So teilt er sich bei "I Can't Give You Anything But Love" den Gesang mit Songwriterin Kat Edmonson. Daraus ergibt sich ein wunderbares Duett der Gegensätze: Benson mit seiner tiefen und Edmonson mit ihrer hohen Stimme, die unweigerlich an Gesangsdarbietungen vieler Filme aus den 50er und 60er Jahre erinnert.

Ein Markenzeichen von Bob Wills hat Ray Benson ebenfalls für die Produktion übernommen, so fungiert er bei fast allen Songs als Ansager und Kommandogeber, wenn es darum geht, die Soloeinlage eines Instrumentalisten anzukündigen. So lässt er es sich auch nicht nehmen, das munter-fröhliche "My Window Faces the South" mit Brad Paisley anzusagen. Obwohl - jeder echte Countr-Fan Paisley am unverkennbaren Sound seiner Telecaster erkannt hätte. Trotzdem entsteht so ein gewisses Live-Flair, das ähnlich in vielen der alten Aufnahmen zu hören ist. Beim mexikanisch angehauchten "South of the Border (Down Mexico Way)", lässt sich selbst George Strait sich nicht lumpen, positive Kommentare über die Musiker loszuwerden. Zweifellos ein Beleg für die relaxte Stimmung, die während der Aufnahmen geherrscht haben muss.

Fazit: Asleep at the Wheel sollten im Regal mit den Grammys Platz schaffen, denn wenn es für dieses tolle und authentische Tribut-Album keine Auszeichnungen gibt, wäre das eine große Enttäuschung.

Label: Bismeaux / Proper (H'Art) VÖ: 6. März 2015

  • Titelliste

01 Intro - Texas Playboy Theme 12 South of the Border (Down Mexico Way)
02 I Hear Ya Talkin' 13 I Had Someone Else Before I Had You
03 The Girl I Left Behind Me 14 My Window Faces South
04 Trouble in Mind 15 Time Changes Everything
05 Keeper of My Heart 16 A Good Man Is Hard to Find
06 I Can't Give You Anything but Love 17 Ding Dong Daddy from Dumas
07 Tiger Rag 18 Brain Cloudy Blues
08 What's the Matter with the Mill 19 Bubbles in My Beer
09 Navajo Trail 20 It's All Your Fault
10 Silver Dew on the Bluegrass Tonight 21 Twin Guitar Special
11 Faded Love 22 Bob Wills Is Still the King


Anmelden