Lady A - What a Song Can Do

CD Cover: Lady A - What a Song Can Do

"What a Song Can Do" von Lady A, inklusive "Friends Don't Let Friends" mit Carly Pearce, Thomas Rhett und Darius Rucker

Nach dem sieben Songs starken Vorgeschmack "What a Song Can Do (Chapter One)" legt Lady A jetzt mit dem Full-Length-Album nach: "What A Song Can Do" enthält die Tracks des Vorboten plus weitere sieben neue Songs. Alles natürlich in feinster Lady A-Qualität.

Wie haben wir über "What a Song Can Do (Chapter One)" geschrieben: Wo Lady A drauf steht, ist Lady Antebellum drin. Nun, genauso ist es. Das gilt natürlich auch für die jetzt nachgereichten Songs des damit kompletten Full-Length-Albums "What a Song Can Do": die Band hat ihren Sound, ihre Gangart und ihren Stil. Das heißt aber nicht, dass deshalb alles nach gleichem Strickmuster gemacht ist. Nein, ganz und gar nicht. Charles Kelley, Dave Haywood und Hillary Scott verstehen es auch auf "What a Song Can Do" vortrefflich, einerseits aus einem Guss zu klingen und andererseits unterhaltsame Abwechslung zu bieten.

Tolles Full-Length-Album: "What a Song Can Do"

Auf die sieben Tracks von, "What a Song Can Do (Chapter One)", nennen ihn mal "Teil A", sind wir in unserer Besprechung im Sommer 2021 ja schon ausführlich eingegangen. Ihnen gehört die erste Spielhälfte des Albums. Mit "Where Would I Be", dem achten Track, geht es jetzt neu weiter. Enorm angenehm dazu. Zu einem hübschen Akustik-Gitarren-Intro gesellt sich reduziertes Schlagzeug und schon bald darauf die nach wie vor tolle Stimme von Hillary Scott. Was dann im Refrain kommt, wissen , respektive Lady Antebellum-Fans natürlich: Gänsehaut-Melodien und die zweite Stimme von Charles Kelley. Kurz: Ein Song, ganz der DNA der Band entsprechend - und ganz auf Wohlwollen ihrer Fans stoßend, wie die knapp 1,5 Millionen Streams auf Spotify belegen.

Im nächsten Track serviert das glorreiche Trio eine erste Song-Überraschung: "Friends Don't Let Friends" wartet zum einen mit überraschend gut gelaunten, absolut partytauglichen Harmonien und dazu mit Carly Pearce, Thomas Rhett und Darius Rucker gleich drei Gaststars auf. Wenn es in Nashville noch Gerechtigkeit gibt, wird das ein Hit. Etwas andere Klänge und eine gänzlich andere Stimmung schlägt das anschließende "In Waves" an. Den im oberen Midtempo-Bereich angesiedelte Song zeichnet eine verträumte Sehnsucht, ein straighter, druckvoller Beat und - als Lead-Sänger - die romantisch eingefärbte Stimme von Charles Kelley aus. Stimmung und Aussage: erneut à la "Need You Now", ihr unerreichter Evergreen aus den Anfangstagen.

Nächster Track, nächste Gangart: "You Keep Thinking That" gibt sich als hipper (Country)-Pop-Track mit exzellenten Melodien und einer erneut bestens aufgelegten Hillary Scott aus. Wer wissen möchte, wie Country Anno 2021 klingt, muss nur hier reinhören: ein opulenter, mit vielen raffinierten Breaks und hervorragenden Gitarren-Passagen ausgestatteter Track – dem aber, im Vergleich zu den restlichen Songs, die Country-Bodenhaftung etwas abgeht. Das gilt auch für das wuchtige "Be That For You". Nach etwas gedrosselten Strophen geht es – man ahnt es – im Refrain sowas von in die Vollen. Etliche Jahre lang war das ja das Markenzeichen von Produzent Dann Huff und seinen Schützlingen von Rascal Flatts. Man hat das oft, leider schon zu oft gehört, um noch begeistern können. Da helfen auch Double-Time-Tempo und ein superwildes Gitarren-Solo im Outro nichts mehr.

Lady A - die Band bleibt sich selbst treu

Viel stärker fallen da schon "Workin' On This Love" und das im langsamen Sechs-Achtel-Takt angelegte "Swore I Was Leaving" aus, mit denen Lady A "What a Song Can Do" beenden. Zwei unaufgeregte Songs in denen Stimmung und Stimmen ganz im Vordergrund stehen, zwei Songs in denen Charles Kelley, Dave Haywood und Hillary Scott ihre musikalischen Trümpfe ausspielen. Man hört, man spürt: sie stechen immer noch.

Fazit: Lady A ist eine Band, die für eine bestimmte Stimmung steht: für harmonischen, meist mit melancholischer Note versehenen Country-Pop. Die 14, von Dann Huff produzierten Tracks von "What a Song Can Do" stehen ganz in dieser Tradition. Reife Leistung!

Label: BMLG (Universal) VÖ: 22. Oktober 2021
01 Talk of this Town
02 What A Song Can Do
03 Like a Lady
04 Things He Handed Down
05 Fire
06 Chance of Rain
07 Worship What I Hate
08 Where Would I Be
09 Friends Don't Let Friends (mit Carly Pearce & Thomas Rhett & Darius Rucker)
10 In Waves
11 You Keep Thinking That
12 Be That For You
13 Workin' On This Love
14 Swore I Was Leaving

Anmelden