CD Cover: Sunny Sweeney - Trophy

Mit "Trophy" veröffentlicht Sunny Sweeney ihr bereits viertes Studio-Album.

Für dieses Album überließ Sunny Sweeney nichts dem Zufall. "Trophy" sollte ein Werk der Zuverlässigkeit werden und mit Produzent Dave Brainhard hatte sie einen passenden Partner gefunden. Er hatte bereits mit Jerrod Niemann, Ray Scott und einigen anderen namhaften Stars gearbeitet. Für "Trophy" schrieb Sunny Sweeney auch an den meisten der 10 Songs selbst mit, hinzu holte sie sich unter anderem Lori McKenna, die für "Humble And Kind" von Tim McGraw für den Grammy nominiert war.

Die Vorgeschichte zu "Trophy"

ist eine Frau, die gezielt ihr Tun verfolgt. Ihre Vorgänger-Alben, das letzte erschien 2014, waren stets zwar kommerziell eher mäßig erfolgreich, doch machte sich die Künstlerin nach und nach einen Namen. Auch durch ihre fleißigen Touren, im letzten Jahr sogar in Deutschland, konnte sie ihren Fankreis erweitern, der es schätzt, dass Sunny Sweeney Liedgut mit Hintergrund erbringt. Ihre Songs handeln von selbst Erlebtem, von traurigen Begebenheiten oder alltäglichem Wahnsinn, der Familien passiert. Sunny Sweeney ist echt und gibt diese Klarheit in ihren Liedern wieder.

Sunny Sweeneys Spektrum auf "Trophy"

Obwohl gerade mal junge 40 Jahre alt, steht Sunny Sweeney tapfer zum Charme der traditionellen Country Music. Ihre Themen variieren jedoch durchaus zwischen Old School (wie im langsamen Chris Wall-Cover "I Feel Like Hank Williams Tonight") und Themen der heutigen Zeit, wie im leicht rockig-provokativen, das Thema Drogen-Abhängigkeit anpackenden "Pills" von Brennen Leigh und Noel McKay. Der Titel-Track "Trophy", den sie während der Zeit ihrer Scheidung schrieb, und "Better Bad Idea" kommen recht modern daher, auch diese Variante lässt Sunny Sweeney zu, bringt Unterschiede ein und zeigt alle Perspektiven ihrer Gesamtpersönlichkeit.

Ein echtes Meisterstück gelang Sunny Sweeney und ihrer Co-Autorin Lori McKenna mit dem Song "There's Nothing Wrong with Texas". Die in Houston geborene Sängerin ehrt in dem mit Fiddle unterlegten Stück ihre Heimat, und die durch Respekt geprägte Erziehung, die dort noch gelebt wird.

Dass dies so falsch nicht sein kann, ist mit Sicherheit so. Als bestes Beispielexperiment, von langsam zu herrlich derbem Southern Rock zu switchen, kommt Sunny Sweeney mit "Why People Change". Ihr Bestreben nach Poetik und Härte in gleichem Maß ist die Stärke der Künstlerin. Ihre positive Haltung zu immer wieder klassischen Songwriter-Stücken, wie "Grow Old With Me", lassen sie weich und dennoch intensiv wirken.

"Trophy" verspricht an sich eine Zuverlässigkeit und folgt der Zielbestimmung, vielseitig anzusprechen. Doch waren die meisten der Co-Autorinnen Frauen, was sich im Charakter vielleicht ein wenig auswirkt. Das traurigste und persönlichste Lied des Albums, welches tief in die Seele Sunny Sweeneys blicken lässt, ist "Bottle By My Bed". Die tiefe Sehnsucht, ein eigenes Kind zu haben, die nicht erfüllt wird, wird beschrieben. Ein Thema, das, wie die Sängerin sagt, viel zu oft totgeschwiegen wird. Es handle von dem Punkt, an dem sie selbst gerade sei. Es sei der schlimmste Schmerz überhaupt und sie habe sich nie vorstellen können, je live darüber zu singen, geschweige denn, einen Song darüber aufzunehmen. Nun sei sie dankbar, es getan zu haben, denn es sei wichtig, diese Geschichte zu erzählen.

Aus der Bar heraus

"Ich wuchs auf in der Bar-Szene und Du musst dort einfach Drinking- und Party-Songs spielen - Du musst", sagt Sunny Sweeney. "Jetzt handeln meine Songs noch immer vom selben Thema, aber ich spüre, dass es mittlerweile eine etwas reifere Version ist". So schreibt und singt die Künstlerin einfach aus dem echten, nicht immer einfachen Leben heraus. Geschichten, wie sie sich in jedem Honky Tonk des Landes abspielen.

Und Sunny Sweeney selbst hat ein gutes Gefühl mit ihrem neuen Album "Trophy". Darf sie haben. Intelligente Country Music ist in. Sängerinnen sind in. Wenngleich Sunny Sweeney noch immer nicht in der Liga einer Miranda Lambert oder Carrie Underwood mitspielt. Das Rolling Stone Magazine schrieb über Sunny Sweeney, sie könne sowohl auf dem CMA Fest, als auch auf Americana Festivals spielen, was ihren Stil genau trifft.

Fazit: "Trophy" ist ein absolut überzeugendes Stück abwechslungsreiche Songwriter-Kunst. Sunny Sweeney stellt Country Music in ihrer gesamten Beschaffenheit perfekt dar.

Label: Aunt Daddy (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 10. März 2017
01 Pass the Pain
02 Better Bad Idea
03 Nothing Wrong with Texas
04 Pills
05 Bottle by My Bed
06 Why People Change
07 I Feel Like Hank Williams Tonight
08 Grow Old with Me
09 Trophy
10 Unsaid

Anmelden

Monticellofans Avatar
Monticellofan antwortete auf das Thema: #58160 5 Monate 1 Woche her
Alle bisherigen Alben von Sunny Sweeny haben mich überzeugt und so freue ich mich auch auf das aktuelle Album (Bestellung läuft).

2012 konnte ich in Nashville mit Sunny nach Ihrem Auftritt kurz plaudern und ein Autogramm ergattern. Eine sehr sympathische Künstlerin. Ich hoffe, sie kommt nochmal nach Deutschland.

Herzlichst,
Monti.