CD Cover: The BossHoss - The Very Best of Greatest Hits

The Very Best of Greatest Hits von The BossHoss mit der Single "Sing My Personal Song" aus der VOX-Show "Sing My Song".

Die Geschichte von The BossHoss ist schier unglaublich: 2004 unterzeichneten The BossHoss ihren ersten Plattenvertrag bei Island, das zur Universal Music gehört. Damals hatte jeder ihren Werbesong für Langnese-Eis "Like Ice In The Sunshine" im Ohr. Von da an erreichte jedes ihrer Alben Gold-Status. Im Laufe der Bandgeschichte wechselten die ursprünglich sieben Bandmitglieder, die beiden Frontmänner Sascha Vollmer und Alec Völkel jedoch blieben das Markenzeichen und verfeinerten den Stil von anfangs Cover-Versionen bekannter Pop- und Hip Hop-Songs im Country-Stil zu immer mehr auch eigenen.

Ab 2011 dann begannen die beiden Sänger auch vermehrt, ihre Karriere im TV voranzutreiben, waren erst in der Jury von "The Voice of Germany", dann sehr erfolgreich in der Gesangs-Show "Sing meinen Song - das Tauschkonzert", die sie ab diesem Jahr sogar moderieren werden.

Die Geschichte von "(Sing) My Personal Song"

2013 veröffentlichten auf ihrem Album "Flames of Fame" "My Personal Song", der davon handelt, dass jeder dieses eine Lied hat, das ihm etwas Besonderes bedeutet, das er mit Begebenheiten verknüpft und sich in Situationen herholt, in denen er Kraft braucht. Ein Lied kann besser sein als jede Droge, egal, ob es Dir gut geht, oder schlecht.

In einer "Sing meinen Song"-Folge aus 2016 wählte sich BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken "My Personal Song" und die Spannung war groß, wie er es umsetzen würde. Für gewöhnlich singt Wolfgang Niedecken auf Deutsch mit kölner Dialekt. Würde er das Lied also übersetzen oder im Original belassen? Der Künstler entschied sich für eine geniale Variante und überraschte nicht nur Sascha Vollmer und Alec Völkel, der das Ergebnis als "schmutzige Wüstennummer" im positiven Sinne bezeichnete. Wolfgang Niedecken übertrug Strophen von "Sing My Song" ins Rheinische, beließ den Refrain im englischen Original und schuf so einen lässigen Sprachmix, der einschlug.

Auf "The Very Best of Greatest Hits" von The BossHoss nun erfährt "My Personal Song” eine weitere Erneuerung und wird in Anspielung auf den Titel der Sendung "Sing My Song - das Tauschkonzert” als deren Trailer neu eingespielt. Schneller, dabei jedoch auch irgendwie hektischer, leider längst nicht mehr so eingehend wie das Original oder die geniale Live-Version auf dem entsprechenden Album der "Dos Bros"-Tour.

22 Lieblingsongs von The BossHoss auf "The Very Best of Greatest Hits"

The BossHoss haben nicht ihre verkaufszahlenmäßig größten Hits für das "The Very Best of Greatest Hits"-Album gewählt, sondern gingen nach einem System vor, für welches sie keine Erklärung schuldig sind. Das Booklet gestalteten sie chronologisch und begannen mit dem Song, der sie 2005 nach "Like Ice In The Sunshine" weiträumig bekannt machte - "Hey Ya!", dessen Original von dem US-Hip Hop-Duo OutKast aus dem Jahr 2003 stammt.

2006 gefielen den sieben Musikern auf ihrem Album "Let's Go Rodeo Radio" wohl "Marry Marry Me" und "I Say A Little Prayer", aus "Stallion Battalion" (2007) der Titel-Song sowie "Shake & Shout" am besten. Auch auf "Do Or Die" (2009), "Liberty of Action" (2011) und "Flames of Fame" (mit der bisher kommerziell erfolgreichsten Single "Don't Gimme That") (2013) wurde zurückgegriffen, um die Band-Historie zu vervollständigen.

Am präsentesten jedoch ist den Fans noch das letzte Album "Dos Bros" das jedoch, man glaubt es kaum, auch schon wieder zwei Jahre alt ist. Sechs Lieder davon liehen sich The BossHoss für "The Very Best of Greatest Hits", darunter auch "Jolene" mit The Common Linnets. Eingefleischte Dolly Parton-Fans können sich nicht damit anfreunden, den Text von Männern gesungen zu hören. Tatsächlich inhaltlich auch nicht stimmig, doch musikalisch einfach genial umgesetzt. Nicht umsonst wird "Jolene" in Version von The BossHoss noch immer von sämtlichen Radiosendern gespielt.

Best Of - immer Geschmackssache

Ein Best Of ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und was für The BossHoss die Höhepunkte ihrer langen Karriere waren, müssen nicht zwangsweise die der Fans gewesen sein. Jeder hat eben seinen "Personal Song", den er liebt und vielleicht auch auf "The Very Best of Greatest Hits" vermissen wird. Doch beschreibt das Album eine wirkliche Ära. The BossHoss zählen zu Deutschlands erfolgreichsten Bands und haben sich im Laufe ihrer 13-jährigen Karriere immer wandelbar gezeigt, was manchen verschreckte, andere begeisterte. Wie auch immer man ihre Musik definiert, sie hat die deutsche Country-Welt bereichert.

Fazit: Was immer The BossHoss machen hat Dynamik und klingt, so schenkten sie sich und ihren Fans im 13. Jahr ihrer Bandgeschichte mit "The Very Best of Greatest Hits" ein Album mit einer feinen Auswahl von 22 ihrer großartigen Songs.

Label: Island (Universal) VÖ: 12. Mai 2017
Disk 1
01 Jolene (Single Version)
02 Don't Gimme That (Album Version)
03 Hey Ya (Single Mix)
04 Wait for me
05 Dos Bros (Single Version)
06 Last Day (Album Version)
07 Live it up (Single Mix)
08 Liberty of Action
09 Mary Marry Me (Single Mix 2017)
10 Yes or No
11 Break Free
12 Shake & Shout
13 I Like it like That (Single Mix)
14 Do it (Single Mix)
15 Stallion Battalion
16 Rodeo Radio
17 I Say a little Prayer
18 Sex on legs
19 Lady JD
20 Bullpower
21 A Cowboys Work is never done
22 Bonus Track: Sing My Personal Song
Disk 2
01 Still Crazy 'Bout Elvis (mit Patricia Vonne)
02 Money (That's What I Want) (mit Jesse "The Devil" Hughes)
03 Run Run Devil (mit Rea Garvey)
04 Ça Plane Pour Moi (mit Plastic Bertrand)
05 Boom Boom (mit The Graveltones)
06 Quick Joey Small (mit Cobra Killer)
07 Jolene (mit The Common Linnets) (Album Version)
08 Geronimo (mit Auro Dione)
09 Walking Away (mit Rea Garvey)
10 What I Did For Love (mit Nena)
11 What If (mit Andreas Gabalier)

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