Kenny Rogers - You Can't Make Old Friends

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Redaktionswertung Bewertung: 5 Sterne = Meisterwerk
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In diesem Sommer hat Kenny Rogers seinen - unglaublich aber wahr! - 75. Geburtstag gefeiert. Das möchte man vor allem nicht glauben, wenn man sein neues Album "You Can't Make Old Friends" hört. Denn: Der graubärtige Mann aus Houston, Texas, versteht es wie zu seinen besten Zeiten, exzellente Songs aus dem Grenzbereich zwischen Country, Folk und Pop aufzutischen. Wie eh und je steht dabei seine unvergleichlich warme, dezent knarzige Stimme im Mittelpunkt. Eine Stimme, wie sie nur Kenny Rogers hat.

Diese gleichermaßen sanfte wie maskuline Stimme hat Rogers eine grandiose, über 50 Jahre andauernde, Karriere beschert. Er punktete gleichermaßen im Pop, im Rock, in Blues und Soul - und natürlich im Country. Mit "You Can't Make Old Friends" bedient er in den elf Songs natürlich auch etliche Genres. Letztendlich aber bleibt der taufrisch klingende Veteran seiner eigenen Linie treu - er bietet Songs, die berühren, Spaß machen und gelegenlicht zum Nachdenken anregen.

All das zusammen gelingt ihm beim Opener und Titeltrack. Country-Veteran Don Schlitz hat den Track gemeinsam mit Ryan Hanna King und Caitlyn Smith geschrieben. Ein schöner Titel mit akustischem, verhaltenem Auftakt und wenn dann Kenny Rogers einsetzt, geht die Sonne auf. Im Refrain geht dann glatt noch eine zweite Sonne auf. Dafür sorgt Rogers langjährige Freundin, Wegbegleiterin und Gesangs-Muse Dolly Parton. Wie herrlich die zwei Legenden stimmlich harmonieren, wird bei diesem harmonisch komplex angelegten Country-Folk-Song erneut nur zu deutlich: zwei Könner der Extraklasse.

Dass der recht schlanke und in den Booklet-Fotos in hippe Klamotten gehüllte Oldtimer aber keinesfalls gewillt ist, nur die verhaltene, altersmilde Nische zu bedienen, wird schon im nachfolgenden "All I Need Is One" deutlich. Hier rockt der Mann, mindestens so gut wie die meisten seiner deutlich jüngeren Kollegen. Respekt! Dennoch ist Kenny Rogers vor allem ein Mann für die ruhigen Töne. Für Harmonien wie sie in "You Had to Be There" angelegt sind. Der von Casey Beathard und Kenneth Wright erfundene Titel erinnert mit seinen wehmütigen Melodien an "My Petition" von Rogers 2006 erschienenem Album "Water And Bridges".

Welch toller Sänger in dem Country-Urgestein steckt, macht er in "´Merica" deutlich: ein Liebeslied an - okay, Patriotismus muss nun mal sein - Amerika. Dafür aber verpackt in einem ultralangsamen Dreivierteltakt und souligen-bluesigen Akkorden, eine Orgel und ein Gospel-Chor sorgen für weitere erdige Akzente.

Doch auch die weiteren Titel bescheren so manche Überraschung: "Dreams of The San Joaquin" bietet als Tex-Mex-Ballade puren Kitsch, das mit Bo-Diddley-Groove und Buckwheat Zydeco entstandene "Don't Leave Me In The Night Time" ist mit fröhlichem Cajung-Klängen auf Hitkurs, genau wie das an Lionel Richie erinnernde und mit simplen Uh-la-la-Chören aufgedonnerte "Neon Horses". Vielleicht aber zündet auch "When You Love Someone"? Immerhin haben Bryan Adams und Gretchen Peters diesen schmusigen Pop-Song komponiert.

Beim Finale aber erinnert sich Rogers noch einmal seiner staubigen Country-Roots. Da lupft er den imaginären Hut vor Dan Seals, dem 2009 verstorbenen Country-Sänger, der "It's Gonna Be Easy Now" schrieb. Kenny Rogers interpretiert den Country-Rocker mit Schmackes und Feeling. So, wie es eben nur er drauf hat.

Fazit: Erneut alles Rogers mit Kenny! Der 75jährige Veteran zeigt seinen jüngeren Kollegen, dass er es immer noch drauf hat und serviert ein höchst abwechslungsreiches Album.

Label: Warner Bros. Nashville (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 8. Oktober 2013

  • Titelliste

01 You Can't Make Old Friends (mit Dolly Parton) 07 Don't Leave Me In The Night Time (mit Buckwheat Zydeco)
02 All I Need Is One 08 Look At You
03 You Had To Be There 09 Neon Horses
04 'Merica 10 When You Love Someone
05 Turn This World Around 11 It's Gonna Be Easy Now
06 Dreams of The San Joaquin    

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