The BossHoss - Electric Horsemen

CD Cover: The BossHoss - Electric Horsemen

Nach längerer Pause melden sich The BossHoss mit "Electric Horsemen" zurück

Auf Wikipedia werden The BossHoss als Country-, Rock- oder als Country-Rock-Band klassifiziert. Haha, guter Witz. Denn das Berliner Septett um Alec "Boss Burns" Völkel und Sascha "Hoss Power" Vollmer hat sich seit Bandgründung vor knapp 20 Jahren allen Stileinteilungen clever entzogen. Sicher, eine gute Prise Country schwingt schon immer mit.

Weniger in der Musik, dafür umso mehr in der visuellen Umsetzung. The BossHoss waren und sind ein Gesamtkunstwerk, kreiert von den zwei kreativen Bandleadern. Sie wussten, dass eine Corporate Identity (CI), also die Unternehmensmerkmale, genauso wichtig sein kann, wie die Musik - und hatten damit recht. Alle Alben landeten auf den vordersten Charts-Rängen, ihre letzten beiden jeweils auf Platz eins. Ihre Jury-Mitgliedschaft bei den quotenstarken "Voice of Germany"-Formaten hat der Band auch nicht gerade geschadet.

Wieder auf Hitkurs: The BossHoss mit "Electric Horsemen"

Aber auch andere TV- und Film-Teilnahmen und -Kooperationen und - vor allem - ihre exzellent unterhaltsam arrangierten Live-Shows haben sie fest in der deutschen Musiklandschaft etabliert. Wo The BossHoss draufsteht, ist Spaß drin. Immer und überall. Und das gilt natürlich auch für "Electric Horsemen". Erneut bieten Alec, Sascha und & Co. einen wilden Ritt durch Genres und Sounds. Sie mixen Hardrock-Elemente mit Techno, Drum-Computer mit Mandolinen, Country-Klischees mit urbanem Lifestyle, Synthesizer-Bläser mit Blues- und Soul-Elementen. Ein musikalischer Eintopf, den sie - wie gewöhnlich - mit ins Tiefparterre gepresster Stimme servieren. Keine Frage: so klingt nur The BossHoss.

Natürlich gehört schon auch eine gepflegte Portion Unverfrorenheit dazu, wenn sie bei "Dance the Boogie" zum pochenden Drum-Computer mit "got my Mojo working" wahlweise auf Jim Morrison von den Doors oder Blues-Legende Muddy Waters verweisen. Doch, wie man weiß, den beiden ist nichts heilig - und genau das macht auch den Charme von The BossHoss aus. Eine Einstellung, die größtmögliche künstlerische Freiheit verspricht. Selbst beim Songwriting hat man das Gefühl, dass Akkorde, Melodien, Strophen, Refrain und Texte ungefähr so bedeutend sind, wie die Deko-Kirsche bei einem Whiskey Sour. Hauptsache es klingt gut, schiebt, reimt sich und lässt sich live gut mitsingen. Inhalt? Aussage? Sowas von egal. Wem nach Poesie und blumiger Sprache ist, kann ja Bob Dylan hören.

The BossHoss haben ihr Profil im Laufe ihrer Karriere jedenfalls perfekt geschärft: Entweder man mag sie - oder man findet sie furchtbar. Sie polarisieren, und das gilt auch für das neue Songdutzend von "Electric Horsemen". Vielleicht sogar: mehr denn je. Denn unter den neuen Tracks findet sich kaum ein konsensfähiger Titel. Das gilt sogar für "You", bei dem sie sich - nach "Jolene" aus dem Jahr 2015 - erneut mit der holländischen Country-Sängerin Ilse DeLange zusammengetan haben. Mit dem Track ist das bewährte Tandem, wie man weiß, im März zum ESC-Vorentscheid angetreten. Sie haben dieses Wettsingen nicht gewonnen. Vielleicht auch deshalb, weil dem mit einem pumpenden Bass und einem hittauglichen Pop-Refrain ausgestattete Track es dann doch etwas an Charme und Wärme mangelt.

The BossHoss stehen unter Strom: "Electric Horsemen"

Nun ja, da etliche der zwölf Tracks so klingen, als ob sie komplett aus dem Computer kommen würden, macht sich - trotz Fun-Attacke - etwas Kälte breit. Selbst das "Country Girl" klingt nicht nach einem Nashville-Club, sondern eher nach dem Berghain in Berlin. Das dürfte auch für - der Name ist Programm - "Electric" gelten: ein Hochstrom-Elektro-Rocker. Gefälliger kommt das mit Synthie-Bläser aufgemotzte "What Would a Woman Do" daher und bei "Best Friends Forever" geht es im Verbund mit Michael Patrick Kelly noch weiter in Richtung Pop-Gefilde. Der nächste BossHoss-Hit? Davon darf man ausgehen.

Etwas Country-Style servieren die Berliner aber dann doch noch. Bei "Three Little Words" darf eine brave Mandoline das Song-Intro übernehmen, "Set Me on Fire" geht harmonisch, zumindest ansatzweise, als Americana-Song durch und bei dem rasant bluesigen "Nice But No" (mit Electric Callboy) könnte man fast an ZZ Top in Experimentierlaune denken. Zumindest fast. Für den CD-Ausstieg aber, wer hätte das noch geglaubt, geben sich Alec, Sascha & Co. tatsächlich nochmal handzahm. In dem flotten, gut gelaunten "Never Say Never" erinnern sie nicht nur textlich an den Texas Lightning-Hit "No No Never".

Fazit: The BossHoss setzen bei "Electric Horsemen" Country-Pop unter Strom. Für Fans der Band perfektes Song-Futter - alle anderen werden Finger und Ohren davon lassen.

Label: Mercury (Universal) VÖ: 5. Mai 2023
Disk 1
01 Electric Horsemen
02 YOU (mit Ilse DeLange)
03 Dance the Boogie
04 Country Girl
05 Electric
06 Best Friends Forever (mit Michael Patrick Kelly)
07 What Would a Woman Do
08 Set Me on Fire
09 Ride with Us
10 Three Little Words
11 Nice but No (mit Electric Callboy)
12 Never Say Never
vgw
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