Laura van den Elzen

Der zweite Platz bei DSDS - Deutschland sucht den Superstar kann für Laura van den Elzen, als auch für die Country-Szene, von Vorteil sein.

Nein, Country Music hatte es in den letzten Jahrzehnten wirklich nicht leicht in Deutschland. Viele amerikanische Country-Künstler machten einen Bogen um Deutschland, im Radio wurde das Genre ignoriert und in der öffentlichen Wahrnehmung galt das Genre teilweise als peinlich. Das hat sich in den letzten Jahren geändert.

Die amerikanischen Country-Künstler geben sich hierzulande zum Teil die Klinke in die Hand, im Radio hört man immer öfter einen Country-Song und bei vielen Menschen gilt Country Music inzwischen als cool. Einzig die nationale Szene hat es noch nicht geschafft, davon zu profitieren. Durch die Teilnahme von bei "Deutschland sucht den Superstar" gibt es nun eine Chance.

Laura van den Elzen bringt Country Music zu DSDS - Deutschland sucht den Superstar

Den einen oder anderen Country-Song hat es ja schon bei DSDS - Deutschland sucht den Superstar gegeben, aber dass ein Country-Sänger oder, wie im Falle von Laura van den Elzen, eine Country-Sängerin bis ins Finale kommt, das gab es noch nie. Wobei der Untertitel der 13. Staffel von Deutschland sucht den Superstar, "No Limits", ein wenig irreführend ist, denn Limits gab es schon. Bis zur Finalausscheidung durfte Laura van den Elzen keinen Country-Song singen. Nicht, dass die Niederländerin nicht gewollt hätte, aber Berater und Redakteure wollten nicht so wie die Teilnehmerin. In der ersten Finalausscheidung sang van den Elzen dann "Nine to Five" von Dolly Parton und kam eine Runde weiter. Selbst H.P. Baxxter sagte, dass er den Country-Song kenne.

Es war aber schon interessant zu sehen, wie viele Country-Songs, zum Beispiel im DSDS-Recall auf Jamaika, gesungen aber als Pop Songs ausgegeben wurden.

Warum der zweite Platz für Laura van den Elzen besser ist, als der Sieg

Natürlich hätte sich Laura van den Elzen über den Sieg und den dazugehörigen Titel "Superstar 2016" gefreut, aber das hätte auch bedeutet, dass Dieter Bohlen zumindest ihr erstes Album produziert hätte. Bei allem Erfolg, den Dieter Bohlen gehabt hat, ist es sehr schwer vorstellbar, dass er ein gutes Country-Album produzieren kann. Bei der von ihm bereits produzierten Single "Glücksmoment" setzte er voller Stolz eine Mundharmonika ein und dachte wohl, das würde Country Rock ausmachen. Für ein Country-Album fehlt ihm vermutlich das Verständnis und das Feeling für das Genre.

Somit hat Laura van den Elzen das Beste aus DSDS rausgeholt, was sie konnte. Sie ist bis ins Finale gekommen und kann ihr Glück nun selbst in die Hand nehmen.

Was sollten die nächsten Schritte für Laura van den Elzen sein?

Zunächst geht Laura van den Elzen mit den anderen DSDS Top 6 Teilnehmern auf Tournee. In ihre Auftritte im Rahmen der Tournee sollte Laura van den Elzen zwei Country-Songs, zum Beispiel Dolly Parton "Nine to Five", mit einbauen. So kann sie den DSDS-Fans das Genre Country Music nahebringen. Klar muss sie "Total Eclypse of My Heart" singen, denn mit diesem Lied hat sie sich in den Recall und in die Event-Shows gesungen.

Jetzt schon sollte Laura van den Elzen die Songs für ihr neues Album aussuchen, Produzenten anrufen und alles vorbereiten. Vermutlich darf sie eine bestimmte Zeit nach Beendigung von Deutschland sucht den Superstar kein Album veröffentlichen, vermutlich sechs Wochen bis drei Monate, aber Vorbereitung kann nicht schaden. Sie sollte sich für eine Single entscheiden, ein Musikvideo drehen und alles für die Veröffentlichung vorbereiten.

Natürlich sollte Laura van den Elzen auch schon schauen, auf welchen Veranstaltungen sie auftreten kann, um ihre Live-Präsenz auszubauen. Aber sie sollte auch mit Bedacht vorgehen, denn zu viele oder gar schlechte Veranstaltungen würden Kontra-Produktiv sein. Man kann nur hoffen, dass Laura van den Elzen gute Berater hat.

Wie kann die deutsche Country-Szene von Laura van den Elzens Erfolg profitieren?

Man spürt förmlich schon, wie sich einige Veranstalter die Hände reiben, die hoffen, ohne großen eigenen Einsatz ein junges Mädchen über den Tisch zu ziehen - so wie es in den vergangenen Jahren auch schon immer mal wieder passiert ist. Veranstalter haben jetzt die Chance, neues Publikum für ihre Festivals, Clubs oder andere Veranstaltungen zu gewinnen. Dazu gehört aber auch ein Stück Professionalität. Einfach nur Laura van den Elzen buchen, wird nicht genügen. Man muss auch ordentlich Promotion und Marketing machen, so wie es zum Beispiel das European Country Festival und das Rhöner Country Festival machen.

Wenn man jetzt die DSDS-Zuschauer zu den Country-Festivals, Clubs etc. bringen kann, in einem vernünftigen Ambiente und guter Musik, könnten aus den DSDS-Fans auch Country-Fans werden. Laura van den Elzen kann hier die perfekte Brücke schlagen, um diese Zielgruppe das Genre Country Music näher zu bringen.

Country-Künstler, die ebenfalls bei den Veranstaltungen auftreten, haben ebenfalls die Chance, neue Fans zu gewinnen, aber nur eine Facebook-Seite wird nicht reichen, um diese Menschen auch als Fans zu gewinnen. Da müssen die Webseiten auf den neusten technischen und inhaltlichen Stand gebracht werden, neben Facebook auch andere soziale Netzwerke gepflegt werden, Termine frühzeitig bekanntgegeben werden, das Promotion-Material auf den neuesten Stand gebracht werden und man muss beginnen Promotion und Marketing für sich zu machen.

Andere Länder haben auch eine funktionierende nationale Country-Szene und hier ist eine Chance für die deutsche Szene, das Festivalsterben zu beenden und die Bands aus ihrer (teilweisen) Lethargie zu holen und den Popularitätsschub von Deutschland sucht den Superstar und Laura van den Elzen zu nutzen. Die Zeit darüber zu grübeln und zu diskutieren ist vorbei, jetzt muss in die Hände gespuckt werden, dann sind Laura van den Elzen, die Veranstalter, die nationalen Country-Künstler und die Country Medien die heimlichen Gewinner von Deutschland sucht den Superstar 2016.

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