Gemeinsam mit seiner Formation The Lonesome - bestehend aus seinem Bruder Shade (ehemals Basser bei Honeybrowne), dem Brüderpaar Jimmy (Keyboards) und David Wallace (Lead Guitar) und dem langjährigen Kumpel Brian Hayes an den Drums - präsentiert ein wohl austariertes Debüt aus modernem Country, Pop und ein wenig Southern Rock. Dabei ist Cole Deggs in Nashville längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Als Songwriter machte er sich bereits einen Namen und arbeitete bereits für Tracy Byrd und Kenny Chesney. Dessen Hit "Live Those Songs Again" stammt aus Deggs Feder.
Um bei ihrem bei Columbia Nashville erschienen Debüt auch nichts dem Zufall zu überlassen, heuerten Cole Deggs & Co. das Produzenten- und Songwriter-Team Mark Wright und Rivers Rutherford an. Hinzu gesellte sich eine ganze Armada veritabler Nashville-Songschmiede wie Dave Berg, Hillary Lindsey, Aimee Mayo, Chris Lindsey und Tom Shapiro. Auch bei den Gastmusikern holte man sich die erste Garde an Country-Instrumentalisten ins Studio: Unter anderem Ex-Pearl-Jam-Drummer Matt Chamberlain, Nashville-Session-Gitarrist Kenny Greenberg, Pedal-Steel-Wizard Russ Pahl, Allman Brothers- und Rolling Stones-Keyboarder Chuck Leavell, Percussionist Eric Darken und Banjo-Experte John Willis. Alles Indizien, die dafür sprechen, dass es die Nashville-Division von Sony ernst meint mit Cole Deggs. Ein Superstar-Status wird angepeilt und die Zeichen stehen auf Erfolg:Deggs Aussehen, sein Charisma und seine angenehme Stimme, die trotz ihrer Wandelbarkeit einen Wiedererkennungswert besitzt, sprechen eindeutig dafür.
Und gleich der erste Song, übrigens eine Eigenkomposition Deggs', besitzt Hitpotential: Entspannt rockend inklusive Mitsing-Refrain und knackigem Gitarren-Solo besingt Deggs in Southern-Manier das "Girl Next Door". Leider watet er dabei textlich knietief in White-Trash-Klischees: "She was a heart-breakin', beer drinkin', hell-raisin' angel in those cut-off jeans she wore". Hier soll wohl beweisen werden, dass Cole Deggs ein wenig tougher ist, als Keith Urban. Auch bei "Out of Alabama" lassen es Cole Deggs& The Lonesome gehörig krachen. Ein Song, der auch gut auf John Bon Jovis "Lost Highway" gepasst hätte, allerdings singt Deggs einfach einen Tick besser als der in die Jahre gekommene Hardrocker aus New Jersey.
Natürlich dürfen auch Balladen nicht fehlen, mit einer gehörigen Portion Gefühl und Pathos trägt der Sänger das tieftraurige "Twelve Ounces Deep" mit Blues-Feeling vor, die hervorragende Pedal-Steel-Arbeit von Russ Pahl tut dabei ihr übriges. "The One That Got Away" ist ein Song wie geschaffen fürs Country-Pop-Radio, hat aber bei weitem mehr Tiefe als vergleichbare Kompositionen.
Bei jedem Song hört man, dass es Deggs und seine Band so richtig ernst meinen. Hier werden keine halben Sachen gemacht, Perfektion ist das Stichwort. Angefangen bei der Produktion, die erdig und ehrlich ist, über die Songauswahl - hier werkelten nur die Besten ihrer Zunft - bis hin zu den Arrangements - auch Hammond B3-Orgel, Banjo und Akkordeon dürfen hier nicht fehlen. Dennoch bleibt ein Nachgeschmack: Zu offensichtlich soll hier ein Superstar aufgebaut werden, zu sehr ist das Album auf Charterfolg gebürstet. Auf Kosten künstlerischer Eigenständigkeit, trotz der augenfälligen Talente von Deggs und seinen Mitstreitern. Bei aller Professionalität der Beteiligten scheint es, dass die Essenz der Band eher überpinselt, anstatt herausgekehrt wurde.
Fazit: Respektables Debüt eines talentierten Newcomers, der seinen Weg im Genre New Country definitiv machen wird. Fans von Keith Urban, Brad Paisley oder Toby Keith greifen bedenkenlos zu.
Label: Columbia Nashville (Sony) | VÖ: 10. Juli 2007 |
Titelliste
Links
01 | Girl Next Door | 07 | Makin' Nothing out of Something | ||
02 | I Got More | 08 | Do You Ever Think About Me | ||
03 | Out of Alabama | 09 | Everybody's Beautiful to Someone | ||
04 | Twelve Ounces Deep | 10 | Girl Like You | ||
05 | One That Got Away | 11 | I Haven't Stopped Hurtin' | ||
06 | Huggin' This Blacktop |