CD Cover Chely Wright- The Metropolitain Hotel
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Redaktionswertung Bewertung: 4,5 Sterne = sehr gut
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Auch wenn sie nie den Erfolg von Kolleginnen wie Shania Twain oder Faith Hill teilen konnte, bislang stand Chely Wright für radiofreundliche Nashville-Country-Hits wie "Shut Up And Drive" oder "Single White Female" und recht erfolgreiche Alben wie "Never Love You Enough", "Let Me In", "Right In The Middle Of It" and "Woman In The Moon". Doch von nun an lebt sie zumindest künstlerisch im "Metropolitan Hotel", einem tatsächlich existierenden Ort in London: Dort - so heißt es - habe sie sich für einige Zeit einquartiert, um Abstand von der Album-Tour-Album-Tour-Litanei zu finden und um ihre bisherige Karriere zu überdenken. Lange habe sie darüber nachgedacht, ob sie überhaupt noch ein sechstes Album in Angriff nehmen sollte. Sie hat es getan, taufte es nach ebenjenem Hotel und wir sind sehr froh, dass sie die neuen 12 Songs - acht davon aus Wrights Feder - tatsächlich veröffentlich hat. Obwohl einige von ihnen klingen, als ob Wright sie mehr für sich selbst geschrieben hat, als für eine breite Öffentlichkeit.

Gleich der Opener ist ein kraftvolles Statement ihres neuen Wirkungsbewusstseins: "It's The Song." Darin singt sie: "Es ist nicht das Reisen, es ist nicht das Geld, es geht nicht nur darum, irgendwie im Countrygeschäft mitzumischen: Es ist der Song, um den sich alles dreht." Dabei hat Wright für "The Metropolitian Hotel" einige Stücke geschrieben, die weit jenseits der üblichen Songwriterkost stehen: Ihre Lieder sind häufig kurze Geschichten aber auch sehr, sehr persönliche Statements. Insbesondere bei "The River" - inspiriert von einer tragischen wahren Geschichte und mit Vince Gill als Backgroundsänger - und "Betweena Mother anda Child" glaubt man, sie erlaube dem Hörer einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben. Doch "The Metropolitan Hotel" lässt auch Raum für freudigere Stimmung: Die rockige Uptempo-Nummer "Just The Way We Do It" ist ein augenzwinkerndes Rezept für eine erfolgreiche Ehe ("fight a little bit but we get through"), "Your Shirt" eine Lieberklärung an das Leibchen des Liebsten (geschrieben von Lisa Drew und Pound Lamb) und mit gehörigem Verve covert sie Chuck Berrys "C'est La Vie (You Can Never Tell)".

Die stärksten Songs auf "The Metropolitan Hotel" sind ebenjene, die eine Geschichte erzählen. Wright hinterfragt scheinbar kleine Erlebnisse. Seit Anbeginn ihrer Karriere, und insbesondere während ihrer oben beschriebenen Auszeit nutzte sie die Gelegenheit, mit dem USO zu touren, einer Organisation, die Künstler um die Welt schickt, um die US-Truppen im Ausland zu unterhalten. Zusammen mit Kid Rock und John Stamos reiste sie unter anderem durch den Irak, Korea und Kuwait. In "The Bumper of My S.U.V." ("Die Stoßstange meines Geländewagens") beschreibt sie die unfreundliche Begegnung mit einer Frau in einem Mini-Van, die Wright wegen des grellroten Stoßstangenaufklebers "United States Marines" mit einem Stinkefinger bedachte. Tenor: Großvater war in der Normandie, Vater war in Vietnam, mein Bruder dient seit 14 Jahren - ich behaupte nicht, alle Antworten zu wissen, aber ich hoffe, dass sie diesen Song hört, wenn sie ihre Kinder von der Privatschule abholt und sich nicht eine Sekunde darüber Gedanken macht, wer für sie den Kopf hinhält. Kein Wunder, also, dass die Truppen in Bagdad sie eindringlich baten, dieses Lied aufzunehmen.

Fazit: Chely Wrights sechstes Album ist möglicherweise ihr stärkstes, auf jeden Fall ihr aufrichtigstes. Und dank des Erfolgs der Singles "Back of the Bottom Drawer" und "The Bumper of My S.U.V." könnte es auch ihr kommerziellstes werden. Keine Frage: Die Pause hat ihr gut getan.

Label: AGR Television (Universal) VÖ: 15. Februar 2005

  • Titelliste

  • Links

01 It's The Song 07 Your Shirt
02 Back of The Bottom Drawer 08 Between A Mother And A Child
03 I Got Him Ready For You 09 Southside of Lonesome
04 The River 10 Wheels
05 Just The Way We Do It 11 C'est La Vie (You Never Can Tell)
06 The Bumper of My S.U.V. 12 What If I Can't Say No Again


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