John Corbett - Leaving Nothin' Behind

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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Singende Schauspieler gibt es genügend. Warum auch nicht? Wer sagt denn, dass man nur auf einem einzigen Gebiet Talent haben darf, dass man nur in einer Disziplin überzeugen kann? Dennoch haben es diese Mehrfachbegabungen immer schwer, wenn sie in einem neuen Metier reüssieren. Vorurteile werden da schnell herausgekramt, Klischees und Häme verbreitet. Okay, nicht immer ganz zu Unrecht.

Im Falle von John Corbett aber verbittet sich jede gallige Vorverurteilung. Der smarte Knabe aus TV-Rennern wie "Sex and the City" und Kino-Erfolgen wie "My Big Fat Greek Wedding" hat schon 2006 mit seinem selbstbetitelten Debüt für wohlwollendes Nicken in der Country-Gemeinde gesorgt. Ja, der Mann hat’s drauf - raunte die Music Row. Platz 42 der Country-Charts sprang für den 1961 in West Virginia geborenen Sänger/Schauspieler heraus. Nicht schlecht...aber natürlich auch noch nicht so richtig toll.

"Obwohl ich Gitarre spiele, seit ich denken kann, konnte ich mir dennoch nie vorstellen, von der Musik leben zu können", sagt er bescheiden. Muss er ja auch nicht mehr. Er hat ja als Filmstar einen ordentlichen Beruf. Die Musik - das ist dann wohl eher Hobby. Garantiert aber auch Leidenschaft und Selbstverwirklichung.

Das hört man "Leaving Nothin' Behind" jedenfalls an. Zehn Songs hat John Corbett darauf versammelt, in Szene gesetzt von Jon Randall Stewart. Schon alleine dieser Produzent macht deutlich, wie sehr Corbett die Musik am Herzen liegt. Denn der aus Dallas stammende Musiker, Songwriter und Producer genießt hohes Ansehen im anspruchsvollen Country und Bluegrass. Auf sein Konto gehen u.a. die herrliche Säufer-Ballade "Whiskey Lullaby" von Brad Paisley und für Dierks Bentleys "Up On The Ridge" schrieb er etliche Songs und übernahm die Produktion. Nun also John Corbett.

Für "Leaving Nothin' Behind" steuerte er sieben Songs als Autor bzw. Co-Autor bei. Doch auch das Klangkostüm trägt ganz klar seinen Zuschnitt, das heißt: kein Mainstream-Country-Pop, sondern eher solide, staubige Vintage-Klänge. So bietet der zweite Corbett-Wurf Songs aus dem Grenzbereich zwischen Country, Folk und Rock. Anstatt auf meterdicke Soundteppiche zu setzen, vertrauen Corbett und Stewart auf schlichte, simple Songs, mit eingängigen Melodien und klaren Aussagen. Solide Hausmannskost. Aber auch von zeitloser Qualität.

Das gilt vom Opener, dem erdigen, braven Country-Rocker "Steal Your Heart", bis zu den finalen ruhigen Folk-Tönen von "Dairy Queen". Dazwischen streut Corbett etliche Balladen ein - wie das seinem verstorbenen Vater gewidmete "Name On A Stone" oder das traurige, Booze-geschwängerte "Me And Whiskey". Während er den Whiskey in Countrytönen besingt, hat er für das anschließende "Cocaine And Communion" natürlich angesagtere Klänge parat - melodischen Rock. Ein Retro-Glanzlicht setzt daher der von Top-Musikern wie Brian Sutton, Dan Dugmore und Michael Rhodes unterstützte Corbett mit "Satin Sheets": drei Minuten purer Rock 'n' Roll, klasse gemacht und prima gesungen. Wenn er keine neue Rolle vor der Kamera mehr bekommen sollte, muss ihm nicht Bange sein. Wie gesagt, er hat’s auch als Musiker drauf.

Fazit: Der Hollywood-Star zeigt hier, dass er auch als Musiker voll überzeugen kann: Solider Country-Rock mit Folk- und Rock 'n' Roll-Tupfern - sympathisch präsentiert.

Label: Funbone (in Deutschland nicht veröffentlicht) VÖ: 5. Februar 2013

  • Titelliste

01 Steal Your Heart 06 Backside of a Backslide
02 Tennessee Will 07 Me And Whiskey
03 Name On A Stone 08 Cocaine And Communion
04 Rainy Windy Sunshine 09 Satin Sheets
05 El Paso 10 Dairy Queen


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