Mit "Age of Ram" schließt Charley Crockett seine "Sagebrush Trilogy" ab
"Age of the Ram" entstand in Zusammenarbeit mit Charley Crocketts langjährigem Partner und Freund Shooter Jennings, wie schon zuvor "Lonesome Drifter" sowie "Dollar a Day". Die 20 Titel des Konzeptalbums schildern die Entwicklung einer Outlaw-Figur und dessen rastloser Suche nach seiner Identität. Aufgenommen wurde das Album Ende 2025 in den Sunset Sound Studios in Los Angeles. Das Arrangement ist bewusst mit vielen akustischen Texturen unterlegt und fast wie im filmischen Stil gehalten und schließt damit die "Sagebrush Trilogy" ab.
Dass Charley Crockett auf das biedere Country-Establishment pfeift, hat er immer wieder ausdrücklich bewiesen. Kürzlich richtete er darüber hinaus öffentlich harte Worte an die US-Regierung und positionierte sich politisch klar.
"Age of the Ram" - Authentisch bis zum letzten Ton
Seine Konsequenz setzt Charley Crockett mit jeder Faser fort. Schon rein äußerlich vertritt er die Western Pop-Kultur und könnte einem Movie der 70er Jahre entsprungen sein. Doch wirkt er nicht verkleidet, sondern mehr als echt. Greifbar. Hörbar. Spätestens dann, wenn man sich seiner Musik nähert, versteht man die Aussagen, die er benennen möchte. Etwas vernebelt vielleicht, doch sie kommen an. Der teils düstere Rhythmus greift tief und verspricht eine psychedelische Reise, auf die sich nur jene begeben können, die schon den ersten Schritt dahin getan haben.
Charley Crockett hat sich längst aus dem Schatten Nashvilles befreit. Mit "Age of the Ram" setzt er dies fort und baut auf den traditionellen Cowboy-Stil auf. Die Helden seiner Geschichten spielen auf mehreren Ebenen und er ist der Erzähler. Als sitze er am Lagerfeuer und klimpere auf der Gitarre ("Sweet Mother Texas"), man hat das Bild beim Hören tatsächlich vor Augen, im Hintergrund stampfen und klatschen die von der harten Arbeit erschöpften Männer im Takt. Wie einfach schön kann ein Lied klingen?
Doch auf Schönheit kommt es Charley Crockett nicht an. Kam es ihm niemals an. Zwischendurch ja, doch dann darf es wieder schräg sein. "Powder River" hat keinen wirklichen Text und am Ende fährt ein Zug. So könnte man es beschreiben.
Charley Crockett baut eine kleine Botschaften in seine Songs ein
"Age of the Ram" ist ein Konzeptalbum und die 20 Titel finden sich am Ende zu einer Storyline zusammen. Das zweite Album der Trilogy, "Dollar a Day" war für einen Grammy nominiert worden. Es ist nicht auszuschließen, dass der Weg für Charley Crockett nun weiter in diese Richtung führt.
Dass er mit seiner politischen Meinung nicht hinter dem Berg hält, ist in Ordnung. Prostestsongs sind in den USA gerade wieder in und generell notwendig. Auch in der ersten Single-Auskopplung von "Age of the Ram", dem souligen "Kentucky Too Long", baut Charley Crockett eine kleine Botschaft ein. Man muss "Kentucky Too Long" vielleicht mehrmals hören, um sich einzugrooven, die Akustikgitarre auf sich wirken lassen und eben auch die Hintergründe der Rastlosigkeit und des Gefühls, etwas verpasst zu haben, festzuhängen, doch auch um den versteckten Vorwurf zu erkennen, dass eben auch von höherer Seite nichts vorangeht und die Stagnation die Menschen im Innern zerstören kann.
Fazit: Charley Crockett wird uns mit seinem Neo-Honky-Tonk-Sound noch präsent bleiben. Ebenso mit seinem Image als Straßenjunge und der Haltung über die Werte von Freiheit und des Außenseiterseins, die sich darin spiegeln, und dass man dafür auch mal unbequem werden darf.









