Lynn Anderson bei Starsky & Hutch

Heute vor genau 40 Jahren strahlt die ABC die "Starsky & Hutch" Episode mit Lynn Anderson aus.

Die blonden, schulterlangen Haare glatt herunter gekämmt, das weiße Kleid mit dem grünen Muster lässt die lächelnde Sängerin auf der Bühne des Pubs hervorragend zur Geltung kommen und die beschwingte Melodie von "Wrap your Love All Around Your Man" lädt zum entspannten Mitwippen ein: Vor vierzig Jahren hat Lynn Anderson die Zuschauer der beliebten Krimiserie "Starsky & Hutch" reihenweise um den Finger gewickelt.

Hierzulande übrigens erst wesentlich später, denn während die Episode "Long Walk Down Short Dirt Road" ihre Erstausstrahlung in den USA im März 1977 feierte, mussten deutsche Fans bis April 1987 warten. So jährt sich der Auftritt der 2015 in Tennessee verstorbenen Musikerin am 12. März 2017 zum vierzigsten Mal. Grund genug für uns, uns noch einmal ihren im wahrsten Sinne des Wortes bühnenreifen Auftritt vor Augen zu führen und zu fragen: Was war eigentlich das Besondere an der Serie, in der nicht die einzige war, die sich hier die Ehre gaben?

"Starsky & Hutch" - Ein Popkulturphänomen

Am 10. September 1975 flimmerte nach der Idee von William Blinn die aller erste Folge der Krimiserie "Starsky & Hutch" über die US-amerikanischen Fernsehschirme. Angesiedelt im fiktiven Bay City, schilderte die eigentlich in Los Angeles, Kalifornien, gedrehte TV-Serie über vier Staffeln und insgesamt 92 Folgen lang die Ereignisse, mit denen sich das Ermittlerduo, bestehend aus den beiden jungen Polizisten David "Dave" Starsky (Paul Michael Glaser) und Kenneth "Ken Hutch" Hutchinson (David Soul), in ihrem Alltag als Straßencops herumschlagen muss.

Den Schwerpunkt legten die Drehbuchautoren - insgesamt 54 an der Zahl - auf die persönliche, von viel Humor geprägte Interaktion zwischen den unterschiedlichen Kollegen, aber auch ernste Themen wie soziale Brennpunkte oder die Schattenseiten der Polizeiarbeit sollten hin und wieder zur Geltung kommen.

Angereichert mit aufwändig inszenierten Actionsequenzen war "Starsky & Hutch" einer der ersten genreübergreifenden Polizeiserien, die sich einer hohen Fanbase erfreute. Im Jahr 2004 versuchte "Hangover"-Regisseur Todd Phillips, den Mythos wiederzubeleben. In "Starsky & Hutch - Der Film", einem Spielfilm-Prequel schlüpften Owen Wilson und Ben Stiller in die Titelrollen. Die beiden Seriendarsteller Glaser und Soul haben jeweils einen Cameo-Auftritt. An den Kinokassen kam der Film solide an: Produktionskosten von etwa 60 Millionen US-Dollar steht ein weltweites Einspiel von 163 Millionen gegenüber.

Wenn "Starsky & Hutch" rief, dann kamen die Stars

Im Laufe der vier Produktionsjahre war Lynn Anderson nicht die einzige Prominente, die sich zu einem Gastauftritt in der Actioncomedy hinreißen ließ. Zu den bekanntesten VIPs gehörten neben der damaligen Ehefrau von Hauptdarsteller David Soul unter anderem Suzanne Somers, Kim Cattrell, Melanie Griffith, Dany DeVito, Jeff Goldblum und Joan Collins.

Doch nicht nur bei den Darstellern beriefen sich die Macher auf Starpower - in "Starsky & Hutch" wurde nichts dem Zufall überlassen! Angefangen bei der von Tom Scott komponierten Titelmelodie, die ab der zweiten Staffel von vielen verschiedenen Musikern gecovert wurde, zu der unter anderem auch die britische Jazzfunk-Band James Taylor Quintett gehört, über Starskys Markenturnschuhe von Adidas bis hin zum Ford Gran Turino, mit dem die beiden Ermittler ihre Streifzüge unternehmen, war "Starsky & Hutch" eines der ersten Formate, das gezieltes Product-Placement in die Inszenierung einbaute. Heute selbstverständlich, damals eine Revolution.

Der legendäre Auftritt von Lynn Anderson

Das Besondere an den Promi-Gastauftritten: Einige der VIPs spielten sich selbst. Dazu gehört auch Lynn Anderson, die in der Episode "Damals in Pittsville" (im Original: "Long Walk Down Short Dirt Road") das macht, was sie am besten kann: singen - auch wenn ihre Rolle offiziell auf den Namen Sue Ann Grainger hört.

Aus ihrem Repertoire bekommen wir "Wrap Your Love All About Your Man" zu hören - doch für Starsky, der zuvor offenbar nie mit Country Music in Berührung gekommen ist, reicht diese Darbietung aus, um so richtig durchzudrehen. Dafür erntet er nicht bloß missmutige Blicke von seinem gesitteten Kollegen, sondern auch von den Umstehenden. Ein typischer "Starsky & Hutch"-Moment, der nicht bloß die Unterschiede der beiden Ermittler hervorragend herausarbeitet, sondern auch den Humorschwerpunkt der Serie sehr gut zur Geltung kommen lässt. Denn auch, wenn die Serie mit ihren vielen Kriminalfällen immer auch ein kurzweiliges Ermittlungsvergnügen nach dem klassischen "WhoDunit"-Prinzip bot, lebte die Serie doch in erster Linie von der Chemie untereinander.

Für Lynn Anderson sollte ihr Cameo in "Starsky & Hutch" übrigens nicht der einzige Auftritt als Schauspielerin sein: Sie war anschließend noch in kleinen Rollen in den Fernsehfilmen "Skinflint", "Christmas at Sea World" und "God Rot Tunbridge Wells", sowie in der Serie "The Play on One" zu sehen. Ihr größter Hit "(I Never Promised You a) Rose Garden" wurde immer mal wieder zum Bestandteil bekannter Filme - unter anderem ist der Welthit in "Monster's Ball" und David Finchers "Zodiac" zu hören.

"Starsky & Hutch" gehörte zu den Wegbereitern der Buddy-Cop-Komödie und hat spätestens im Jahr 2004 noch einmal die Zeitlosigkeit dieses Konzepts bewiesen. Die Serie, inklusive dem Auftritt von Lynn Anderson, ist als DVD-Komplettbox im Handel, zum Beispiel bei Amazon.de und JPC, erhältlich, Todd Phillips Verfilmung als DVD und Blu-ray Disc, ebenfalls zum Beispiel bei Amazon.de und JPC.

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