DVD Cover: Lady Antebellum - Wheels Up Tour

Die "Wheels Up Tour" von Lady Antebellum gehörte zu den erfolgreichsten Konzertreisen im Jahr 2015. Am 28. Februar startete die Tour im norwegischen Oslo, am 3. Oktober fand die letzte Show in Las Vegas statt. Dazwischen: jede Menge Auftritte in ganz Europa, Australien und Nordamerika. Namentlich bezieht sich die Tour auf das letzte Album "747": "Wheels Up" ist eine Umschreibung für ein abhebendes Flugzeug. Damit wird auch schon klar, welche Songs im Mittelpunkt des Showprogramms stehen. Denkt man...

Welchen Stellenwert haben, wird auch am Kaliber ihrer Opening-Acts deutlich. In Europa waren das zum Beispiel The Band Perry, Brantley Gilbert und Kip Moore; in Australien Lee Brice, Kristian Bush und Brandy Clark. Für ihre nordamerikanischen Konzerte lud der erfolgsverwöhnte Dreier unter anderem Hunter Hayes und Sam Hunt als Anheizer ein - letztere beiden gibt es auf der DVD zu bestaunen. Liefen die Kameras doch mit bei ihrer Show im kalifornischen Meadows Amphitheatre in Irvine. Mitten während der Tour, am 27. Juni 2015. Ein guter Zeitpunkt. Denn hier war die Band voll im Saft, die Songs liefen wie am Schnürchen, die Showteile kamen locker und selbstverständlich und von den unvermeidlichen Erschöpfungserscheinungen einer langen Tour war noch nichts zu bemerken. Gutes Timing ist einfach alles.

Und von Timing verstehen Dave Haywood, Charles Kellye und Hillary Scott ohnehin eine ganze Menge. Das merkt man auch an der geschickten Zusammenstellung der Setlist. Bevor das mit solider Backing-Band verstärkte Trio mit einigen Cover-Versionen, Medleys und Gaststars für Überraschungsmomente sorgt, stimmen sie das Publikum auf ihr aktuelles Album ein - mit dem CD-Opener, dem an die frühen Fleetwood-Mac erinnernden "Long Stretch of Love" geht die Sause los, mit "Bartender", auch Nummer zwei der CD, geht es weiter. Der vierte Song, "Freestyle", ist bereits der dritte Track ihres Hit-Albums "747". Das war’s dann aber erst mal mit der Verneigung vor ihrem letzten Longplayer. Erst gegen Ende der Show, servieren sie noch den Titeltrack "747". Bis dahin gibt es einiges Unerwartetes zu bestaunen.

Zum Beispiel einige interessante Einblicke in den Touralltag, in das Live-Entertainment-Business und in die enorme Produktion und Organisation, die eine Tour dieser Größenordnung mit sich bringt. Einmal ist die Kamera bei einem intimen VIP-Event in einem Zelt dabei. Die drei zum Anfassen nah. Ein mutiger Fan, ein etwa zwölfjähriges Mädchen, traut sich zu ihnen auf das Podium und singt zur Akustikgitarre einen Lady-Antebellum-Song. Mit exklusiven VIP-Events wie diesen verdienen sich Bands und Tourveranstalter eine goldene Nase, davon wird natürlich nicht in dem Film berichtet.

Dass so eine Tour aber mit immensen Kosten verbunden ist, wird in einigen gezeigten Meetings deutlich. Gemeinsam mit Experten aus Nashville diskutiert das Trio engagiert das Bühnen- und Lichtdesign - das sie später in einer Konzerthalle präsentiert bekommen und brav mit jeder Menge "amazings" kommentieren und abnehmen.

Nicht zu unrecht. Die Show erfüllt in allen Belangen höchste Konzertansprüche und bildet den idealen Rahmen für den melodiösen, mitunter pathetischen Country-Pop von Lady Antebellum. Damit im munteren Hit-Reigen - von "Just A Kiss" über "We Owned The Night" bis "Need You Now" alles da - keine Langeweile aufkommt, setzen sie einige Akzente. Zum Beispiel die unvermeidliche Unplugged-Einlage, bei der ihre schön harmonierenden Stimmen gut zur Geltung kommen. Oder als sie ihre musikalischen Vorturner auf die Bühne bitten. Hunter Hayes darf mit ihnen "Compass" und "Where It All Begins" anstimmen und zeigen, was er an der Gitarre draufhat. Bei dem Aerosmith-Klassiker, und gleichzeitig rockigsten Song der Setlist, "Walk This Way" mischt neben Hayes auch noch Sam Hunt mit. Man muss sagen: das Highlight der Show.

Ein anderes setzt ausgerechnet eine weitere CoverVersion: Beim New-Country-Evergreen "Any Man of Mine" tritt Hillary Scott stimmgewaltig in die Fußstapfen von Shania Twain. Die sind offenbar keine Nummer zu groß für sie. Mit der Stevie-Nicks-Komposition "Landslide" klingt das Konzert akustisch-verträumt aus.

Fazit: Klanglich astrein (Dolby Digital 5.1; DD Stereo, DTS Surround), von vielen verschiedenen Kameras eingefangen, liebevoll geschnitten und komponiert gibt die DVD einen guten Eindruck davon, was Fans von einem Lady Antebellum-Konzert erwarten dürfen. Dass das Amphitheater in Irvine eine eher kleine Location ist, verstärkt die intime Atmosphäre.

Sound: Dolby Digital 2.0/DSS 5.1/DTS 5.1; Bild:16:9/PAL; Ländercode: 0
Laufzeit: ca. 101 Minuten
Label: Eagle Vision (Edel)
VÖ: 13. November 2015
01

Long Stretch Of Love

02

Bartender

03

American Honey

04

Freestyle

05

Our Kind Of Love

06

Just A Kiss

07

Compass (with Hunter Hayes)

08

Where It All Begins (with Hunter Hayes)

09

Perfect Day

10

Love Don't Live Here

11

Medley: Thinking Out Loud / Dancin' Away With My Heart / Hello World

12

I Run To You

13

Downtown

14

Any Man Of Mine

15

Walk This Way (with Hunter Hayes & Sam Hunt)

16

Looking For A Good Time

17

747

18

Need You Now

19

We Owned The Night

20 Landslide

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