CD Cover: Kevin Costner - Turn It On
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Seinen Filmdurchbruch landete er mit dem Neo-Western "Silverado", seine Oscars holte er sich mit "Der mit dem Wolf tanzt" und "Wyatt Earp" setzte er in einem epischen Werk ein zeitlos gültiges Denkmal. Ob so jemand Country im Blut hat? Die Frage erübrigt sich wohl.

Neben seinen vielen Kino-Western hat Hollywoodstar Kevin Costner aber auch immer wieder zu Gitarre und Mikro gegriffen, um seiner Countryleidenschaft auch musikalisch zu fröhnen. Mal mit mehr, mal mit weniger Esprit und Schmackes. In den letzten Jahren scheint es dem so langsam in die Jahre kommenden Leinwandbeau aber zunehmend ernster mit der Musik zu werden. Schon das letzte Album "Untold Truths" verriet deutlich mehr, als harmlose Hobby-Ambitionen. Es war: stark, erdig, authentisch, professionell. Aber auch: recht ruhig, recht folklastig.

Das lässt sich von "Turn It On" nicht behaupten. Der Titel ist Programm, das Cover ein Versprechen, das Costner & Co. bereits mit den Opener und Titeltrack vehement einlösen. "Turn It On" ist ein strammer, melodisch blitzsauberer, handwerklich tadellos eingespielter Countryrocker, der keine Vergleiche mit den Granden Nashvilles zu scheuen braucht. Weder die Musiker von "Modern West" noch - und das ist die eigentliche Überraschung - Kevin Costner als Sänger. Costner zeigt sich mit diesem Album als gereifter, selbstbewusster Sänger, der seine Stärken (Charisma, Gefühl, Temperament) gekonnt unterstreicht; und seine Schwächen (Power, Umfang, Phrasierung) geschickt kaschiert. Wer stimmlich eine Verwandtschaft sucht, sollte sich eine lässige Mixtur aus Bryan Adams, Pat Green und - jetzt kommt's - Bon Scott vorstellen.

Richtig, Bon Scott. Der längst verblichene erste Sänger von AC/DC. Zweifler müssen nur mal in "Maria Nay" reinhören. Oder in "Red River". Beide Songs erinnern - trotz Fiddle-Soli - mit ihrem schmutzigen, staubtrockenen Bluesrock an die frühen AC/DC.
Der bibelfelste Countryfreund wird sich jetzt freilich wundern: Hat Costner etwa schon wieder das Fach gewechselt und den Stetson schon wieder mit der Lederjacke vertauscht. Nun ja, man könnte sagen: Stetson und Lederjacke.
Obwohl er mit diesem Album kaum akustische Töne anbietet, gibt der smarte Sänger und Schauspieler natürlich zwischendrin auch den Country-Charmeur und Liebhaber: "Let Me Be The One", ein hübsches Duett mit Sara Beck, "Palisades" erinnert mit seinen genauso harmlosen wie eingängigen Melodien an Phil Collins und bei "The Way You Love Me" sorgt er gemeinsam mit einer wehleidigen Slide-Gitarre für Gänsehaut-Feeling.
Bevor sich Costner & Mannen mit dem einzigen braven Folkie "All I Want From You" verabschieden, lässt er noch mal richtig die Sau raus: Sein orgastisches Gegröhle beim Bluesrocker "Saturday Night" zeigt den coolen Kevin so enthemmt wie nie.

Fazit: Er tanzt mit Wölfen, beschützt als "Bodyguard" Whitney Houston und er macht auch als Sänger eine blendende Figur. Traditionelle Countryfans werden von seiner rockigen, bluesigen Gangart möglicherweise enttäuscht sein - alle anderen haben mit der CD ihren Spaß.

Label: ear (edel) VÖ: 26. Februar 2010

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01 Turn It On 07 Red River
02 Ashes Turn to Stone 08 Palisades
03 Moon So High 09 The Way You Love Me
04 Maria Nay 10 Saturday Night
05 Let Me Be The One 11 All I Want From You
06 Top Down

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