Holly Williams - The Highway

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Redaktionswertung Bewertung: 4,5 Sterne = sehr gut
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Williams. Dieser Nachname bedeutet im Country viel. Er ist ein Versprechen, eine Bürde, eine Verpflichtung und auch ein attraktives Vermarktungsargument für die Plattenfirma. Das alles verspürt auch Holly Williams, die 32-jährige Enkelin vom großen Hank Williams, Tochter vom nicht immer großartigen Hank Williams Jr.

Erst als 17-Jährige ignorierte sie ihre musikalischen Gene nicht mehr, begann mit dem Gitarrespielen und später mit dem Songschreiben. In 2003 reichte es für eine EP, in 2004 nahm sie Universal South unter Vertrag. Dennoch floppte das recht traditionell gehaltene Debüt "The Ones We Never Knew". Das in 2009 erschienene "Here With Me" machte ihrem Namen schon mehr Ehre - Platz 37 in den Country-, Platz elf in den Billboard Top 200-Charts. Geht doch ...

Und mit dem jetzt erschienen Album "The Highway" könnte sie weiter auf Erfolgskurs sein. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls prima. Zum einen, weil sie mit Charlie Peacock (The Civicl Wars) einen genauso routinierten wie erfolgsverwöhnten Produzenten gewinnen konnte, zum anderen, weil sie mit diesen elf Tracks geschmeidig auf der Folk- und Americana-Welle reitet. Weil ihr überdies noch Größen wie Dierks Bentley, Jacob Dylan, Hollywood-Star Gwyneth Paltrow und West-Coas-Legende Jackson Browne stimmlich zur Seite standen, sorgt "The Highway" schon für ordentlich Aufmerksamkeit.

Doch das publicityträchtige Namedropping wäre bei der Qualität der Songs und Interpretation eigentlich gar nicht nötig. Schon der Opener macht mit ruhigen, fast mystischen Tönen klar, dass wir es hier mit einer ernsthaften und überaus talentierten Künstlerin zu tun haben. "Drinkin'" heißt der Track, wie alle anderen von ihr mit Feingefühl und harmonischem Geschmack entworfen. Eine wunderschöne Säufer-Ballade, der sie mit rauchig-flatternder Stimme die nötige Authentizität verleiht. Drinkin' - auch dieses Thema ist untrennbar mit dem Namen "Williams" verbunden...

Doch Holly ist nicht Hank III. Sie lebt ihre Aggressionen nicht selbstzerstörerisch aus. Sie ist ein anderer Mensch, mit einem wesentlich gezügelterem Temperament. Sie erlaubt sich Ruhe, Pausen, Nachdenken und introvertierte Gedanken. Und auch pure Harmonie. Titel wie die leise Klavierballade "A Good Man", das ruhige, mit Jackson Browne angestimmte "Gone Away From Me" oder das mit keltischen Klängen ausgestattete "Let You Go" verströmen herrliche Herzenswärme.

Für dieses wohlige Gefühl ist auch Produzent Peacock mitverantwortlich. Meisterhaft versteht er es, Top-Musiker wie Glenn Worf (Bass) und Dan Dugmore (Steel Guitar) durch die spartanischen Arrangements zu führen. Das Klangbild bleibt nahezu bei jedem Titel luftig und transparent. So kann Holly Williams ihre stimmlichen Qualitäten frei entfalten - und bezaubern. Das gelingt ihr auch beim rockigsten Track der CD, dem traditionellen, dennoch aber unter Dampf stehenden "Railroads". Falls die Musik-Karriere trotzdem immer noch nicht so richtig zünden möchte, wird es Holly Williams verschmerzen können. Schließlich besitzt sie in Nashville eine angesagte Designer-Boutique, Faith Hill, Taylor Swift und Kelly Clarkson sollen zur ihren Stammkunden zählen.

Fazit: Ein genauso leises wie tolles Album der Hank-Williams-Enkelin. Ein sicherer Tipp, für alle Freunde des Americana und Folk

Label: Georgiana (in Deutschland nicht veröffentlicht) VÖ: 5. Februar 2013

  • Titelliste

01 Drinkin' 07 Let You Go
02 Gone Away from Me (mit Jackson Browne) 08 Giving Up
03 Railroads 09 A Good Man
04 Happy 10 'Til It Runs Dry
05 The Highway 11 Waiting on June
06 Without You 12  


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