Neue Country-Künstler mit viel Potential

Cassadee Pope

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen und die Country-Szene ist alles andere als ein ruhiges Umfeld - ganz besonders nicht in Nashville, die Stadt, die bekanntlich seit vielen Jahrzehnten eine magnetische Wirkung auf alle hat, die es in diesem Bereich zu etwas bringen wollen. Im Rahmen des CMA Music Festivals hat sich CountryMusicNews.de in der Music City umgeguckt und stellt nun vier noch überwiegend unbekannte Kandidaten vor, in denen so viel Potential steckt, dass man in Zukunft noch so einiges von ihnen hören könnte - oder garantiert hören wird.

Rachel Farley

Los geht es mit dem Nesthäkchen, der erst 18-jährigen Rachel Farley. Trotz ihres jungen Alters hat die Sängerin und Songschreiberin aus Georgia schon so einiges erlebt. Mit gerade einmal zwölf Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt, ein Jahr später drehte sie ihren ersten schon recht professionellen Videoclip. Seit dem absolvierte Farley zahlreiche Auftritte auf kleineren Ausstellungen. Regelmäßig supportete sie dazu seit ihrem 13. Lebensjahr Brantley Gilbert bei dessen Shows, der das Mädel schon früh unter seine Fittiche genommen hatte. 2011 wurde Jason Aldean so auf den Teenager mit der kräftigen Stimme aufmerksam - und engagierte Rachel für seine Sommer Tour 2012. Da hinterließ die junge Dame offenbar einen so guten Eindruck, dass sie auch für die zweite Hälfte der Tour im Herbst als Opener fungieren durfte. Farley hat einen ganzen Schrank an eigenen Songs am Start, aus denen derzeit die besten für ihr erstes Album herausgesucht und von Jason Aldean-Stammproduzent Michael Knox in Szene gesetzt werden. US-Kritiker vergleichen die junge Künstlerin bereits mit Gretchen Wilson. Fazit: "Ain't Easy", die erste Single lässt auf jedem Fall viel Gutes erwarten - vor allem temperamentvollen Country mit Ecken und Kanten, der der 18-jährigen so gut steht.

Jon Wolfe

"Jon Wolfe hat eine dieser klassischen Country-Stimmen. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er ein großer Star wird", sagt Kevin Fowler über Jon Wolfe, unseren nächsten Kandidaten. Wolfe ist ein Songwriter aus der Texas-Music-Szene. Die steht für qualitativ hochwertigen Country, hat aber trotzdem oft genug Probleme, auch außerhalb des Lonestar-States Ruhm zu ernten. Immerhin ist das Album "It All Happened in a Honky Tonk" nun in einer Neuauflage auf einem der größeren Labels erschienen - allerdings ohne auffällige Promotion-Aktionen. "Wir treten gern und überall auf, um den Leuten unsere Music näher zu bringen", sagt der smarte Cowboy nach seinem Auftritt im Performance Park bescheiden. Dabei hätte der Mann allen Grund, mächtig stolz auf seinen ersten Longplayer zu sein. Ein wunderbar klassisches Country-Album ganz im Stile von George Strait, dem Wolfe nicht nur durch seine Musik und das Songwriting, sondern durch seine Stimme sehr nah kommt. Neben der traditionellen Kost sowie Contemporary-Sounds beherrscht der Songwriter zudem die Kunst des Western-Swing, was sein Track "That's Not Very Texas Of You" beweist. Fazit: Easton Corbin hat in Punkto der Nachfolge von George Strait einen ebenbürtigen Konkurrenten bekommen - für Traditionalisten ist diese Tatsache und das Album von Jon Wolfe echter Glücksfall.

Curtis Grimes

Ebenfalls aus Texas, genauer gesagt aus dem Örtchen Gilmer kommt Curtis Grimes. Der Sänger feierte seinen ersten Erfolg, als er einen lokalen Nachwuchswettbewerb gewann und zur Belohnung ein Konzert für Kenny Chesney eröffnen durfte. Motiviert startete Grimes dann bei der ersten Staffel der Cating-Show "The Voice", konnte dort aber keinen der vorderen Plätze ergattern. Trotzdem veränderte sich sein Sound und die in Eigenregie veröffentlichte EP kam schon besser als sein vorher veröffentlichtes Debüt-Album an. Grimes konzentrierte sich wieder auf das Songwriting und Auftritte in kleinen Clubs, aus denen 2012 das Album "Live At The Parish" resultierte. Ein teils fulminantes Live-Dokument, welches die Qualitäten des Texaners und seiner talentierten Band zeigt. Dazu enthält das Album mit dem Lied "Smile", das Grimes zusammen mit Josh Abbott geschrieben hat, so etwas wie seinen ersten Hit. Das schlug sich bisher zwar kaum in Verkaufszahlen nieder, dennoch hätte der Contemporary-Country-Ohrwurm manchem schon bekannten Star sicher einen Top-Ten Hit beschert. Fazit: Mit Rückschlägen kann der Songrwiter schon umgehen, jetzt wird es Zeit, dass auch ein größeres Label die Qualitäten des Sängers erkennt, und dem Mann eine Chance auf eine Karriere auch außerhalb von Texas gibt.

Cassadee Pope

Aus einer ganz anderen Ecke kommt Cassadee Pope. Die Sängerin startete ihre Karriere im Music-Business mit der Pop-Punk-Band Hey Monday. Irgendwo zwischen Blink 182 und Paramore angesiedelt erschienen ein Studio-Album und ein paar EPs, bevor die Band eine Pause einlegte. Pope nutzte die Zeit und nahm ebenfalls am Talentwettbewerb "The Voice" - allerdings an der dritten Staffel - teil. Dabei lies sie sich von Blake Shelton coachen und performte dabei unter anderem Songs wie "Stupid Boy" (Keith Urban), "Cry" (Faith Hill) oder "Over You" (Miranda Lambert). Pope avancierte Ende 2012 zur ersten weiblichen Gewinnerin der Show. Der Sieg bescherte ihr nicht nur einen Plattenvertrag bei Republic Nashville, bei der auch The Band Perry oder Florida Georgia Line unter Vertrag sind, sondern besonders innerhalb einer jungen Zielgruppe eine enorme Popularität. Zeitgleich mit dem CMA-Fest erschien mit "Waysting All These Tears" die erste Single zu dem im Herbst 2013 erscheinenden Album, die sich innerhalb dieser Woche schon über 125.000 Mal verkaufte. Ohne während der Veranstaltung nur ein Lied zu singen, wurde so ihre Autogrammstunde im neuen Music City Center zum Happening für Fans und Medien. Jetzt ist Pope schon wieder mit den Rascal Flatts auf Tour. Fazit: Besser könnten die Vorzeichen nicht stehen - Cassadee Pope wird spätestens im Herbst 2013 zu einem neuen Star in der Welt der Country Music werden. Man darf gespannt sein, wie dann die Entwicklung von der Pop-Punk-Sängerin zur Country-Künstlerin klingen wird.

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