Linda Feller

Linda Feller startet mit fast 50 Jahren noch einmal durch.

Linda Feller gehört wie Truck Stop oder Tom Astor zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Country-Szene. Allerdings war ihre letzte Veröffentlichung deutlich mehr im Schlager zu verorten als im Country. Mit einem neuen Produzententeam kehrt die Wahl-Dresdnerin für das neue Album "Frischer Wind" zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. CountryMusicNews.de mit der Country-Powerfrau gesprochen.

Country-Roots in der DDR

Der Start von Linda Fellers Karriere begann mit etwas Glück, wie sie berichtet: "Mein ganzes musikalisches Leben bis zur aktuellen CD hat nur das Schicksal bestimmt. 1985 hat die Band "Country & Co" in der DDR eine LP mit Originaltiteln aufgenommen. Für den Titel "Applejack" von Dolly Parton suchten sie noch eine Sängerin. Ich war zu der Zeit eine Art Aushilfe und durfte den Song einsingen. Die Musik gefiel mir so gut und die Band sagte: "Na dann, bleib doch bei uns." Wir haben dann im Monat 35 bis 40 Veranstaltungen gespielt." 1988 entschied sich Linda Feller nach einem Konzert in der Schweiz nicht wieder in die DDR zurückzukehren. Linda Feller: "Für mich stand fest: In der DDR könnte eine Linda Feller niemals eine große Produktion machen. Die gab es nur für die Pudhys, Karat oder Silly." Ihren persönlichen Höhepunkt erlebte sie 1998: "Damals durfte ich in der Grand Ole Opry auf der Bühne stehen. Als i-Tüpfelchen kam noch die Fernsehsendung dazu. Das heißt, wir haben in Nashville mit einem Kamera-Team gedreht. Daraus entstand die Sendung "Country-Herz - Einmal Nashville und zurück". Dass die tatsächlich auch 33 Mal zur Ausstrahlung kam, das hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt nie zu träumen gewagt."

"Frischer Wind": Mehr Country, weniger Schlager

Mit "Frischer Wind" präsentiert Linda Feller nun bereits das 37. Album ihrer Karriere. Dennoch ist gerade dieses für die knapp 50-jährige Sängerin ein ganz besonders. Denn nach viel Schlager bei den letzten Alben von Linda Feller, steckt in der neuen Platte wieder jede Menge Country. "Ich liebe die traditionelle Country Music. Da hängt mein Herz dran. Leider hatten die Plattenfirmen so großen Einfluss, dass es immer mehr zum Schlager wurde. Aber selbst die Schlagerfans erwarten, wenn eine Linda Feller auf die Bühne kommt, Country Music. Das haben die Plattenfirmen nicht erkannt", so Linda Feller. Mit neuem Label (Maniamusic) und ihren neuen Produzenten Stefan Pössnicker und Armin Pertl hat Feller den Schritt wieder zu mehr Country gewagt. Die Zusammenarbeit kam hinter den Kulissen einer Fernsehaufzeichnung zustande, wie Linda Feller berichtet: "Stefan Pössnicker sagte: "Wenn du mal Interesse hast, das würde mich auch reizen." Ausschlaggebend für mich war dabei, dass er sagte, dass er Schlager überhaupt nicht bei mir sehe. Linda Feller, da muss Country rein. Er lud mich zur Maniamusic-Weihnachtsfeier ein und drei Wochen später hatte ich die ersten Demos im Postfach."

Texte und Musik stammen zu großen Teilen aus der Feder von Pertl. Für Linda Feller stimmt die Chemie im neuen Team: "Die haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist nicht ein Song auf dem neuen Album dabei, hinter dem ich nicht stehe - das gab es bei den 36 vorangegangenen Alben noch nie. In der Regel war es so, dass ich pro Album vielleicht drei Titel Live gemacht habe. Dass man nach so einer langen Zeit wirklich noch mal Produzenten gefunden hat, die einem wirklich ein Album gemacht haben, zu dem man 100 Prozent stehen kann, ist einfach toll."

Live erwartet die Fans bei Linda Feller jetzt nicht nur wieder mehr Country Music; für den Titel Billy Bob’s Texas gibt es auch eine eigene Linedance-Choreografie: "Ich finde das so toll und es ehrt mich auch sehr. Die ist so klasse geworden. Da bin ich richtig stolz drauf."

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