Mark Chesnutt - Outlaw

CD Cover: Mark Chesnutt - Outlaw
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Redaktionswertung Bewertung: 4,5 Sterne = sehr gut
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In so manchem Country-Lexikon ist davon die Rede, dass Mark Chesnutt seine Karriere (auch) seinem guten Aussehen zu verdanken habe. Da mag was dran sein. Denn der 1963 im texanischen Beaumont geborene Sänger war zu Karrierebeginn Ende der 80er Jahre ein ziemlich gut aussehender Bursche. Heute aber, nun ja, da ist er freilich immer noch nicht hässlich ... Aber auch bei ihm gingen die Jahre nicht spurlos vorüber – und er hat ziemlich zu gelegt. Doch – und das ist die gute Nachricht – nicht nur an Pfunden. Auch stimmlich und musikalisch. Mark Chesnutt ist endlich ein Country-Schwergewicht.

Vielleicht nicht erst seit seinem aktuellen Album "Outlaw", doch vor allem. Das von Pete Anderson (Dwight Yoakam) produzierte Album zeigt den traditionellen Honky Tonk-Klängen verschriebenen Sänger jedenfalls von seiner bislang besten Seite. Aus verschiedenen Gründen. Er singt besser. Er singt bessere Songs. Er singt diese besseren Songs, die dazu besser arrangiert und produziert sind. Klarer Fall also. Doch eins nach dem anderen ...

Man kann von Dwight Yoakam halten was man will. Aber seine Alben (man nehme nur "Gone") bestechen von grandioser Instrumentierung und charmanter Atmosphäre. Pete Anderson ist dafür verantwortlich. Er gilt als einfühlsamer Produzent, der die Seele seiner Klienten stets ausfindig macht und um sie herum ein maßgeschneidertes Soundkleid entwirft. Das gelingt ihm auch mit Mark Chesnutts "Outlaw": sympathisch transparenter Retro-Sound, starke Songs und ein Sänger auf der Höhe der Zeit.

Vielleicht schwebte dem findigen Soundschmied auch so etwas wie ein "neuer" Mark Chesnutt vor: Ein Chesnutt mit Tiefgang, der aber auch seinen Spaß in einer Bar hat, der eine verletzliche Seite zeigt und über das Leben grübelt. Alle diese Facetten präsentiert der Ex-Sunnyboy auf "Outlaw".

Behilflich waren ihm dabei – nicht mehr, nicht weniger – die besten und großartigsten Songschreiber des Genre: Billy Joe Shaver steuert "Black Rose" bei (Opener), Hank Williams Jr. die wunderbare Ballade "Whiskey Bent And Hell Bound", Guy Clark sein todtrauriges "Desperado Waiting For A Train", aus der Feder von Willie Nelson stammt das gut gelaunte, flotte "Bloody Mary Morning".

Es sind geheime Genre-Klassiker. Also nicht die typischen, tausende Male gecoverten Titel sondern die Songs der echten Repertoire-Kenner. Das trifft für die beiden Kris Kristofferson-Songs – "Sunday Morning‘ Comin‘ Down", "Lovin‘ Her Was Easier (Than Anything I’ll Ever Do Again)" – natürlich weniger zu. Auch nicht für, Überraschung!, Neil Youngs Song-Urgestein "Are You Ready For The Country". Doch Mark Chesnutt macht diese gut abgehangenen Evergreens zu seinen ureigenen Songs. Dabei imitiert er nicht Kris und Neil, sondern er interpretiert. Und wie! So legt er alles was er an Stimme und Seele hat in diese so schönen wie simplen Songs – und schafft dadurch etwas Neues und Schönes.

Fazit: Der Album-Titel erinnert an die Country-Outlwas in den 70er Jahren, an Willie Nelson, Waylon Jennings & Co. Zu Recht. Mark Chesnutt ist ein würdiger Nachfolger der unangepassten Traditionsverwalter. Nie war er besser!

Label: Sugaro/Time Life (Warner) VÖ: 11. Juni 2010

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01 Black Rose 07 Are You Ready for the Country
02 Whiskey Bent and Hell Bound 08 Lovin' Her Was Easier (Than Anything I'll Ever Do Again)
03 Only Daddy That'll Walk the Line 09 Country State of Mind
04 A Couple More Years 10 Freedom to Stay
05 Need a Little Time Off for Bad Behavior 11 Bloody Mary Morning
06 Sunday Mornin' Comin' Down 12 Desperados Waiting for a Train

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