Los Super Seven - Heard It On The X

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Zahlreiche Legenden ranken sich um die Piratenradios auf mexikanischem Boden, die dort bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts unter Umgehung der US-Rundfunkgesetze sendeten. Ein Gerücht besagt beispielsweise, dass die so genannten "Border Blasters" ("Grenzplärrer") statt mit der in den USA erlaubten Sendeleistung von 50.000 Watt mit dem zehnfachen funkten. Einer solchen Wattleistung also, dass man sie in Texas theoretisch ganz ohne Radio sogar nur mit einer Zahnspange oder mit dem Brillengestell empfangen konnte. Auf jeden Fall verbürgt ist, dass diese Sender eine Musikmischung spielten, von der wir in der verödeten deutschen Formatradiolandschaft nur träumen können: Das mischte sich Country mit Mariachi, Tex-Mex, Western Swing, R&B, Blues und Rock 'n' Roll. Diese Zeiten huldigt die Band Los Super Seven mit ihrem dritten Album "Heard It On The X". Das "X" bezieht sich auf die Stationsnamen, die seinerzeit alle mit einem X begannen.

Los Super Seven ist die wahrscheinlich seltsamste Supergroup aller Zeiten: Einst wurde sie von einigen Musikern der Band Los Lobos ("La Bamba") als Seitenprojekt begründet. Doch seitdem wechseln die Mitglieder um Dan Goodman ständig. Derzeit gehören Joey Burns und einige Mitglieder von dessen Nu-Country-Band Calexico zu der bunten Truppe sowie Joe Ely, Rick Trevino, Ruben Ramos, Augie Meyers and Max Baca. die Los Super Seven haben sich interessante Gäste ins Studio geladen und spielen Hit an Hit, wie es sich für ein gutes Radioprogramm gehört: Das Album eröffnet gleich mit einem echten Highlight, "The El Burro Song", gespielt von Calexico, gesungen von Raul Malo von den Mavericks.

Und es bleibt großartig: Ruben Ramos intoniert den Titelsong (übrigens geschrieben von den bekennenden X-Radiohörern ZZTop ), während Charlie Sexton (der auch das Album produzierte) die National Guitar schnarren lässt. Lyle Lovett swingt sich mit Lloyd Maines Pedal Steel durch die Bob-Wills-Nummer "My Window Faces The South2. Country-Sänger Rick Trevino singt "Ojitos Traidores" und duettiert beim Song "Cupido" mit Freddy Fender (Spitzname: El Be Bop Kid). John Hiatt brilliert bei Doug Sahms "I'm Not that Kat (Anymore)". Rodney Crowell feiert Buddy Hollys "Learning The Game". Und Clarence "Gatemouth" Brown schließt das Album mit einer bewegenden Version von Blind Lemon Jeffersons "See That My Grave Is Kept Clean". Auch wenn die Texte wohl aus Platzgründen fehlen, das Booklet zu "Heard It On The X" ist vorbildlich: Aufwändig gestaltet mit Fotos aus der Geschichte der mexikanischen Piratenradios und Schnappschüssen der All-Star-Studioaufnahmen im September 2004 und mit einem langen, hochinteressanten Aufsatz über die historischen Hintergründe und die beteiligten Musiker, geschrieben von Bill Bentley.

Fazit: Eine fulminaten Hommage an die Blütezeit des US-mexikanischen Piratenradios: Country mit Mariachi, Tex-Mex, Western Swing, R&B, Blues und Rock 'n' Roll. So schön und abwechslungsreich kann Radiohören sein.

Label: Telarc (in-akustik) VÖ: 22. April 2005

  • Titelliste

  • Links

01 The El Burro Song 07 Learning The Game
02 Gupido 08 The Song of Everything
03 Talk To Me 09 Ojitos Traidores
04 I'm Not That Kat (Anymore) 10 I Live The Life I Love
05 My Window Faces The South 11 Heard It On The X
06 Let Her Dance 12 See That My Grave Is Kept Clean


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