Das Album "Hard Headed Woman" von Margo Price bleibt dem Honky Tonk treu
Margo Price war noch nie jemand, der still sitzen konnte. Seit ihrem Debüt "Midwest Farmer’s Daughter” im Jahr 2016 hat sie sich zwischen autobiografischen Bekenntnissen, politischen Manifesten, Country-Rock-Prahlerei und psychedelischen Experimenten bewegt. Mit ihrem neuen Album schließt Price den Kreis - sie lehnt sich zurück in den Honky-Tonk-Grit und den Outlaw-Country-Spirit, während sie die Lektionen ihrer abenteuerlichen Umwege mitnimmt. Es fühlt sich sowohl wie eine Rückkehr zu den Wurzeln als auch wie eine Unabhängigkeitserklärung an.
"Hard Headed Woman" wurde im legendären RCA Studio A in Nashville aufgenommen
Das Album wurde im RCA Studio A in Nashville mit ihrem langjährigen Produzenten Matt Ross aufgenommen und sprüht vor Unmittelbarkeit. Das harmonische, von der Geige dominierte "Prelude" gibt den Ton für das Album vor, gefolgt von der optimistischen und direkten Lead-Single "Don’t Let the Bastards Get You Down" - die Zuhörer erwartet eine scharfsinnige, witzige und trotzige Reise. Mit einem Groove im Stil von Kristofferson verspottet Price Herablassung mit bissigen Einzeilern - ein Beweis dafür, dass sie nichts von dem Feuer verloren hat, das ihr Debüt zu einer solchen Offenbarung gemacht hat: "They wanna wear your rhinestones / Man, they ain't got the backbone” (Sie wollen deine Strasssteine tragen/Mann, sie haben nicht das Rückgrat dazu).
Von da an wechselt das Album zwischen ausgelassenen Barnburners und zarten Balladen. "Red Eye Flight" stürmt mit Bar-Energie voran, während "I Just Don't Give a Damn" das enge Zusammenspiel ihrer Band, den Price Tags, zeigt. Im Gegensatz dazu verlangsamen "Keep a Picture" und "Nowhere Is Where" das Tempo, wobei Pedal Steel und Fiddle Prices Gesang mit einer traurigen Eleganz umrahmen.
Tyler Childers singt mit Margo Price
Einer der Höhepunkte des Albums ist "Close to You", ein verletzliches Liebeslied und eine Reise zu dem Menschen, den sie braucht. Price hat sich schon immer durch Widersprüche ausgezeichnet - hart und doch sanft, mutig und doch verletzt - und dieser Titel veranschaulicht diese Dualität. An anderer Stelle auf dem Album holt Price Freunde mit ins Boot: Jesse Welles singt die Harmonien im beschwingten "Don't Wake Me Up", während Tyler Childers sie in der Ballade "Love Me Like You Used to Do" begleitet, einem Duett, das an einen Song von Kristofferson und Rita Coolidge erinnert.
Das Album endet mit einem fulminanten Schlusspunkt in "Wild at Heart", einem Tex-Max-Dancefloor-Track, und einer passenden Hommage mit einem Cover von Waylon Jennings' "Kissing You Goodbye", das mehr als nur eine Verbeugung vor ihrer musikalischen Inspiration ist - es erinnert daran, dass Price Traditionen nicht nur wiederbelebt, sondern aktiv weiterführt.
Fazit: Im Vergleich zu ihrer experimentelleren Phase auf "Strays" aus dem Jahr 2023 und dem Begleitalbum "Strays II" ist "Hard Headed Woman" weitaus reduzierter und strahlt Margo Prices Selbstbewusstsein in Bezug auf ihr Gesamtwerk aus.











