Craig Campbell - Never Regret

CD Cover: Craig Campbell - Never Regret
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
Userwertung

Craig Campbell ist noch nicht das, was man unter "household name" versteht. Ein Newcomer ist der aus Lyons, Georgia, stammende Sänger und Songschreiber aber nun auch wieder nicht. Immerhin lebt der smarte Drei-Vier-Tagebart bereits seit 2002 in Nashville - um sich als Musiker so durch zu schlagen. Zu den bemerkenswertesten Taten zählen gemeinsame Song-Arbeiten mit Kumpel Luke Bryan und ein Gig in der Tourband von Tracy Byrd. Und natürlich sein ziemlich genau vor einem Jahr erschienenes, gleichnamiges Debüt-Album. Für das sprang ein beachtlicher 14. Platz in den amerikanischen Country-Charts heraus, und immerhin Platz 65 in den Pop-Charts.

Nun also "Never Regret". Das Werk hat kein Geringerer als Keith Stegall gemeinsam mit Matt Rovey produziert. Stegall garantiert als mittlerweile jahrzehntelanger Sound- und Song-Betreuer von Alan Jackson mindestens solide Qualität - und schürt damit hohe Erwartungen.

Um es vorweg zu nehmen: So ganz kann "Never Regret" diese nicht erfüllen. Dafür fehlt es dem Song-Dutzend einfach an wirklichen Song-Knallern. Aber ein schönes, eingängiges, abwechslungsreiches und handwerklich tadelloses Werk kann man allemal bescheinigen. Das liegt an seiner angenehmen Stimme, an der unaufgeregten Produktion und auch daran, dass sich auf der CD ein paar überdurchschnittlich gute Tracks finden. Den Opener "Truck-N-Roll" kann man - trotz platten Titels - dazu zählen: ein sorgloser Hab-Sonne-im-Herzen-Song in der Country-Tradition der frühen 90er Jahre. Ein weiterer Treffer ist "Topless" - auch wenn dieses Lied nicht gerade mit intellektuellen Inhalten wuchert. Dafür aber mit exzellenten Gitarren-Riffs (Brent Mason) und packenden Drum-Grooves (weniger bekannt, aber stark: Tommy Harden).

Die besten Momente hat das Album in den Balladen: Das ruhige aber zu konventionelle "Tomorrow Is Gone" deutet sein Potential als Schmusekater noch an. In dem harmonisch ausgefuchsten "When Ends Don't Meet" überzeugt er und in dem wirklich vollauf gelungenen "You Can Come Over" läuft er zu Höchstform auf. Keine Frage, die ruhige Gangart liegt dem seit seinem zehnten Jahr Klavier spielenden Sänger und Songschreiber.

Natürlich muss Craig Campbell die Marktgesetze bedienen. Die schreiben Nashville-Produktionen einen Mix aus Uptempo, Rock, Balladen und etwas Karibik-Flair vor. Campbell macht das. Und er macht es keinesfalls schlecht. Der Titeltrack rockt solide, das von Dallas Davidson (Lady Antebellum) geschriebene "Keep Them Kisses Comin‘" gefällt aber fällt auch nicht weiter auf und mit "My Baby’s Daddy", bei dem er sich als Albtraum des Schwiegerpapis outet, verbreitet er dezentes Calypso- und Reggae-Feeling. Alles nicht übel aber auch nicht richtig toll. Wie es besser geht, zeigt er im finalen - von ihm mitkomponierten - "Lotta Good That Does Me Now": ein Song voller Gefühl und positiver Energie. Und eine Einladung, die CD noch einmal von vorne zu hören.

Fazit: Ein im besten Sinne altmodischer "New Country" - von einem starken Sänger interpretiert und von Keith Stegall astrein in Szene gesetzt.

Label: Bigger Picture (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 7. Mai 2013

  • Titelliste

01 Truck-N-Roll 07 Topless
02 Keep Them Kisses Comin' 08 When Ends Don't Meet
03 When She Grows Up 09 Outta My Head
04 Tomorrow Is Gone 10 That's Why God Made A Front Porch
05 Never Regret 11 You Can Come Over
06 My Baby's Daddy 12 Lotta Good That Does Me Now


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