Sturgill Simpson

Sturgill Simpson kritisiert öffentlich die ACM (Academy of Country Music) und das gesamte Nashville-System.

Die Musik-Industrie hat einen neuen Skandal: Von Zeit zu Zeit braucht es wohl die üblichen Schlammschlachten und Skandale, um das Sommerloch zu füllen. Gibt es grad keine Scheidung oder Trennung in Nashville, die man ausschlachten kann, kommt es doch ganz recht, wenn mal wieder ein Country-Künstler einen Ausspruch tut, der für Aufregung sorgt. Diesmal ist es Sturgill Simpson, der sich über die Entscheidung der Academy of Country Music (ACM), einen Award in Gedächtnis an den verstorbenen Merle Haggard zu schaffen, empört.

Sturgill Simpsons Argumente

Via Facebook brachte auf seiner persönlichen Seite die Welle ins Rollen. Er argumentierte, Merle Haggard habe in den 80er Jahren der Musik-Industrie in Nashville bewusst den Rücken gekehrt, nachdem sein Song "Kern River" dort von Kritikern niedergemacht wurde. Unabhängig, wie auch er selbst, habe Merle Haggard seinen Weg auch so bestritten und niemanden in Nashville hätte es interessiert, bis zu seinem Tod am 6. April 2016. Den Namen der Musiklegende nun plötzlich auszuschlachten, wäre Unrecht, so Sturgill Simpson.

Des Weiteren argumentiert er mit einer für ihn ärgerlichen Geschichte, bei der Merle Haggard und er auf dem Cover des Magazins "Garden & Gun" hätten erscheinen sollen, die Redaktion sich jedoch kurzfristig plötzlich für Chris Stapleton entschieden habe. Kurz darauf sei Merle Haggard gestorben. Sturgill Simpson betont zwar ausdrücklich, den Erfolg und die Arbeit Chris Stapletons zu würdigen, möchte anhand der Tatsache jedoch zeigen, dass es den Medien eben nicht um Anerkennung der wirklichen Country Music gehe, sondern sie immer auf den Zug aufspringen würden, der gerade in sei.

Nicht so, wie es scheint

Wie zu erwarten war, löste Sturgill Simpsons Post bei Facebook einen Shitstorm aus, der rund um den Erdball ging. Zu- und Widerspruch von Kollegen, Fans und solchen, die meinen, eben einfach mal ihren Senf dazu abgeben zu müssen. Fakt ist, so ganz stichfest waren seine Argumente auch nicht, denn die ACM hat sehr wohl auch die West Coast-Szene und Künstler dieser geehrt. So wurde auch Merle Haggard über die Jahre mehrmals in Shows geehrt, 2014 erhielt er den Crystal Milestone Award. Diesen letzten ACM-Award überreichte ihn damals Miranda Lambert. Von da an verband Merle Haggard mit der Sängerin eine enge Verbindung, die bis zu seinem Tod bestand.

Merle Haggard Spirit Award für Miranda Lambert

Wie es immer so ist - nach Worten, die erst mal herausgeplärrt werden und für Aufruhr sorgen, folgt die Milderung und Klärung. So auch bei Sturgill Simpson. Als dieser nämlich die Neuigkeit erhielt, dass eben Miranda Lambert den ersten Merle Haggard Spirit Award bekommen solle, ruderte er direkt zurück und erklärte in seinem Facebook-Post, er habe natürlich nicht die Sängerin persönlich gemeint, die ACM auch nur als Beispiel herausgepickt. Eigentlich habe er allgemein darlegen wollen, dass die Musik-Industrie unabhängige Künstler zu wenig beachte, wahre Country Music nicht schätze, nur auf Erfolg aus sei und Musiker erst dann ehre, wenn sie tot seien.

Sturgill Simpsons Abrechnung mit Nashville

Gleichzeitig merkte Sturgill Simpson jedoch noch an, er selbst sei nicht angewiesen auf Nashville. Jeden Tag würden mehr Leute die Situation erkennen und unzufrieden sein. Country Music, vor allem die in Nashville, solle lieber aufwachen, bevor es zu spät ist, so Sturgill Simpson scharf. Unterstützung bekam er von Kollegen Jason Isbell auf Twitter, der die Aussagen bestätigte, auch sein Album, wie eben das von Sturgill Simpson, seien auch ohne die Hilfe der Platten-Industrie auf Platz 1 gekommen und so werden es auch ihre nächsten. In wie weit sich die beiden einen Gefallen damit tun, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, wird sich zeigen. Zumindest gibt es durch Sturgill Simpsons Statement derzeit wieder genügend Gesprächsstoff und vielleicht ja doch auch den ein oder anderen Denkanstoß.


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