CD Cover: Marty Stuart and His Fabulous Superlatives - Way Out West

Große Gitarren, tolle Grooves, berührende Vocals: "Way Out West" von Marty Stuart hat alles, was ein großes Country-Album braucht.

Er war Präsident der Country Music Foundation, gewann mehrere Grammys, spielte mit Johnny Cash und Lester Flatt und war im Laufe seiner Karriere an der Aufnahme gleich mehrerer Meilensteine des Genres beteiligt: Marty Stuart ist eine lebende Country-Legende. Daran, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, denkt der 59-Jährige aber noch lange nicht. Mit "Way Out West", seinem mittlerweile 18. Studio-Album, beweist er eindrücklich, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Way Out West ist eine Hommage an die Heimat

wuchs in Philadelphia, Mississippi, auf. Die Magie des " Golden State" prägte ihn schon früh: die Kultur, die Filme und vor allem die Musik. Die neue Platte ist auch ein Tribut an diese Region - und konnte folgerichtig nur in Kalifornien aufgenommen werden. Ein Teil der Aufnahmen wurde bei Capitol Records eingespielt, wo bereits ikonische Alben wie etwa "Pet Sounds" von den Beach Boys entstanden. Ein anderer Teil entstand in den Campbell Studios unter der Leitung von Produzent und Tom Petty-Gitarrist Mike Campbell, der sich von den Aufnahmen und dem Ergebnis überwältigt zeigte.

Begleitet wird Stuart dabei erneut von den "Fabulous Superlatives" - Gitarrist Kenny Vaughan, Drummer Harry Stinson und dem neuen Bassisten Chris Scruggs. Stilistisch schlägt das Quartett einen weiten Bogen von trockenen Wüstensound (wie etwa im Titeltrack) über Native American Chants ("Desert Prayer") bis hin zu mitreißenden Steel Guitar-Instrumentals im Stil der Ventures ("El Fantasmo Del Toro", "Quicksand").

Absoluter Höhepunkt des Albums ist jedoch die Vorab-Single "Whole Lotta Highway (With a Million Miles to Go)”, ein im besten Sinne des Wortes klassisches Stück Country-Schwergewicht, das an die trippy 60er und 70er Jahre erinnert.

Gleiches gilt für die Bluegrass-Nummer "Air Mail Special", die den Spirit von Benny Goodman und Lionel Hampton aufgreift und so auch vor 60 Jahren hätte erscheinen können. Genau das ist eine der Stärken von "Way Out West": Während viele Kollegen angestrengt dem Zeitgeist hinterherhecheln, bleibt Marty Stuart sich treu und wirkt dadurch umso frischer.

Ansteckende Spielfreude

Besonders erfreulich ist auch, mit welcher Spielfreude die Band zu Werke geht. Marty Stuart singt gefühlvoll wie lange nicht mehr, in ihren Soli sprühen er und Vaughan eine Vitalität aus, die ansteckend ist, und das Zusammenspiel der Rhythmusgruppe ist geprägt von blindem Verständnis. Diese Band ist noch immer hungrig, noch immer voller Tatendrang. 15 Tracks umfasst das Album. Einen Ausfall sucht man vergebens.

Fazit: "Way Out West" ist der erneute Beleg, zu welchen Großtaten Marty Stuart und seine Mitstreiter in der Lage sind. "Way Out West" ist eine zeitlose Großtat, ein Album, das im an Höhepunkten reichen Kanon von Stuart positiv heraussticht. Chapeau!

Label: Superlatone (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 10. März 2017
01 Desert Prayer, Part 1
02 Mojave
03 Lost on the Desert
04 Way out West
05 El Fantasma del Toro
06 Old Mexico
07 Time Don't Wait
08 Quicksand
09 Air Mail Special
10 Torpedo
11 Please Don't Say Goodbye
12 Whole Lotta Highway (with a Million Miles to Go)
13 Desert Prayer, Part 2
14 Wait for the Morning
15 Way out West (Reprise)

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